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Färöer Inseln: So sieht es im Land des Quali-Gegners aus

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Färöer Inseln  

So sieht es im Land des Quali-Gegners aus

10.09.2013, 09:50 Uhr | Rasson Knoller, srt, srt

Färöer Inseln: So sieht es im Land des Quali-Gegners aus. Die Ortschaft Gjógv auf der Insel Eysturoy (Quelle: SRT /Rasso Knoller)

Die Ortschaft Gjógv auf der Insel Eysturoy (Quelle: Rasso Knoller/SRT )

Den meisten dürften die Färöer wegen ihrer Fußball-Nationalmannschaft bekannt sein - auch wenn der 153. der FIFA-Weltrangliste nicht zu den Favoriten der deutschen WM-Qualifikationsgruppe gehören dürfte. Doch woher kommen die Nordmänner eigentlich? Wir zeigen die schroffe Schönheit der kleinen Inseln im Nordatlantik, auf die es von Deutschland keine Direktflüge gibt. Sehen Sie die Eindrücke der Inselgruppe auch in unserer Foto-Show.

Wer auf den Färöern unterwegs ist, muss sich warm anziehen. Wind und Regen bestimmen das Klima auf der Inselgruppe im Atlantik. Doch Einmümmeln lohnt sich: Die wilden Inseln im Norden verzaubern mit magischen Lichtspielen und schroffen Berghängen. Wer sich den Dörfern der Färöer vom Meer her nähert, dem fallen als erstes die Kirchen auf. Es brauchte früher schon viel Gottvertrauen, um auf diesen wilden Inseln zu siedeln. Das hatten die irischen Mönche, die sich im siebten Jahrhundert als erste Menschen hier niederließen, um sich in aller Abgeschiedenheit ihrem Glauben zu widmen. Wirklich bevölkert wurden die Färöer aber erst einhundert Jahre später. Dann kamen die Wikinger, vertrieben die Mönche und beanspruchten die Inseln für sich. Vom Christentum waren die Wikinger noch weit entfernt; das setzte sich erst um die Jahrtausendwende durch - und auch nicht ganz ohne Gewalt. Als einer der letzten wurde der mächtige Wikingerkönig Tróndur bekehrt - mit einem Messer an der Kehle, und der Frage, ob er den Tod oder das Christentum wählen wolle.

Vom Mönche-Sitz in die heutige Hauptstadt

Die ersten Mönche hatten sich in Kirkjubøur niedergelassen. Der äußerste Südzipfel von Streymoy, der größten färöischen Insel, war der ideale Siedlungsplatz, denn in der Bucht sammelte sich häufig Treibholz. Das war auf den baumlosen Inseln zum Überleben ebenso wichtig wie das tägliche Brot. Kirkjubøur, wo heute nur noch ein Dutzend weit verstreuter Häuser steht, war einst Bischofssitz. Daran erinnern die Ruinen der Magnus-Kathedrale, die Bischof Erland im 12. Jahrhundert bauen ließ. Schon damals bestimmte Geld den Lauf der Dinge, und weil dem Bischof während des Baus eben das ausging, konnte die stattliche Kathedrale nie fertiggestellt werden. Von Kirkjubøur führt ein Wanderweg über die Berge in die heutige Hauptstadt Thorshavn. Er diente früher als Verbindungspfad zwischen den Dörfern, riesige Steinmarker kennzeichnen seinen Verlauf. Wege wie dieser durchziehen die ganze Inselgruppe. Sie bilden ein hervorragendes Wegenetz für den heutigen Wanderer.

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Wanderungen dauern selten lange

Lang ist die Wanderung nicht, nach knapp zwei Stunden ist Thorshavn erreicht. Auch das ist typisch für Wanderungen über die Insel: Länger als zwei, drei oder allenfalls vier Stunden ist man selten unterwegs. Nur das launische Wetter behindert manchmal das Vorwärtskommen. Oder der Blick auf die grandiose Landschaft nimmt den Wanderer leicht gefangen, der immer wieder die Aussicht auf eine der vielen Inseln oder das Lichtspiel der Sonne auf einem Berg genießt. Oder er rastet an einem Bachlauf, beobachtet Möwen, Austernfischer oder Gänse. Ohne Weiteres wird so eine kurze Wanderung zum Tagesausflug. In Thorshavn wartet John Eysturoy. Der 63-jährige ehemalige Fußballnationalspieler arbeitet heute bei Samvit, der örtlichen Tourismusbehörde. Klein und etwas stämmig wirkt er, und auf den ersten Blick auch eigenbrötlerisch. Doch was so wirkt, ist eher Zurückhaltung, die sich aber schnell auflöst. Diesbezüglich ist John ein typischer Färinger. Sobald man sie näher kennenlernt entpuppen sie sich als hilfsbereit, gelassen und entspannt - und voller herzlicher Gastfreundschaft.

Freundschaftliche Beziehungen zu Island

John führt Besucher durch Thorshavn, der mit 15.000 Einwohnern größten Stadt der Insel. Hier hat auch die Regierung der autonomen, zu Dänemark gehörenden Inseln ihren Sitz. Das Regierungsviertel liegt in der historischen Altstadt mit ihren roten Holzhäusern, und die wiederum befindet sich malerisch auf einer Landspitze, die wie ein Finger in den Hafen hineinragt. John erzählt, dass hier schon zu Wikingerzeiten das Allthing, die Versammlung der Männer, stattfand. Damit sei die Landspitze der älteste Parlamentsplatz der Welt. Zum Beweis zeigt er in den Fels geritzte Runenzeichen. Die Isländer, die dieselbe historische Wahrheit für ihr Thingvellir beanspruchen, sehen die Sache vermutlich anders. Doch da Isländer und Färinger freundschaftliche Beziehungen pflegen, wird darüber nicht gestritten.

Papageientaucher in der Steilwand

Die Ortschaft Gjógv auf Eysturoy, der Insel, die genauso heißt wie Fremdenführer John, erreicht man über Passstraßen, die erst hoch hinauf über die Berge und dann wieder hinab zum Meer führen. Von den Ausblicken zu schwärmen, die sich auf dieser Tour auftun, hieße das Normale in den Stand des Besonderen zu erheben. Denn Ausblicke hinab aufs raue Meer, hinüber zu steilen Berghängen und über baumlose Weiten, zu kleinen Fischerdörfern mit ihren bunten Holzhäusern oder auf spektakuläre Felsformationen, die sich wie in einer Traumwelt aus den tosenden Wellen erheben, bietet die Insel überall. Gjógv ist wegen etwas anderem bekannt: Einer markanten Felsspalte, die hier einen engen und schwer zugänglichen Naturhafen bildet. John, der früher selbst als Fischer gearbeitet hat, erklärt, wie schwer es einst für die Ruderer war, hier mit ihren Fängen an Land zu gehen. "Die sind jeden Morgen mit einem Kirchenlied auf den Lippen hinausgefahren und singend am Abend zurückgekehrt - dem Heiland dafür dankend, dass er sie mit reichen Fängen belohnt und sie sicher in den Hafen zurückgeführt hat", erzählt John. Doch an manchen Tagen blieben die Gesänge aus - dann nämlich, wenn ein Vater, Ehemann oder Sohn vom Fischfang nicht mehr zurückkehrte.

Weitere Informationen:

Faroe Island Tourist Board, www.visit-faroeislands.com;

Anreise: Direktflüge von Deutschland auf die Färöer gibt es nicht. Atlantic Airways (www.atlantic.fo) fliegt von Kopenhagen, Billund, Reykjavik und während des Sommers von London-Gatwic´k nach Vágar. Schiffsverbindungen mit Smyril Line (www.smyril-line.com) ab Hanstholm.

Reiseveranstalter: Anbieter, die die Färöer im Programm haben, findet man nur selten. Einer davon ist set geo-aktiv reisen (www.set-reisen.com, Tel. 08106/2129290), ein Spezialreiseveranstalter für Reisen auf die Färöer, nach Island, Grönland, Spitzbergen und die Antarktis.

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