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Deutsche Baumkronenwege: Nervenkitzel über den Wipfeln

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Bayerischer Wald  

Baumwipfelpfade: Nervenkitzel über den Wipfeln

06.04.2010, 08:50 Uhr | srt/Rudi Stallein/M. Roman

Deutsche Baumkronenwege: Nervenkitzel über den Wipfeln. Der 44 Meter hohe Baumturm ist der Höhepunkt des Wipfelpfads im Bayerischen Wald (Foto: dpa)

Der 44 Meter hohe Baumturm ist der Höhepunkt des Wipfelpfads im Bayerischen Wald (Foto: dpa)

Abenteurer und Naturfreunde, die den ganz besonderen Kick beim Wandern suchen, müssen nicht tausende Kilometer weit fliegen, um sich in 40 Metern Höhe durch den berühmten "Canopy Walkway" zu hangeln. Das atemberaubende Wander- und Walderlebnis aus der Vogelperspektive liegt direkt vor der Haustüre - zum Beispiel im Bayerischen Wald. Dort befindet sich ein Baumkronenweg der Superlative: Mit 1,3 Kilometern soll er der längste Pfad seiner Art weltweit sein und übertrumpft sein Vorbild im Amazonas um 800 Meter Länge. Lust aufs Wandern über deutschen Wäldern macht unsere Foto-Serie.

Baumwipfelpfad im Nationalpark Bayerischer Wald

In Höhen von acht bis 25 Metern erleben die Besucher im Bayerischen Wald die Natur hautnah. Der Höhepunkt des Pfads ist allerdings der einzigartige Baumturm. Der Pfad windet sich über 500 Meter im Inneren der 44 Meter hohen, eiförmigen Konstruktion, die sich über drei bis zu 38 Meter hohe Tannen und Buchen erhebt. Am Ende wartet auf die Besucher von einer Aussichtsplattform der Blick über den Bayerischen Wald, an klaren Tagen bis zum nördlichen Alpenhauptkamm. Der Eintritt auf die Attraktion in Neuschönau kostet für Erwachsene acht Euro.

Waldwipfelweg St. Englmar: Mit Kinderwagen in die Baumkronen

Der neue Pfad droht, einem ganz in der Nähe gelegenen Konkurrenten zumindest von den Ausmaßen her den Rang abzulaufen: Im Feriendorf St. Englmar im Bayerischen Wald ist so ein Waldwipfelweg der etwas anderen Art entstanden. Zwar geht es bei dem neuen Steig im Ortsteil Maibrunn insgesamt bis zu 30 Meter über dem Erdboden. Doch dank sanfter Steigungen von höchstens vier Prozent und einem von insgesamt 36 Pfeilern getragenen, über zwei Meter breiten Steg kann der lärchenholzbespannte Weg auch von buggyschiebenden Familien und sogar von Rollstuhlfahrern benutzt werden - Treppen gibt es auf der ganzen Strecke nicht. Dafür prächtige Ausblicke auf den Bayerwald, das Donautal und die Gäubodenlandschaft des Landkreises Straubing-Bogen. Insgesamt 350 Meter lang ist der Wald-Wipfel-Weg und gleichzeitig Höhepunkt eines rund zwei Kilometer langen Naturerlebnispfads mit 25 Mitmachstationen, vom Waldkauz bis zur Pilzerkennung. Rund 1,2 Millionen Euro hat Betreiber Manfred Six, in den luftigen Pfad bei St. Englmar investiert. "Bisher war die Resonanz fantastisch", so Nebenerwerbs-Landwirt Six.

Baumkronenpfad Hainich: Lehrreicher Nervenkitzel

Beim Wandern durch die Baumkronen tauchen die Besucher in einen der vielfältigsten Lebensräume der Erde ein. Aus nächster Nähe sehen sie Vögel wie Buchfinken, Waldlaubsänger, Buntspechte und Baumfalken, können Fledermäuse und Baummarder beobachten. Vielleicht erhaschen sie auch einen Blick auf eine scheue Wildkatze. Das gilt für alle Waldwipfelpfade, besonders aber für den im Nationalpark Hainich am Westrand des Thüringer Beckens. Dort verbindet ein Baumkronenpfad Nervenkitzel mit lehrreichem Naturerlebnis. In Höhen bis zu 44 Metern können die Besucher durch die Kronen der Urwaldriesen wandeln. Hinauf zum Wipfelweg geht es durch einen Baumturm mit Baumhaus. Der gut gesicherte Steg führt in luftiger Höhe rund 300 Meter durch einen sonst nicht zugänglichen Teil des Nationalparks. Der Pfad wurde 2005 eröffnet.

Baumwipfelpfad Fischbach: "Schon gewipfelt?"

Erfolgreiches Vorbild ist der Baumwipfelpfad in Fischbach bei Dahn. "Schon gewipfelt?" lautet die kecke Aufforderung auf der Homepage des ersten Wanderwegs dieser Art in Deutschland. "Die Idee dahinter war einfach die Überlegung, wie wir in der Region eine neue touristische Attraktion finden könnten", erklärt Volker Matheis vom Biosphärenhaus Pfälzerwald. Seit fünf Jahren gibt es nun im Dahner Felsenland nahe der französischen Grenze neben Burgenromantik und Kletterspaß auch einen erlebnisreichen Zickzackkurs zwischen den Baumkronen. Und das Konzept ist aufgegangen. "Vorher hatten wir im Jahr rund 40.000 Besucher. Mit dem Baumwipfelpfad haben wir die Zahl fast verdreifacht", sagt Matheis. In 18 Metern Höhe schlängelt sich der Weg durchs Geäst, bis hinauf zur Aussichtsplattform in 35 Metern Höhe. Von oben bietet sich ein phantastischer Blick auf den Pfälzerwald. Für den Rückweg haben die Wanderer übrigens zwei Möglichkeiten: bequem über eine Rampe oder rasant über eine 40 Meter lange Röhrenrutsche. Für Nervenkitzel unterwegs sorgen übrigens eine schwankende Hängebrücke und eine Tellerbrücke, die jedoch von weniger trittsicheren Zeitgenossen umgangen werden kann.

Baumkronenweg Waldkirch: Aussichtsplattform und Rutschbahn

Nervenkitzel bietet auch der Baumkronenweg im Schwarzwaldstädtchen Waldkirch. Dort führt seit Kurzem ein 200 Meter langer Weg in 23 Metern Höhe im Zickzack durch die Baumwipfel eines lichten Waldstücks. Zu der neuen Holz-Stahlkonstruktion mit vier Aussichtsplattformen gehören zwei weitere Attraktionen - ein 1200 Meter langer Sinnesweg, der zum Fühlen, Hören, Tasten und Riechen einlädt sowie die nach Veranstalterangaben längste Highspeed-Röhrenrutschbahn Europas.

Weitere Informationen:

Baumwipfelpfad, Böhmstraße 37, 94556 Neuschönau, Tel. 08558/974074, Internet: www.baumwipfelpfad.by

Baumkronenpfad: Nationalpark Hainich, Bei der Marktkirche 9, 99947 Langensalza, Tel. 03603/390728, Internet: www.nationalpark-hainich.de

Baumwipfelpfad Pfälzerwald: Biosphärenhaus Pfälzerwald / Nordvogesen, Am Königsbruch 1, 66996 Fischbach bei Dahn, Tel. 06393/92100, Fax 021019, Internet: www.baumwipfelpfad.de

Baumkronenweg Waldkirch: Erwin-Sick-Straße, 79183 Waldkirch, Tel. 07823/961279, E-Mail:info@baumkronenweg-waldkirch.de; Internet: www.baumkronenweg-waldkirch.de

WaldWipfelWeg St. Englmar: Familie Six, Maibrunn 2, 94379 Sankt Englmar, Tel. 09965/80087, E-Mail: info@waldwipfelweg.de, Internet: www.waldwipfelweg.de

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