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Verborgenes Venedig

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Ungewöhnliche Rundgänge  

Verborgenes Venedig

02.02.2009, 13:06 Uhr | Spiegel Online, Antje Blinda, Spiegel Online

Markusplatz bei Nacht: Gespenstige Stimmung ohne Touristen (Foto: imago)Markusplatz bei Nacht: Gespenstige Stimmung ohne Touristen (Foto: imago)

Seit Jahrhunderten von Touristen fast zu Tode geliebt, birgt Venedig noch immer Geheimnisse. Drei Rundgänge erzählen von den weniger bekannten Facetten der Lagunenstadt: von unruhigen Gespenstern, verborgenen Gärten und vom ersten jüdischen Ghetto der Welt.

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Foto-Serie Italien

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Venedig der Geister

Keuchend müht sich ein gebeugter Mann über den leeren Campo. Ob er der Geist des Bartolomio Zenni ist? Des geizigen Wucherers, der 1437 bei einem Brand statt die Nachbarskinder lieber sein Hab und Gut rettete und seit seinem Tod mit einem schweren Sack auf dem Rücken umgehen muss? Nein, wohl nicht. Der Herr auf dem düsteren Platz lässt sich von seinem Dackel an der Leine vorwärts ziehen, kaum kommt er hinterher. Aber was ist das dort? Über die Brücke huscht ein schmaler Schatten. Eine der Feen mit Bocksfüßen, die Reichtum, aber auch den Tod bringen können?

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Schaurige uralte Legenden

Wenn es Nacht wird in Venedig, dann spüren die Empfindsamen die Gegenwart der Seelen längst Verstorbener - und alle anderen genießen den Schauer, den die Legenden der uralten Stadt ihnen über den Rücken jagen. Wenn die Dunkelheit kommt, dann sind die Gassen im orangenen Schein der Straßenlampen wie in Kerzenlicht getaucht. Die Woge der Tausenden Touristen, die tagsüber über den Markusplatz brandet, ist verebbt, der Lärm der Wassertaxis auf dem Canal Grande verstummt. Lediglich Wispern und leises Lachen, gedämpftes Tellerklappern und sanfte Musikfetzen wehen über die bröckelnden Fassaden.

Genügend Stoff für Gruselgeschichten

In den über 1500 Jahren seit ihrer Gründung hat die Lagunenstadt Prachtvolles hervorgebracht, doch zugleich wurde hier gehasst und gemordet, verraten und betrogen, versklavt und gekämpft - genügend Stoff für Stunden voller Gruselgeschichten. Andrea erzählt sie mit Hingabe auf dem Stadtrundgang "Venezianische Legenden": "...und dann irrte der Mann mit dem Herz seiner Mutter in der Hand über die Brücke dort", der 25-jährige Student zeigt zum Rio dei Mendicanti, "und stürzte. Das Herz sprach zu ihm: 'Hast du dich verletzt?' - Da begriff er, dass er seine eigene Mutter ermordet hatte, stürzte sich in die Lagune und ertrank." Andrea macht eine dramatische Pause. "Gesehen hatte das alles Cesco Pizzigani. Ein Steinmetz, der im 15. Jahrhundert die Fassade der Scuola de San Marco Evangelista schuf, später aber als Bettler vor dem Portal endete." Er deutet auf Kerben im Eingangsbogen der Scuola, die ganz deutlich eine Gestalt darstellen: "Er ritzte eine Figur in den Stein, mit einem Herz in der Hand." Den Venezianern ist das Beweis genug für die Gräueltat vor über 500 Jahren. Und Zweifelnde überzeugen vielleicht die klagenden Rufe, die nachts auf dem Campo vor der Basilica San Zanipolo ertönen. Denn der Geist des jungen Mannes sucht noch immer das Herz seiner Mutter. Sagt jedenfalls Andrea.

Auf dem Heimweg durch ein anderes Venedig

Auf dem Kanal heult plötzlich ein Motorboot auf, die Wellen platschen gegen die Hauswände. Die kleine Gruppe schreckt zusammen. Nach zwei Stunden voller Geschichten von Wiedergängern und Selbstmördern, über Satanismus und Verrat ist das friedliche Venedig zur Geisterbahn geworden. Was bedeutet bloß das Wimmern hinter der Basilika? Ist es wirklich der Körper des verräterischen Dogen Marin Faliero, der seit seiner Enthauptung 1355 nach seinem Kopf sucht? Die Maurenskulpturen, dort am Palazzo Mastelli? Sind das nicht die Kaufleute, die zur Strafe für ihre Betrügereien zu Stein verwandelt wurden? Auf dem Heimweg ist die alte Stadt nicht mehr dieselbe.

Stadtrundgang:

"Venetian Legends (Venezianische Legenden)". Treffpunkt Campo San Bartolomeo, bis 31. März um 17 Uhr, montags, dienstags, donnerstags und samstags auf Englisch. Tickets für 20 Euro, ermäßigt 10 Euro beim Führer oder bei den Touristenbüros.
Information zu den Terminen im Internet (http://www.turismovenezia.it/).

Buchtipp:

Alberto Toso Fei: "Venezianische Legenden und Gespenstergeschichten". Editrice Elzeviro, 15 Euro (in allen Buchhandlungen Venedigs erhältlich).

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