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Alpen-Architektur: Futuristische Schutzhütte auf 3835 Metern

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Alpen-Design: Futuristische Schutzhütte auf 3835 Metern

05.10.2012, 12:51 Uhr | Markus Roman

Alpen-Architektur: Futuristische Schutzhütte auf 3835 Metern. Der Neubau der Schutzhütte "Refuge du Goûter" auf 3835 Metern Höhe. (Quelle: AFP)

Der Neubau der Schutzhütte "Refuge du Goûter" auf 3835 Metern Höhe. (Quelle: AFP)

Diese Schutzhütte sorgt garantiert für Aufsehen: Wie ein Ufo zwängt sich der Neubau der "Refuge du Goûter" auf 3835 Meter Höhe in den französischen Alpen an die Flanke des Mont Blanc. Die metallene Hütte, die 2013 eröffnen soll, ist nur ein Beispiel für außergewöhnliche Architektur in den Alpen. Ob Sir Norman Foster, Peter Zumthor, Mario Botta oder Ron Arad - im Alpenraum gestalten renommierte Architekten Hotels, Thermen, Museen und sogar Supermärkte. Sehen Sie den Neubau der "Refuge du Goûter" und weitere architektonische Alpen-Highlights auch in unserer Foto-Show.

Höchste Schutzhütte Westeuropas

Bereits 2010 begann der Bau einer neuen Schutzhütte am Mont Blanc. Die alte Hütte des französischen Alpenvereins (CAF) litt unter hohen Besucherzahlen und war schlecht isoliert. Besonders auffällig am Neubau ist die zylindrische Form und die Stahlverkleidung außen. Im Inneren werden lokale Holzarten verbaut. Nach Angaben des CAF soll sich das Gebäude mit Hilfe von Solar- und Windtechnik, Abwasser- und Schneemanagement komplett autonom versorgen können, was Heizung, Elektrizität und Wasser angeht. Bis zu 120 Personen sollen in der neuen Hütte Platz finden, geplant hat die Hütte das französische Architekturbüro DécaLaage. Die Eröffnung war ursprünglich für August 2012 geplant, musste wegen schlechten Wetters und Problemen mit der Solarthermik auf die Saison 2013 verschoben werden. Nach Angaben des CAF ist es die höchste Schutzhütte Westeuropas.

"Hütte der Zukunft"

Die neue Schutzhütte am Mont Blanc erinnert optisch an einen Neubau in Zermatt. Seit März 2010 steht die "Berghütte der Zukunft". Das Gebäude mit dem Spitznamen "Bergkristall" versorgt sich zu über 90 Prozent selbst mit Energie. Die Neue Monte Rosa-Hütte auf 2883 Metern über dem Meeresspiegel ist momentan wohl der komplexeste Holzbau der Schweiz. Verkleidet mit einer silbern schimmernden Aluminiumhülle sowie einer in die Südfassade integrierten Photovoltaikanlage, produziert sie Strom. Solarkollektoren gewinnen Wärme. Damit wird einerseits Warmwasser erzeugt und andererseits die Zuluft der Lüftungsanlage erwärmt, um die Räume zu temperieren. Das während nur weniger Monate im Jahr anfallende Schmelzwasser wird in einer Kaverne gesammelt und gespeichert. So profitieren die Gäste von wassergespülten Toiletten und vier Warmwasserduschen. Rund vier Millionen Euro kostete die moderne Alphütte in Zermatt.

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Supermärkte im Top-Design

Viele der architektonischen Highlights im Alpenraum werden touristisch oder für die Naherholung genutzt. Dazu gehören vor allem Design-Hotels und aufwändige Thermen, aber auch Museen oder andere öffentliche Einrichtungen. Doch selbst im Alltag der Alpenbewohner ist zeitgemäßes Design nicht mehr wegzudenken. Das beste Beispiel dafür sind die Supermärkte der Kette Mpreis. Jeder neue Markt wird speziell für den entsprechenden Standort entworfen und von aufstrebenden Architekten und Künstlern gestaltet. Mit mehr als 20 Architekten hat das Familienunternehmen bereits zusammen gearbeitet, der das Geschäft in Wenns belegte den ersten Platz beim Architekturpreis "Neues Bauen in den Alpen 2006" der Initiative "Sexten Kultur".

Design-Hotel fernab aller Alpenromantik

Am Rand der österreichischen Skimetropole Ischgl bietet das "Hotel Madlein" puristische Architektur, die so gar keine Skihüttenromantik aufkommen lassen will. Und das ist Absicht: bestechende Einfachheit, klare Linien und ein bisschen zen-philosophische Strenge und Schönheit. Nur 100 Meter mit der Rolltreppe von den Pisten und Bahnen der Silvretta-Skiarena Ischgl entfernt, liegt die außergewöhnliche Adresse in den Alpen. Den Mittelpunkt des Hotels bildet die Cocktailbar mit der Kaminhalle und offener Feuerstelle zum Relaxen. Im neu umgebauten Restaurant befindet sich ein großes Aquarium und in der berühmt berüchtigten hauseigenen Disco "Pacha" können Gäste die Nacht zum Tag machen.

Harmonische Integration in die Umgebung

Im Gegensatz zu Megaprojekten beispielsweise in Dubai oder China geht es in der Alpenwelt nicht um reine Superlative. Für viele der Prestigeprojekte ist eine harmonische Zusammenwirkung mit Natur und Umgebung wichtiger. Die modernen Häuser, Türme, Bäder und Hotels sollen Stadtbilder und Panoramen nicht zerstören, sondern ergänzen. In der alpinen Architektur finden sich viele Beispiele, wie traditionelle Werte der Region ein modernes Gesicht bekommen. Wie im Fall des von Sir Norman Foster entworfenen Apartmenthauses "Chesa Futura": Das erdnussförmige Holzhaus passt trotz seiner unüblichen Gestaltung nahtlos ins Stadtbild St. Moritz', und hätte doch ohne modernste Computer-Technik weder geplant noch gebaut werden können.

"Ecotecture" als Gestaltungselement

Auch die Wahl der richtigen Materialien spielt bei der alpinen Architektur eine wichtige Rolle. In der wenig industrialisierten Region legen Architekten einen größeren Wert auf ökologische Aspekte zu legen als bei den Glas- und Stahlkolossen in den Metropolen der Welt. Natürliche, nachwachsende Rohstoffe sind sehr beliebt, viele der Neubauten sind klimaneutral und nachhaltig nutzbar. Einen dafür passenden Begriff benutzt der Südtiroler Architekt Matteo Thun. "Ecotecture" nennt Thun diese Art der Gebäudegestaltung. Anschaulich wird sie bei seinen Projekten wie dem Design-Hotel "Vigilius Mountain Resort", das von Geo Saison als bestes Designhotel 2007 ausgezeichnet wurde, oder der Therme in Meran, wo er als Innenarchitekt tätig war. Hier stellte er das Element Wasser in den Mittelpunkt. Die dort verwendeten Steine und Hölzer sind so präpariert, als wären sie über Jahrhunderte hinweg Wasser ausgesetzt gewesen.

Entspannungsoasen

Für Besucher bieten vor allem die Thermen und Design-Hotels die Möglichkeit, Urlaub in ganz neuen Dimensionen zu genießen. Denn nicht nur von außen sind die Gebäude schön anzusehen, ihre ganze Einzigartigkeit ergibt sich aus ihrer Benutzung. Wie beim Baden in der Therme Meran, wenn die riesigen Glaswände den Blick auf ein atemberaubendes Bergpanorama freigeben. Oder die aus Natursteinen gebaute Felsentherme in Vals des Architekten Peter Zumthor, in der sich der Besucher wie in einer modernen Höhle fühlt. Egal, ob modern oder klassisch: Beim nächsten Besuch im Alpenraum sollte man auch einen Blick auf die modernen Errungenschaften der Region werfen.

Weitere Informationen

Hotel Post in Bezau www.hotelpostbezau.com

Aqua Dome - Tirol Therme Längenfeld Tel. 0043/5253 - 6400 - 752, www.aqua-dome.at

Design-Hotel Madlein, Ischgl www.ischglmadlein.com

Vigilius Mountain Resort, Lana, Südtirol www.vigilius.it

Therme Meran www.thermemeran.it

Felsentherme in Vals, Schweiz www.therme-vals.ch

Neue Monta Rosa Hütte www.neuemonterosahuette.ch

Refuge du Gouter (französisch) www.refugedugouter.fr/

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