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Das idyllische Soča-Tal in Slowenien hat eine blutige Vergangenheit

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Einst tobten hier heftige Schlachten  

Dieses idyllische Tal hat eine blutige Vergangenheit

31.05.2016, 16:09 Uhr | Brigitte von Imhof

Das idyllische Soča-Tal in Slowenien hat eine blutige Vergangenheit. Das Soča-Tal in Slowenien. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das Soča-Tal in Slowenien. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das idyllische Soča-Tal war vor hundert Jahren Schauplatz der blutigsten Schlachten des Ersten Weltkriegs. Auf dem "Weg des Friedens" können Besucher dieses beklemmende Stück Geschichte nachvollziehen. Schauen Sie sich das Soča-Tal auch in unserer Foto-Show an.

Ein Natur-Ensemble wie aus dem Bilderbuch: Üppig blühende Wälder, der smaragdgrüne Wildfluss Soča, respekteinflößende Schluchten, Wasserfälle und schroffe Klippen - das  Soča-Tal gehört zu den bezauberndsten Landschaften Sloweniens. Majestätisch, voller Anmut, Unschuld und Frieden. Doch das war nicht immer so.

Die blutige Vergangenheit des Soča-Tals

Als Ernest Hemingway in dieser Gegend war, konnte von Frieden keine Rede sein. Der Erste Weltkrieg wütete, und das Soča-Tal war Teil der berüchtigten Soča-Front (auch bekannt als Isonzo-Front, nach dem italienischen Namen des Flusses). Zwischen 1915 und 1917 war das Tal Schauplatz blutiger Schlachten zwischen dem italienischen und dem österreich-ungarischen Heer. Am 23. Mai 1915 hatte Italien Österreich-Ungarn den Krieg erklärt.

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Als Hemingway mit 18 Jahren als Kriegsberichterstatter an die Soča-Front kam, war die Region entlang der 90 Kilometer langen Frontlinie zerstört. Das Tal war übersät mit den tiefen Wunden aus zwölf Schlachten, bei denen weit über eine Million Soldaten ihr Leben lassen mussten. Seine Erlebnisse ließ Hemingway in seinen historischen Roman "In einem anderen Land" einfließen. 300.000 Talbewohner wurden nach Österreich-Ungarn evakuiert, um den Feuergefechten zu entgehen. Oder sie wurden schlichtweg aus ihren Häuser gejagt, weil die Soldaten Unterkünfte brauchten.

Der "Weg des Friedens" erzählt die Geschichte

Besonders eindrucksvoll lässt sich dieses Stück Weltkriegsgeschichte auf dem "Weg des Friedens" nachvollziehen, der 2007 eingerichtet wurde. Er beginnt im Ort Log pod Mangartom beim Eingang in den Bergwerkstollen (Štoln) und endet am Freilichtmuseum Mengore bei Most na Soči. Auf 230 Kilometern sind die wichtigsten Überreste und Gedenktafeln der Isonzo-Front im oberen Soča-Tal vereint - ein leises Gedenken an die zahlreichen Opfer des Ersten Weltkriegs, eingebunden in die Naturschönheit des oberen Soča-Tals.

Man kommt an Beobachtungsposten, Laufgräben, Kanonenstellungen und unheimlichen Kavernen vorbei. Unter Gras und Moos verbergen sich Grabsteine; meist schlichte, namenlose Felsbrocken mit einem Kreuz. Im April 1998 erschütterte ein starkes Erdbeben die Gemeinde Kobarid und ließ viele zerstörte Häuser zurück, darunter auch das Gebäude, das heute als Informationszentrum der Stiftung "Wege des Friedens im Soča-Tal" dient.

Der Weg zwischen Alpen und Adria ist in fünf unterschiedlich lange Etappen aufgeteilt. Die Strecke ist für Wanderer und Radfahrer gleichermaßen geeignet.

Das Soča-Tal kann von der Quelle - einer der schönsten im Alpenraum - bis zur Mündung in die Adria eine Reihe bedeutender Naturdenkmäler aufweisen. Die Mlinarica ist eine respekteinflößende, bis zu 80 Meter tiefe enge Schlucht, die die Soča ausgemeißelt hat. Der Boka-Wasserfall bei Bovec ist mit 144 Metern der höchste Wasserfall Sloweniens. Dramatisch geht es weiter in die Tolminka-Schlucht, 200 Meter lang und nur fünf bis zehn Meter breit. Über der Tolminka, die beim Ort Tolmin auf die Soča trifft, spannt sich die 60 Meter lange Teufelsbrücke (Hudicev most), unter der sich der Eingang zur Dante-Grotte befindet.

Ein Fluss, der es in sich hat

Die temperamentvolle Soča mit ihren nicht minder wilden Nebenflüssen lockt aber nicht nur Besucher auf den Spuren der Geschichte an, sondern auch Sportler auf der Suche nach dem besonderen Kick. Kletterer stehen vor anspruchsvollen Aufgaben. Auch Kajak- und Kanufahrern wird viel Mut und Geschick abverlangt. Beim Rafting geht es in Begleitung eines Guides über die Stromschnellen. Auch wer sich beim Canyoning über Felsklippen wagt und zu kühnen Sprüngen in die natürlichen Becken ansetzt, sollte seinen inneren Schweinehund zuhause lassen. Etwas gelassener kann man es beim Fliegenfischen angehen. Die Soča ist ein Dorado für Petrijünger, sobald ab April die Schonzeit für die begehrte Soča -Forelle vorüber ist.

Angesichts der idyllischen, heiteren Atmosphäre des Soča-Tals, die jeden Besucher in ihren Bann zieht, ist das schreckliche Kriegsszenario von vor hundert Jahren nur schwer vorstellbar. Dennoch möchte Slowenien dieses traurige Kapitel seiner Geschichte nicht unter den Teppich kehren, sondern will anlässlich des Jahrestages der kriegerischen Auseinandersetzungen an die Geschehnisse erinnern.

Weitere Informationen

  • Slowenisches Fremdenverkehrsamt, Maximilianspl. 12 A, 80333 München, Deutschland, Tel. 089/ 29 16 12 02, www.slovenia.info

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