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Tour durch den "Goldenen Kreis": Die bekanntesten Naturwunder Islands

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Tour durch den "Goldenen Kreis"  

Die bekanntesten Naturwunder Islands

01.10.2013, 14:33 Uhr | Mona Contzen, srt

Tour durch den "Goldenen Kreis": Die bekanntesten Naturwunder Islands. Der Gullfoss ist einer der schönsten Wasserfälle Islands. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Gullfoss ist einer der schönsten Wasserfälle Islands. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Wir Isländer sind ein Volk von Erzählern und neigen zu konkreten Bildern, aus unserem Dasein machen wir Fabeln." Das hat der isländische Literaturnobelpreisträger Halldór Laxness gesagt. Und der muss es eigentlich wissen, denn er gilt als einer der feinsten Beobachter seiner eigenen Landsleute. Auch der gemeine Island-Besucher kann die Mentalität der Isländer kennenlernen - bei einer Tour durch den "Goldenen Kreis". Sehen Sie Islands Naturwunder auch in unserer Foto-Show.

Schon kurz hinter Reykjavik, wo die Landschaft zu einer merkwürdigen Kombination aus scharfzackigen Felsen und weichem, grünen Moos wird, führt die Straße vorbei am Haus des Nobelpreisträgers. Doch Arthúr Björgvin Bollason lenkt die Aufmerksamkeit auf die gegenüberliegende Straßenseite. Dort habe der Hof eines berüchtigten Säufers gelegen, der schon im zarten Alter von sieben Jahren alle gestandenen Männer unter den Tisch trinken konnte und stets auf der Suche nach Gold gewesen sei. "Nach ihm ist unser preisgekröntes Bier Gull benannt", sagt Bollason fröhlich.

300-Kilometer-Tour vorbei an Geysiren und Wasserfällen

Zwar arbeitet der auch in Deutschland lebende Journalist heute für die isländische Fluggesellschaft Icelandair, als ehemaliger Leiter des Saga-Zentrums in Hvolsvöllur, Übersetzer und Autor eines literarischen Island-Reiseführers, gilt er jedoch mittlerweile als einer der wichtigsten Vermittler isländischer Kultur. Und so erzählt Bollason mit einem Augenzwinkern unaufhörlich Anekdoten und Geschichten über sein Volk, während wir gemeinsam den "Goldenen Kreis" abfahren.

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Der "Goldene Kreis", das sind die bekannten Naturwunder im Südwesten der Insel, zusammengefasst auf einer etwa 300 Kilometer langen Route: das berühmte Geysir-Gebiet im Haukadal ist dabei, der imposante goldene Wasserfall Gullfoss und der geschichtsträchtige Nationalpark Thingvellir.

Island driftet auseinander

Der Thingvellir Nationalpark, wo die tektonischen Platten von Amerika und Europa unter der Erdoberfläche aufeinander treffen, gehört seit 2004 zum Unesco Weltkulturerbe. Wellenförmig versteinerte Lava erinnert an längst vergangene Zeiten. Es ist ein Ort, der die Phantasie anregt. Hier wurde das Christentum in Island ausgerufen. Hier tagte bereits im Jahr 930 mit den Häuptlingen der eingewanderten norwegischen Stämme das erste europäische Parlament. Hier wurde am 17. Juni 1944 die Unabhängigkeit der Republik Island verkündet. Doch Thingvellir, was so viel wie "Ebene der Versammlung" bedeutet, hat auch in moderneren Zeiten für politische Diskussionen gesorgt.

Heute dehnt sich um die einsame weiße Kirche eine grüne Mondlandschaft aus, gezeichnet von tiefen Rissen und mächtigen Spalten. Genau hier, an der imposanten Felsspalte, mitten auf dem Mittelatlantischen Rücken, soll die isländische Präsidentin mit Ronald Reagan gestanden haben und ihm erzählt haben, dass die Platten durchschnittlich zwei Zentimeter im Jahr auseinanderdriften. Der verwirrte, vom Kalten Krieg geprägte Amerikaner - so behauptet Bollason mit einem Grinsen, das es schwer macht, ihm zu glauben - habe sich später erkundigt, wann sich die Isländer denn entscheiden würden, ob sie zu Russland oder Amerika gehören wollen.

"Der Geysir bricht eben nicht für jeden aus"

Eine lokale Berühmtheit, die es ganz sicher zu Weltruhm von Russland bis Amerika geschafft hat, schlummert derweil im Geothermalgebiet Haukadal vor sich hin: Der Große Geysir, Namensgeber aller Springquellen, spuckte vor mehr als 150 Jahren eine 170 Meter hohe Säule aus Wasser und Dampf in die Luft. Heute brodelt und dampft dagegen sein Kollege Strokkur wie ein Hexenkessel, bevor er sein kochend heißes Wasser zuverlässig innerhalb weniger Minuten immer wieder in bis zu 35 Meter Höhe speit.

Auch im Geysir-Gebiet soll sich einmal ein Staatsoberhaupt zwischen heißen Quellen und explodierenden Geysiren blamiert haben. Auf dem Geothermie-Areal, wo die ganze Erde kocht, Dampf und blaue Blasen aufsteigen, sei in den 1970er-Jahren die dänische Königin zu Besuch gewesen. "Ein Angestellter wurde eigens beauftragt, Schmierseife in unser Butterfass, den Strokkur, zu schütten, damit der Geysir besonders schön ausbricht", erzählt Bollason. "Eine halbe Stunde standen sie im strömenden Regen, aber erst als die letzte Limousine um die Kurve gebogen war, ist der Geysir ausgebrochen - schöner als je zuvor." Bis 1944 gehörte Island zu Dänemark - eine einleuchtende Erklärung für das launische Verhalten des sonst so zuverlässigen Geysirs. "Der Geysir bricht eben nicht für jeden aus", sagt Bollason.

Der "Goldene Wasserfall" ist 32 Meter tief

Es versteht sich von selbst, dass auch der Gullfoss, einer der schönsten und größten Wasserfälle Islands, von Geschichten umrankt ist. Die Wassermassen des "Goldenen Wasserfalls" stürzen hier in zwei Kaskaden so mächtig 32 Meter in die Tiefe, dass die Gischt aus der Schlucht in einem dichten Vorhang nach oben strömt. So könnte der Name Gullfoss von den Regenbögen stammen, die sich bei Sonnenschein über das bedrohliche Getöse erheben.

Eine andere Theorie macht die goldene Abendröte dafür verantwortlich, die sanft auf das Gletscherwasser fällt. Inspirierender und damit auch isländischer ist jedoch der Erklärungsversuch, den Sveinn Pálsson in seinem Reisebuch unternimmt: Danach wollte der eigenwillige Bauer Gýgur niemandem sein Gold nach seinem Tode vererben. Er beschloss deswegen, eine Truhe mit dem Gold in den Wasserfall zu werfen. Seitdem trage der Gullfoss seinen Namen.
Der Ursprung des Namens wird auf verschiedenen Tafeln entlang des Weges erklärt, für Phantasie bleibt da nicht mehr viel Platz. Und so hält sich Bollason ausnahmsweise mit Geschichten zurück. Nur dass der Wasserfall einmal verschwunden war, 1934 bei einer starken Überschwemmung, das muss er vor der Rückfahrt nach Reykjavik dann doch noch loswerden.

Weitere Informationen:

Anreise: Von Düsseldorf mit SAS (www.flysas.com) über Kopenhagen nach Reykjavik. Oder mit Icelandair (www.icelandair.de) von Frankfurt nonstop nach Reykjavik.
Pauschalreisen: Icelandair bietet Kurzreisen nach Reykjavik an. Vier Tage inklusive Flug und Hotel kosten ab 299 Euro pro Person. Einzelne Ausflüge sind auch an Bord buchbar. Die achtstündige Tour "Goldener Kreis" wird dienstags und samstags in deutscher Sprache angeboten.
Weitere Auskünfte: Visit Iceland, Isländisches Fremdenverkehrsamt, Rauchstraße 1, 10787 Berlin, Tel. 030/50504200, www.visiticeland.com

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