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Irlands wilde Küsten: Am westlichen Ende Europas

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Irlands wilde Küsten  

Am westlichen Ende Europas

13.05.2014, 10:39 Uhr | Heidrun Braun, srt

Irlands wilde Küsten: Am westlichen Ende Europas. Die Cliffs of Moher: Schilder sollen Besucher davor warnen, zu nah an den Abgrund zu gehen. Denn Wind und Wetter nagen noch immer an den Felsen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Cliffs of Moher: Schilder sollen Besucher davor warnen, zu nah an den Abgrund zu gehen. Denn Wind und Wetter nagen noch immer an den Felsen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Am westlichen Ende Europas lockt die ursprüngliche Landschaft aus Felsen und Weiden im County Clare Wanderer und Abenteuerlustige. Denn an den Cliffs of Moher geht es tief in den Abgrund und an den Steilklippen nagt noch immer der Zahn der Zeit. Sehen Sie Irland auch in unserer Foto-Show.

Reichlich belustigt schaut John Connolly auf seine warm eingemummelten Gäste aus Deutschland, während er im T-Shirt und leichter Wanderhose zur Begrüßung vor seinem Haus in Oughtmana steht: "Leute, wir haben Frühling in Irland. Die Sonne scheint. Ihr braucht keinen Schal und die dicken Jacken auch nicht."

250 Quadratkilometer Nationalpark

So spricht ein waschechter Ire bei gefühlten 10 Grad. Auch der Hinweis auf die herannahende schwarze Regenwolke lässt ihn gelassen bleiben. "Es wird jetzt nicht regnen", ist er sich sicher. Mit einem Iren über das Wetter zu streiten, ist wohl aussichtslos. Es ist kein Gesprächsthema, denn Sonne, Wind und Regen kommen und gehen in viel kürzeren Abständen, als wir es aus unseren Breiten gewohnt sind.

John ist in dieser einmaligen Landschaft im Nordwesten der Grafschaft Clare aufgewachsen. Entlang der Atlantikküste erstreckt sich auf rund 250 Quadratkilometern der Burren-Nationalpark, eine gigantische Kalksteinlandschaft, baumlos, aber mit einer reichen Pflanzenwelt von Kuckucksknabenkraut bis Orchidee. Nach seinem Studium der Regionalwissenschaften zog es ihn in diese Landschaft zurück, deren wenige und kargen Landwirtschaftsflächen von exakt gezogenen niedrigen Steinmauern in viele Rechtecke aufgeteilt ist. "Das müsst ihr euch von oben ansehen", sagt er und öffnet das Holztor zur Schafweide.

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Das keltische Erbe spüren

Schon bald gewinnen auf dem Weg zum Aussichtspunkt die Steine Überhand. Haselnusssträucher, Stechpalmen, Schlüsselblumen und Enzian nutzen jede Spalte zwischen dem Gestein, um üppig zu sprießen. Unterwegs werden nun doch die Schals gelockert, denn der Sonnenschein hält wider Erwarten an und John triumphiert. Die Aussicht von oben ist fantastisch. Am Horizont blinkt der rund 18 Kilometer entfernte Atlantik und davor erstrecken sich die Karstlandschaft und das Weidelandmosaik.

"Slánte" prostet John allen mit dem Kaffeebecher zu, um von dem Platzregen vor der Tür abzulenken, und es hört sich an wie "slorntsche". Die irische oder gaeilige Sprache wird in diesem Landstrich häufiger gesprochen als im Rest des Landes. Drei Jahrhunderte britischer Herrschaft haben bewirkt, dass fast nur englisch gesprochen wird, auch wenn die irische Sprache in den Schulen wieder auf dem Lehrplan steht und die Straßenschilder zweisprachig beschriftet sind. "Unser keltisches Erbe zu wahren, ist gar nicht so einfach, aber wir arbeiten daran", sagt John.

Spazieren am Abgrund

Zu seinem Wanderprogramm gehören auch die Cliffs von Moher südlich der Galway-Bucht. Die muss man gesehen haben, auch wenn die vielen Busse auf dem Parkplatz nach all der schönen Einsamkeit in der Karstlandschaft des Burren etwas abschreckend wirkt. Das Besucherzentrum liegt versteckt unter einem Grashügel und erinnert sofort an Mittelerde. Und tatsächlich heißt es, die wilde Burrenlandschaft, insbesondere die Höhle Pol na Gollum, soll J.R.R. Tolkien zu seinem Roman der "Herr der Ringe" inspiriert haben. Sicher ist, Tolkien war hier.

Im Besucherzentrum kann man sich eine interaktive Ausstellung über die Cliffs von Moher, die zu den Unesco-Geoparks gehören, anschauen, bevor man am Ausgang direkt auf den Weg zur Steilküste geleitet wird. Die senkrecht ins Meer abfallenden Felsen sind so beeindruckend, dass es schon egal ist, wie viele Menschen hier unterwegs sind. An der Steilküste angekommen zerstreut sich die Menge sowieso. Die einen zieht es nach links auf den Weg nach Hag's Head, die anderen nach rechts zu O'Brien's Tower. Nördlich des Turms sind die Felsen über 200 Meter hoch.

Gefährliche Steilklippen

Außerhalb des Besuchergeländes warnen Schilder eindringlich davor, nicht zu nah an den Felsrand zu gehen, denn Meeresbrandung und Wind haben ihr Werk noch lange nicht vollendet. Eine Warnung, die nicht jeden beeindruckt. Wagemutige, oder besser Leichtsinnige, wollen unbedingt von der äußersten Felskante aus in die weit unten aufschäumende Gischt blicken.

Über zehn Kilometer erstrecken sich die Steilklippen von Liscannor bis nach Fisherstreet, einem Ortsteil von Doolin. Umso weiter man auf dem schmalen Graspfad in Richtung Doolin geht, umso stiller und steiler wird es. Einzelne Brandungspfeiler im Meer zeigen an, welche Mengen an Fels aus Sandstein und Schiefer das Meer schon verschluckt hat. Die aus dem Meer ragenden Felsnasen sind im Frühling und Sommer von Meeresvögeln dicht besiedelt. 29 Arten wurden gezählt. Neben Dreizehenmöwen und Trottellummen sind die schwarz-weißen Papageientaucher mit ihren orangenen Füßen die Stars der Vogelwelt am Kliff. Schal und eine warme Jacke sind nun wieder sehr nützlich, denn trotz Sonnenschein bleibt es frisch am westlichen Ende Europas. John Connolly allerdings würde da widersprechen.

Weitere Informationen:

Klima: Das gemäßigte Hochseeklima beschert Irland milde Winter und kühle Sommer. Im Frühling scheint die Sonne am längsten. Die Temperaturen liegen bei 10 bis 12 Grad.
Kleidung: Das irische Wetter ist immer für eine Überraschung gut. Blauer Himmel heißt nicht, dass es nicht regnen wird. Deshalb empfiehlt sich das Zwiebelprinzip und eine Regenjacke sollte immer dabei sein.
Rundreise: Achttägige ärztlich begleitete Rundreise mit Thomas Cook mit sieben Übernachtungen in Mittelklasse- und Vier-Sterne-Hotels, inklusive Halbpension, Linienflug mit Lufthansa, Eintrittsgelder sowie deutschsprachiger Tour Vital-Reiseleitung ab 1049 Euro pro Person.

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