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Flugreisen - USA: Chaos im Luftverkehr

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Chaos im US-Luftverkehr  

Tausende Flüge fallen aus

11.04.2008, 11:44 Uhr | dpa-tmn, AFP, dpa

Tausende Flüge fallen aus, viele Fluggäste sind frustriert (Foto: dpa)Tausende Flüge fallen aus, viele Fluggäste sind frustriert (Foto: dpa) In den USA herrscht Chaos im Luftverkehr, das sich auch am Freitag fortsetzt: Die Fluglinie American Airlines kündigte wegen technischer Sicherheitskontrollen an ihrer Flotte an, dass am Freitag weitere rund 570 Flüge gestrichen würden. Laut Anweisung der Nationalen Flugaufsichtsbehörde FAA müssen die Kabelstränge in den Fahrwerksschächten aller Boeing-Maschinen des Typs McDonnell Douglas MD-80 überprüft werden. Insgesamt fielen damit allein beim größten US-Luftfahrtunternehmen mehr als 2400 Flüge aus. Zehntausende Fluggäste strandeten landesweit vor den Check-In-Schaltern der Gesellschaft.

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Mehrere US-Gesellschaften betroffen

Bereits am Donnerstag musste American Airlines fast 900 Flüge streichen. Auch andere US-Fluggesellschaften sagte Flüge ab, darunter United, Southwest, Midwest und Delta Airlines sowie eine Regionalgesellschaft. Hintergrund des Chaos ist die Anordnung einer Masseninspektion durch die FAA, die den Gesellschaften zum Teil gravierende Nachlässigkeiten bei den Sicherheitschecks der Kabelstränge in den Fahrwerksschächten der MD-80-Maschinen vorwirft.

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Schlampereien bei Southwest Airlines

Es gibt jedoch auch schwerwiegende Vorwürfe gegen die FAA selbst. Der Ex-Pilot und Ex-FAA-Inspektor Douglas Peters beklagte vor einem Kongressausschuss den "Missbrauch von Autorität und substanzielle Gefahren für die öffentliche Sicherheit" bei der FAA. Schlampereien im Fall der Fluggesellschaft Southwest Airlines sollen von ranghohen Behördenvertretern gebilligt worden seien. Mehrere Southwest-Maschinen seien in der Vergangenheit trotz Kabelbrüchen eingesetzt worden. Als schließlich der Kongress den Hinweisen auf die Nachlässigkeiten nachging, reagierte die FAA. Southwest wurde zu einer Strafe in Höhe von 10,2 Millionen Dollar (6,4 Millionen Euro) und Inspektionen dutzender Maschinen verurteilt.

American-Airlines-Chef nimmt Verantwortung auf sich

Auch American Airlines muss nun ihre insgesamt 300 MD-80-Maschinen blitzwarten. Bis der Flugverkehr sich wieder normalisiere, werde es noch mehrere Tage dauern, kündigte die Gesellschaft an. Vor Journalisten nahm American-Airlines-Chef Gerard Arpey die Schuld auf sich: "Es ist mein Fehler, ich trage die volle Verantwortung." American Airlines tue alles, um die Unannehmlichkeiten für die Fluggäste so gering wie möglich zu halten. Es ist bereits das zweite Mal binnen weniger Wochen, dass die Gesellschaft ihre MD-80-Maschinen aufgrund von Sicherheitsvorschriften nicht einsetzen kann. Flugzeuge vom Typ McDonnell Douglas MD-80 können rund 140 Passagiere befördern.

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"Weinen hilft auch nicht weiter"

Zehntausende Fluggäste erlebten einen Alptraum vor den Check-In-Schaltern. "Der Mitarbeiter am Schalter hatte die Nerven, mir zu sagen: 'Weinen hilft auch nicht weiter'", empörte sich eine aufgelöste Kundin von American Airlines, die mit ihrer acht Monate alten Tochter am Flughafen von Dallas im Bundesstaat Texas festsaß, nachdem ihr Anschlussflug gestrichen worden war.

Schadensersatz möglich

Stranden Reisende aus Deutschland in den USA, weil ihr Anschlussflug gestrichen wurde, haben sie Anspruch auf Schadensersatz. Wurde das Ticket in Deutschland gekauft, bestehe eine Vertragsbeziehung nach deutschem Recht, sagte Paul Degott, Anwalt für Reiserecht in Hannover, dem dpa-Themendienst. Der Kunde habe ein Recht darauf, dass er pünktlich und sicher befördert wird. Sitzen deutsche Reisende in den USA fest, weil ihr Anschluss gestrichen wurde, sollten sie am Schalter der Fluggesellschaft auf eine Weiterbeförderung bestehen, riet Degott. Wird ihnen ein Ersatzflug angeboten, könnten sie diesen nehmen, sie sollten aber vor Zeugen erklären, dass sie Schadensersatz fordern werden. "Das muss beweisbar sein", so der Reiserechtsexperte.

Bei Annullierungen greift ein abgestuftes Leistungssystem

Nach EU-Recht (Verordnung (EG) 261/2004) greift laut Degott bei Annullierungen ein abgestuftes Leistungssystem. Das gelte für Fluggesellschaften in der EU und für Flüge, die in EU-Länder führen. Nach der sogenannten Rundflugbetrachtung fallen aber auch Flüge in die USA darunter, für die ein Rückflug gebucht wurde. Fallen einzelne Flugstrecken aus, greife die EU-Norm. Betroffene Kunden hätten Anspruch auf pauschalisierten Schadensersatz, der - je nach Streckenlänge - 250, 400 oder 600 Euro beträgt, so Degott. Diese Betrachtungsweise werde allerdings gerade vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg überprüft.

Nach Rückkehr an den deutschen Sitz der Fluggesellschaft wenden

Fluggäste aus Deutschland sollten sich nach der Rückkehr in die Bundesrepublik an den deutschen Sitz der Fluggesellschaft wenden. Die Adresse lässt sich laut Degott über das Luftfahrt-Bundesamt ermitteln. Die Forderungen werden dann an diese Adresse geschickt. "Lassen Sie sich nicht darauf ein, direkt mit den USA zu kommunizieren." Der Brief könne auf Deutsch formuliert werden. Geht die Airline nicht auf die Forderungen ein, bestehe die Möglichkeit, in Deutschland zu klagen oder sich an die Schlichtungsstelle Mobilität zu wenden.

Weitere Informationen
Internet: www.schlichtungsstelle-mobilitaet.org; www.lba.de

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