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BA verliert Vorrecht auf US-Flüge in Heathrow

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Neues Luftfahrtabkommen Open Sky  

BA verliert Vorrecht auf US-Flüge in Heathrow

31.03.2008, 13:11 Uhr | dpa, AFP

Das Open-Sky-Abkommen erlaubt Airlines von jedem beliebigen Ort in Europa aus Flüge in die USA anzubieten. (Foto: dpa)Das Open-Sky-Abkommen erlaubt Airlines von jedem beliebigen Ort in Europa aus Flüge in die USA anzubieten. (Foto: dpa) Seit vergangenem Sonntag gilt das Open-Sky-Abkommen, das den europäischen Fluggesellschaften erstmals seit 60 Jahren erlaubt, von jedem beliebigen Ort in Europa aus Flüge in die USA anzubieten. Der "Luftkampf" auf den Nordatlantikrouten ist damit eröffnet: Mit ihrem ersten Direktflug von London nach Los Angeles geht Air France-KLM am 31. März nach jahrelanger Vorbereitung in die Offensive. Der weltgrößte Luftfahrtkonzern attackiert den Konkurrenten British Airways (BA) in dessen eigener Hochburg. Eine Schmach für British Airways: Die Airline ist seit Tagen mit dem zwar neuen, aber nicht funktionstüchtigen Luxus-Terminal T5 am Londoner Flughafen Heathrow in den Schlagzeilen.
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Starke Konkurrenz, günstigere Preise?

Die britische Antwort auf das Flugangebot von Air France dürfte schnell folgen. Und zwar mit einem BA-Flugangebot von Paris oder Brüssel in die USA. "Die verschärfte Konkurrenz dürfte zu einer Senkung der Tarife führen", prognostiziert EU- Verkehrskommissar Jacques Barrot. Das Angebot dürfte breiter und der Servicewettbewerb schärfer werden. Bis 2012 soll der Verkehr über dem Nordatlantik um die Hälfte auf 75 Millionen Passagiere zunehmen. Vom größten Drehkreuz London Heathrow dürfte der offene Wettbewerb auf Paris und Frankfurt/Main überspringen. Die Deutsche Lufthansa und andere Anbieter zögern aber noch, den Fehdehandschuh aufzunehmen: Sie wollen angesichts der Wirtschaftskrise in den USA und steigender Treibstoffpreise den angekündigten Preiskrieg möglichst lange hinausschieben.


British Airways verliert Vorrecht

Der offene Wettbewerb ist für die Briten am gefährlichsten. Seit 1977 hatten BA und Virgin als einzige Europäer das Recht, neben American Airlines und United von London aus die USA anzufliegen. Dieses Vorrecht verliert British Airways nun. Doch BA ist stärker von den Nordatlantikrouten abhängig als die beiden Großen vom Kontinent: BA transportiert jährlich sieben Millionen Passagiere auf diesen Routen. Bei Air France sind es 6,4 Millionen und bei der Lufthansa 6,3 Millionen. Dabei transportiert Air France insgesamt mit 74 Millionen Fluggästen doppelt so viel Passagiere im Jahr wie die Briten und immerhin zehn Millionen mehr als die Lufthansa.


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Skyteam-Partner erweitern Flugangebot gen USA

Die Franzosen organisieren ihre Londoner Attacke gemeinsam mit dem Skyteam-Partner Delta. Eine Boeing 777-200 fliegt künftig täglich unter der Flagge von Air France nach Los Angeles. Dazu kommen zwei Flüge nach New York und einer nach Atlanta im Codesharing mit Delta Air Lines. Als Bollwerk gegen eine Gegenattacke der Briten oder der Lufthansa bauen AF und Delta zudem ihre gemeinsamen Amerikarouten aus Frankreich aus. Zusätzliche Flüge gibt es demnächst von Paris nach Salt Lake City sowie von Lyon und Paris nach New York.


Luftfahrtbündnisse machen Druck

Die Deutschen setzen im Wettbewerb über dem Nordatlantik auch auf ihre US-Partner in der "Star Alliance", United und US Airways. AF hat neben Delta die US-Partner Northwest und Continental im Sky Team. Und British Airways kann im Bündnis "One World" auf American Airlines zählen. Doch in die Bündnisse ist Bewegung geraten, seit die angeschlagenen US-Unternehmen sich in Fusionen flüchten. Wenn Delta und Northwest fusionieren, könnte Air France sich als großer Bruder beteiligen. Dann kämen British Airways und die Lufthansa noch mehr unter Zugzwang. Bis Mitte 2009 wollen die EU-Kommission und die US- Regierung diese Bündnisse gemeinsam unter die Lupe nehmen, um zu klären, wie das Open-Sky-Abkommen den Wettbewerb beeinflusst. Konzernchef Wolfgang Mayrhuber zögert noch mit dem Sprung nach London oder Mailand als Basis für Atlantikflüge. "Wir werden uns profitabel dort hinsetzen, wo wir Wachstumschancen sehen", sagt er sibyllinisch.


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Flugzahl soll um acht Prozent steigen

Bereits bis Ende Juni soll die Zahl der Flüge über den Atlantik durch "Open Sky" um acht Prozent steigen. Die wichtigste Drehscheibe London Heathrow kämpft dabei um ihre Führungsrolle. Der Flughafen, über den ein Drittel des Nordatlantikverkehrs abgewickelt wird, erhöht seine Kapazität für Amerikaflüge um ein Fünftel. Das von technischen Pannen geplagte neue "Chaos-Terminal" T5 spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Mit modernen Flughäfen aufrüsten

Franzosen und Briten rüsten für die "Atlantikschlacht" auch mit der Modernisierung ihrer Flughäfen. Seit diesem Sonntag kann Air France in Paris auf das 650 Meter lange Terminal 2E setzen. Das 2003 erstmals eröffnete Gebäude musste nach einem Teileinsturz für 130 Millionen Euro erneuert werden. Bis 2012 wird das Terminal zudem durch einen "Satelliten" für sieben Millionen Passagiere im Jahr erweitert. London eröffnete Donnerstag das 400 Meter lange Terminal T5. Doch auch der mehr als fünf Milliarden Euro teure Bau ist von Pech und Pannen geplagt. Mehr als 200 Flüge fielen bereits aus oder gingen ohne Gepäck ab, weil Computer und Gepäcksortierung versagten. BA ist mit den Sorgen aber nicht allein: Fortan will auch Air France das T5 nutzen.

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