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EU-Kommission lässt Nackt-Scanner zu

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Flugsicherheit  

EU-Kommission lässt Nackt-Scanner zu

22.10.2008, 11:43 Uhr

Body-Scan in Amsterdam: Links die Kabine des Scanners, rechts ein Ergebnisbild (Fotos: dpa, Montage: t-online.de)Body-Scan-Testgerät in Amsterdam: Links die Kabine des Scanners, rechts ein Ergebnisbild (Fotos: dpa, Montage: t-online.de)

Die EU-Kommission will an Flughäfen den Einsatz von Ganzkörper-Scannern zulassen, die ein virtuelles Nacktbild des Passagiers erzeugen. Man habe beschlossen, die umstrittenen Geräte auf die Liste der an Flughäfen erlaubten Sicherheitsvorkehrungen zu setzen, verlautete es aus Kommissionskreisen in Brüssel. Aus dem EU-Parlament kam scharfer Protest gegen eine europaweite Zulassung der Scanner, die unter anderem in Amsterdam, Zürich und an einigen US-Flughäfen bereits im Test-Einsatz sind.

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Gesundheitliche Bedenken bei Vielfliegern

"Im Falle der sogenannten Nacktscanner muss dringend geprüft werden, ob der Sicherheitsgewinn einen solch schweren Eingriff in die Privatsphäre wirklich rechtfertigt", erklärte der SPD-Europaabgeordnete Wolfgang Kreissl-Dörfler. "Die Körper- oder Nacktscanner erstellen mit Hilfe elektromagnetischer Strahlen ein 3-D-Bild, auf dem der Fluggast ohne Kleidung erscheint, inklusive der Genitalien." Zudem seien gesundheitliche Schäden für Vielflieger nicht auszuschließen.


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Abgeordnete: "Angriff auf persönliche Würde"

Die Grünen-Europaabgeordnete Eva Lichtenberger erklärte, die Scanner seien ein Angriff auf die persönliche Würde jedes einzelnen Passagiers. "Die entwürdigenden Kommentare jener, die sich diese Bilder betrachten werden, kann ich mir leider schon jetzt gut vorstellen", warnte Lichtenberger. Paolo Costa, Abgeordneter und Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und Fremdenverkehr, forderte in einem Brief an die Kommission, vor einem Einsatz der Scanner unter anderem folgende Fragen zu klären: "Werden der Ort des Scans und der der Bildschirme mit den Ergebnissen voneinander getrennt sein? Wie werden Bilddaten gespeichert und wann werden sie zerstört werden?" Kritik übten die Abgeordneten auch daran, dass die EU-Kommission die Zulassung der Ganzkörper-Scanner als rein technische Angelegenheit behandele und sie ohne Zustimmung des Parlaments durchsetzen wolle.

Virtuelles 3-D-Bild ohne Kleidung

Und so funktionieren die Geräte: Passagiere gehen in eine Kabine, wo der Scanner elektromagnetische Wellen auf der Haut reflektiert. Auf diese Weise wird ein virtuelles 3-D-Bild des "nackten" Passagiers erzeugt. So sollen am Körper versteckte, auch nichtmetallische Gegenstände effektiver gefunden werden. In der EU-Kommission wurde darauf verwiesen, dass man den Flughäfen den Einsatz der Ganzkörper-Scanner keineswegs vorschreiben wolle. Man wolle den einzelnen EU-Staaten aber die Möglichkeit dafür offenhalten.

Passagiere um Privatsphäre besorgt

Einer der Scanner ist testweise am Flughafen Heathrow bereits eingesetzt worden, allerdings war die Untersuchung freiwillig. Laut einer Flughafensprecherin wurde der Test aber eingestellt. Viele Passagiere seien um ihre Privatsphäre besorgt, aufgrund der sehr plastischen Schwarz-Weiß-Bilder, die der Scanner erzeugen kann. Selbst die Umrisse der Genitalien sollen deutlich erkennbar sein. Gareth Crossmann, Vorsitzender der Bürgerrechtsorganisation "Liberty", sagte: "Ich glaube, den Leuten ist nicht bewusst, zu was diese Scanner in der Lage sind und wie erniedrigend es ist, seinen Körper dermaßen zu entblößen. Es war richtig, dass der Einsatz in Heathrow eingestellt wurde. Der Scanner sollte in Großbritannien nicht eingesetzt werden - höchstens als Ersatz für reguläre Leibesvisitationen."

Scanner bereits im Test-Einsatz

Unterdessen sind ähnliche Scanner an weiteren Flughäfen bereits im Test-Einsatz, unter anderem in Amsterdam-Schiphol und an Flughäfen in Los Angeles und New York. Bislang können Passagiere noch zwischen den neuen Scannern oder dem klassischen "Abtasten" wählen. Nach offiziellen Angaben würden außerdem die Gesichter verzerrt dargestellt und Bilder umgehend gelöscht - sowohl in den USA als auch in Amsterdam. Sicherheitsbeamte könnten die Bilder weder ausdrucken, speichern oder übertragen, sagte Lara Uselding, Sprecherin der amerikanischen Flugsicherheitsbehörde.

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