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Städteziele für den Frühling: Sechs and the City

16.02.2011, 11:24 Uhr | Hans-Werner Rodrian/srt, srt

Städteziele für den Frühling: Sechs and the City  . Porto: Blick von der Douro-Brücke Dom Luis I. über den Douro und Portos Altstadt. (Foto: Wolfgang Merkel/srt)

Porto: Blick von der Douro-Brücke Dom Luis I. über den Douro und Portos Altstadt. (Foto: Wolfgang Merkel/srt)

Die Tage werden länger, die Sonne wärmt wieder: Jetzt ist die richtige Zeit, dem Alltag bei einem schönen Städte-Kurztrip ein Schnippchen zu schlagen. Dabei muss es nicht immer London, Berlin oder Paris sein. Es gibt viele kleinere Städte, die mit den berühmten Metropolen mithalten können. Hier sind sechs Tipps - auch in unserer Foto-Show.


Tallinn: Estnische Schönheit

Zeitreise zwischen Mittelalter und Moderne: Die diesjährige EU-Kulturhauptstadt hat sich vorgenommen, ihren Besuchern "Geschichten von der Meeresküste" zu erzählen. In einem ehemaligen Hangar für Wasserflugzeuge soll demnächst das neue Meeresmuseum eröffnen. Bereits möglich sind die kürzlich aufgenommenen Führungen durch die kilometerlangen unterirdischen Bastionsgänge. Durchgehend geöffnet hat die komplett welterbegeschützte Altstadt mit ihren spitzgiebligen Kaufmannshäusern und der gut erhaltenen Stadtmauer. Das Infobüro des Kulturjahres hat im Rotermann-Quartier seinen Sitz, einem schick restaurierten Industrieviertel, wo sich heute angesagte Bars und Künstlerateliers wie das "Loovala" finden. Die Kreativen dort lassen sich übrigens gern bei der Arbeit besuchen. Die besten Souvenirs gibt's im Schokoladenladen Kalev im alten Rotermann-Sägewerk. Nach Tallinn kommt man z.B. mit Ryanair von Weeze, Bremen und Magdeburg-Cochstedt. Flugpreise ab 20 Euro für die einfache Strecke


Krakau: Polnische Bohème

Diese weltoffene Art begeistert einfach. Krakau heute, das sind Baukunst und Braukunst, Kneipenbummel und Livemusik, die aufwändig restaurierte Altstadt und das lifestylige Ex-Arbeitervietel Podgórze. Am Rynek Glowny, Europas größtem mittelalterlichen Marktplatz, bläst der Trompeter oben auf der Marienkirche immer noch zu jeder vollen Stunde sein Lied. Dass die Krakauer seit der Habsburger Zeit die Lust am Kaffeetrinken nicht verloren haben, zeigen die prächtig restaurierten Art déco-Säle des Café Noworolski an der Ostseite der Tuchhallen. Im jüdischen Viertel Kazimierz duftet es verführerisch nach Falafel, im trendigen Café Ariel läuft vielleicht gerade ein Konzert mit Klezmer-Musik. Mit den ersten Frühlings-Sonnenstrahlen zieht es die Krakauer an die Ufer der Weichsel. Dort breiten sie ihre Picknickdecken aus und probieren die gerade am Rynek-Kleparski-Markt gekauften Piroggen. Nicht versäumen: den frühlingshaften Spaziergang auf dem Königsweg zum Wawel mit Königsschloss und Kathedrale. Hier gibt es Kunst und Kultur aus tausend Jahren und dazu tolle Terrassencafés im Grünen. Nach Krakau fliegen Wizzair, Air Berlin, Germanwings z.B. von Stuttgart, Berlin, Hannover, Leipzig und Dresden. Flugpreise ab 50 Euro einfach.


Porto: Genuss am Fluss

Herber Charme und süßer Wein: Die Heimatstadt des Portweins hat sich mächtig ins Zeug gelegt. Längst kann sie locker mit dem einst so beneideten Lissabon mithalten. Rund um das Museum für moderne Kunst hat sich eine schillernde Clubszene etabliert. In der Altstadt Ribeira schiebt man sich durch enge Gassen, über kleine Plätze, vorbei an schmalen Häuserfassaden. Hier gibt es jede Menge Bars, Cafés und exzellente Restaurants. Mutige probieren die Spezialität der Stadt "Tripas ao modo do Porto": Kutteln mit weißen Bohnen. Schwindelfrei muss sein, wer den Gang über den "liegenden Eiffelturm" wagt, die 50 Meter hohe Eisengitterbrücke Ponte Luis, die tatsächlich von Gustave Eiffel und einem seiner Schüler stammt. Ein Muss ist dann natürlich die Besichtigung einer der alten Portweinkellereien wie Sandeman oder Osborne, die alle entlang des Flusses Douro ihre Sitze haben. Obst und Gemüse, aber auch schöne Souvenirs ersteht man im Mercado do Bolhao, einer hundert Jahre alten gedeckten Markthalle in einem wunderschönen Art déco-Gebäude. Nach Porto fliegen Air Berlin und Ryanair von 15 deutschen Flughäfen. Preise ab 20 Euro für die einfache Strecke.


Split: Stadt im Kaiserpalast

Wo gibt's denn das: eine Altstadt, die nahezu komplett im riesigen, erstaunlich gut erhaltenen altrömischen Kaiserpalast des Diokletian (284-305) Platz hat? Genau - in der kroatischen Küstenstadt Split. Heute sind die Palastreste voll mit Läden, Kneipen, Cafés, Märkten, kleinen Hotels. Alt und neu harmonieren prima: Im berühmten Café Luxor am Peristil, dem ehemaligen Innenhof, eine Kaffeepause einzulegen, das hat durchaus eine besondere Atmosphäre. Kinder spielen Verstecken hinter den venezianischen Löwen, im Jupitertempel wird neue kroatische Mode verkauft. Abends dann flaniert tout Split auf der Riva, der glattgepflasterten Uferpromenade zu Füßen der gewaltigen Palast-Frontseite. Natürlich besucht man den Dom - in der Antike das Mausoleum des Diokletian. Wer auf den Turm steigt, der hat einen weiten Blick über Altstadt und Hafen. Ein Geheimtipp ist der Fischmarkt an der Marmantova-Straße. Gleich daneben serviert Zlatko Marinovic in seinem kleinen Restaurant "Nostromo" Fisch-Carpaccio in Rosenform und Seebrasse gefüllt mit Scampi. Bestes Hotel am Platz ist das Le Méridien. Es liegt zwar ein paar Kilometer außerhalb, dafür gibt es einen tollen Spa, eigenen Yachthafen und einen kostenlosen Shuttleservice in die Altstadt. Split ist 2011 neues Flugziel bei Condor und Lufthansa (ab Frankfurt) sowie bei Easyjet (ab Basel). Preise ab 59 Euro bzw. 50 CHF.

Pisa: Alles im Lot

Okay, der Turm ist ein bisschen schief, aber sonst ist in Pisa alles im Lot. Wer sich in dem hübschen Universitätsstädtchen einquartiert, der wird sich freuen, dass Europas bekanntester Baufehler zuverlässig alle Tagesgäste aus der hübschen Altstadt fernhält. Aber natürlich wird jeder, der in der Gegend ist, auch dem Campo dei Miracoli, dem Platz der Wunder, einen Besuch abstatten. Wer auf den Turm steigen will, der sollte sich allerdings Wochen vorher im Internet angemeldet haben (http://www.opapisa.it). Denn viertelstündlich werden nur 15 Personen hinauf gelassen. Dann aber geht es weiter in die romantisch toskanische Altstadt: vorbei am ältesten Botanischen Garten der Welt zur Einkaufsmeile Borgo Stretto mit ihren Laubengängen, unter denen man gemütlich etwas trinken kann. Die alteingesessene Pasticceria Federico Salza führt auch Nudeln und andere kleine Mittagsmahlzeiten. Und - lieben Sie Märkte? Die Gässchen rechts des Borgo führen unweigerlich auf das Marktviertel zu. Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch: für alles gibt es eine eigene "Abteilung". Einfach und urig zu Mittag essen kann man in der Trattoria La Mescita. Pisa wird ab Berlin, Hahn, Memmingen, Köln, Lübeck und Weeze von Easyjet, Germanwings und Ryanair angesteuert. Neu ist die Verbindung mit Germanwings ab Köln. Preise ab 18 Euro für die einfache Strecke.


Lemberg: Mittelalterliches Kleinod

Quietschend rumpelt die rosarote Straßenbahn über verbogene Geleise. Sie verbindet stolze Barockpaläste und arme jüdische Viertel, den Ringplatz mit seinen herrlichen Renaissance- und Barockbauten und die Plattenbau-Vorstädte. Willkommen in Lemberg, der Hauptstadt der Westukraine, die sich ganz flexibel auch Lvov, Lwiw und Lvovas schreibt. Unter den Habsburgern war dies das glanzvolle Zentrum Galiziens. Und weil 2012 die Fußball-EM naht, ist heute an den vielen restaurierten Straßenzügen zu sehen, was für eine schöne Stadt Lemberg war und wieder wird. Ein Hauch von Süden und Kaffeeduft liegt über dem Alten Markt. Die Stadt ist ringförmig darum angelegt, mit engen Straßen und Gassen, in denen heute wieder wie einst Handwerker und Händler zu Hause sind, straßenweise sortiert nach Druckern, Schustern und Lebzeltern. Beeindruckend sind die Mauern und Türme der einstigen Stadtbefestigung. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Cafés und Restaurants eröffnet, Theater und Oper sind auf Weltniveau. Nicht versäumen: das Freilichtmuseum im Schewtschenko-Park mit seinen jahrhundertealten Wohnhäusern und den aufwändigen geschnitzten Holzkirchen.
Lemberg wird mit Wizzair ab Dortmund und neu auch ab Memmingen angeflogen, Preise ab 45 Euro einfach.

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