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Finnland: Auf Suomenlinna zwischen Kanonen sonnenbaden

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Festungsinsel Suomenlinna  

Auf der Finnenburg zwischen Kanonen sonnenbaden

09.04.2014, 11:24 Uhr

Finnland: Auf Suomenlinna zwischen Kanonen sonnenbaden. Finnland: Die massive Festungsarchitektur ist auf der Insel Suomenlinna gut erhalten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die massive Festungsarchitektur ist auf der Insel Suomenlinna perfekt erhalten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sie war eine der gewaltigsten Inselfestungen ihrer Zeit. Wegen ihrer Architektur zählt Suomenlinna in Finnland zum Unesco-Weltkulturerbe. Wo einst Soldaten stationiert waren und Kanonen in Stellung gebracht wurden, können Touristen heute entspannt die Sonne genießen. Sehen Sie die Festung auch in unserer Foto-Show.

Neben allem Leid war der Krieg immer schon Anstoß für menschliche Höchstleistungen. So ließ der schwedische König ab 1748 eine der gewaltigsten Inselfestungen der damaligen Zeit errichten: Die Sveaborg vor der Küste des heutigen Helsinki. Sie diente der Verteidigung gegen die Seemacht Russland. Erst nach der Besetzung durch das Zarenreich ging die Anlage 1918 in finnischen Besitz über und hieß ab dieser Zeit Suomenlinna. Aus der Schwedenburg wurde die Finnenburg.

Ferienidyll zwischen Festungsmauern

Heute, da jeder Krieg fern scheint, bilden die kleinen Inseln ein idyllisches Sommerrefugium für die Bewohner Helsinkis. Als die Fähre anlegt, schimmert am Horizont Dunst im Mittagslicht. Das Meer glitzert wie ein zerbrochener Spiegel, von der See weht ein leichter Wind. Besucher tragen Eistüten durch die Gegend, Kinderwagen rumpeln über die groben Steine der Gehwege. Während die Touristen zielstrebig die Sehenswürdigkeiten abhaken, geben sich die Finnen auf der Südseite der Insel Kustaanmiekka dem Müßiggang hin. Sie liegen zwischen den alten Sandbankwällen und baden in der Frühjahrssonne.

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Ein Gibraltar des Nordens

Vor allem die rostigen Kanonen erinnern daran, dass Suomenlinna die längste Zeit für weit weniger harmlose Beschäftigungen genutzt wurde. Als Finnland noch zu Schweden gehörte, lag hier die königliche Flotte. In der Festung waren Truppen stationiert. Das verbündete Frankreich zahlte in den ersten 18 Jahren rund 90 Goldbarren, um den Ausbau des Forts zu finanzieren. Man nahm sich ein Vorbild an der Festung von Gibraltar, die damals als uneinnehmbar galt.

Suomenlinna war ein Prestigeprojekt der schwedischen Krone. Ungefähr 7000 Männer waren nötig, um den Festungskomplex zu verteidigen. Das Trockendock der Werft war damals wohl das größte der Welt. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich Suomenlinna langsam zum zweitgrößten Ballungszentrum Finnlands. Kaufleute und Handwerker siedelten sich an, bis irgendwann 4700 Menschen in der Festungsstadt wohnten.

Insel mit wechselvoller Geschichte

Die Schweden mussten bald abrücken: 1809 wurde Finnland Teil des Russischen Reichs. Nach dem Krimkrieg nahm die militärische Bedeutung der Bastion ab. Man erkannte zum Beispiel, dass Sandbänke ein weit besserer Schutz waren als dicke Mauern und Befestigungen. Es sollte noch einmal mehr als 100 Jahre dauern, bis die Festung 1918 an die Finnen abgetreten wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der Werft sowjetische Schiffe als Reparationsleistungen gebaut. In den 70er Jahren übernahm schließlich die Verwaltung des finnischen Kulturministerium die Regentschaft. Heute sieht wenig danach aus, als könnte Suomenlinna in irgendwelchen Invasionskriegen erneut den Besitzer wechseln. Einzig ein Heer aus Touristen fällt im Sommer über die Inseln her und sorgt für Gedränge in den akribisch ausgeschilderten Gassen.

Doch vor allem die Finnen schätzen ihr historisch bedeutsames Eiland vor der Küste der Metropole. 850 Menschen wohnen dauerhaft auf den Inseln. Wer aus der Stadt hierher ziehen möchte, braucht Glück und etwas Geduld: Auf eine Wohnung kommen ungefähr 50 Bewerbungen - und auf einen Bewohner etwa 820 Besucher pro Jahr.

Informationen zu Suomenlinna

Anreise: Verschiedene Airlines fliegen aus unterschiedlichen Städten Deutschlands direkt nach Helsinki. Dort geht es vom Marktplatz am Hafen mit der Fähre in etwa 20 Minuten nach Suomenlinna.

Führungen: Es gibt geführte, mehrsprachige Touren über die Inseln. Reservierungen sind im Sommer ratsam.

Informationen: Visit Helsinki (Tel.: 00358/9/31 01 33 00, E-Mail: tourist.info@hel.fi).

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