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Albanien: Ex-Armeebasis wird zur Touristenattraktion

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Albanische Insel  

Ex-Armeebasis wird zur Touristenattraktion

19.05.2015, 09:43 Uhr | Llazar Semini, AP

Albanien: Ex-Armeebasis wird zur Touristenattraktion. Der Militärstützpunkt auf der albanischen Insel Sazan soll bald Touristen anlocken. (Quelle: AP/dpa/Hektor Pustina)

Der Militärstützpunkt auf der albanischen Insel Sazan soll bald Touristen anlocken. (Quelle: Hektor Pustina/AP/dpa)

Noch bewohnen gerade einmal zwei Seeleute den früheren Militärstützpunkt auf der Insel Sazan in Albanien. Doch bald soll der Trubel dort losgehen: Die Regierung will die Ex-Armeebasis zur Attraktion ausbauen und so vor allem westliche Touristen locken. Sehen Sie Sazan auch in unserer Foto-Show.

Zwar wird die unbewohnte Insel immer noch von der albanischen Marine genutzt. Aber dort sind nur zwei Seeleute stationiert, die Patrouillenschiffen einen sicheren Hafen für die Nacht anbieten. Nun sollen Landschaft und geschichtsträchtige Gebäude Besucher anlocken.

"Das ist eine mysteriöse Insel, Teil des Mysteriums des alten kommunistischen Albaniens", erklärt Celine Damery von der französischen Behörde für Küstenschutz. Die vielen Gräben, Bunker und Tunnel zeigen noch heute, wie viel Geld die damalige Regierung ausgab, um vor einer befürchteten westlichen Invasion sicher zu sein. Nun ist ein Zustrom aus dem Westen erwünscht: Touristen sollen die Befestigungsanlagen ansehen, aber auch die unberührten Strände, hohe Berge und Spuren der Geschichte, die bis zum alten Griechenland zurückreicht.

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Albaniens Tourismus noch am Anfang

Derzeit trägt der Tourismus nur 4,8 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt Albaniens bei. Die meisten Besucher sind entweder albanische Migranten, die heute in Griechenland und Italien leben, oder Albaner aus dem benachbarten Kosovo, aus Mazedonien oder Montenegro.

Punkten soll Sazan nicht nur mit seiner Militärgeschichte, sondern auch mit seiner Tier- und Pflanzenwelt und einem milden Klima mit Temperaturen zwischen zehn und 25 Grad. Etwa die Hälfte der Küste ist nur vom Wasser aus zugänglich, aber die Behörden hoffen, dass Touristen kommen, um Vögel zu beobachten oder zu tauchen. Die Artenvielfalt der Insel, ihre Landschaft und ihr kulturelles Erbe seien ungewöhnlich für die Mittelmeerregion, erklärt Damery.

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Reptilien bewachen Bunkereingänge

Bei einem Spaziergang über die Insel sind viele der rund 3600 Ein-Mann-Bunker zwischen den wilden Feigenbäumen in den Hügeln noch gut zu sehen. Die Eingänge sind bis heute bewacht - von Eidechsen und Schlangen. Weiter im Inland verfallen Ruinen, in denen immer noch alte Betten, Küchenutensilien, Bänke und Stühle zu finden sind. Mehr als 3000 Soldaten lebten einst auf der Insel, mit genügend Nahrungsmitteln, Treibstoff und Munition für sechs Monate.

Sazan "war Albaniens Flugzeugträger ins Meer, eine Verteidigungsanlage für (die nahegelegene Ortschaft) Vlora und die Halbinsel Karaburu, der Schlüssel zur Kontrolle der Straße von Otranto", sagt Ibrahim Gaxholi, der von 1975 bis 1992 Kommandeur des Stützpunktes war.

Gebäude verfallen zunehmend

Inzwischen sind die Dächer einiger Gebäude eingestürzt. Die meisten Schäden entstanden in den vergangenen 25 Jahren, seit Albanien demokratisch wurde. Die heute leeren Munitionsdepots und Treibstofflager wurden 1997 geplündert. Damals kam es zu Unruhen, nachdem mehrere Geldanlagenfonds, die in Wahrheit Schneeballsysteme waren, zusammengebrochen waren. Zuletzt wurden ein Kino und eine ehemalige Kommandozentrale zerstört, die während eines gemeinsamen Manövers mit den Briten als Übungsziele dienten.

Italienische Truppen waren in den 1930er Jahren auf der Insel stationiert. Davon zeugen noch heute an einigen Stellen italienische Fliesen. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist eine kleine Villa, in der noch immer die Ausrüstung zum Überwachen der Bewegung amerikanischer und italienischer Schiffe steht. Das geschah in den 50er und 60er Jahren, als Albanien enge Beziehungen zur Sowjetunion unterhielt. Versteckt zwischen Kiefern liegt die Villa des kommunistischen Verteidigungsministers Beqir Balluku, der von Diktator Enver Hoxha als Verräter hingerichtet wurde.

Noch gibt es keinen Strom und kein Wasser

Bevor Sanza aber zum Touristenziel werden kann, muss erst noch die Versorgung mit Strom und Wasser hergestellt werden. Viele Ideen für die Zukunft der Insel hat Auron Tare von der albanischen Behörde für Küstenschutz. So könnten Besucher in den Tunneln an heißen Tagen Abkühlung finden, oder die Tunnel könnten als Weinkeller dienen. Vielleicht könne man sogar ein Forschungszentrum einrichten, das der Geschichte der Insel nachgehe, erklärt er. Ein Gedanke wurde aber bereits verworfen: Angebote von Investoren aus Las Vegas, Sazan in ein Kasino zu verwandeln.

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