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EU-Billigflieger-Verordnung: Airlines halten sich nicht an Richtlinien

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Flugreisen  

Billigflieger halten sich nicht an EU-Regeln

05.11.2008, 15:07 Uhr

Preise von Fluganbietern müssen alle Gebühren enthalten (Symbolbild: Imago)Preise von Fluganbietern müssen alle Gebühren enthalten (Symbolbild: Imago) Mit der EU-Verordnung, die am 1. November 2008 in Kraft trat, sollte ein für allemal Schluss sein mit unseriösen Lockangeboten und unübersichtlichen Zusatzkosten. In Stichproben haben www.fliegen-sparen.de und t-online.de getestet, ob sich die wichtigsten deutschen Billigflieger an die neue Verordnung halten. Ergebnis: Mehr als die Hälfte der getesteten Anbieter setzen die neue Verordnung nicht richtig um.

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Airlines wenig vorbildlich bei den Zusatzkosten

Die gute Nachricht zuerst: Fast alle Billigflieger geben die Flugpreise nun schon von Anfang an inklusive Steuern und Flughafengebühren an - wie von der EU-Kommission gefordert. Bei den Zusatzkosten sind die meisten Billigflieger wenig vorbildlich. Die EU-Verordnung sieht vor, dass "ohne ausdrückliches Einverständnis der Kunden keine optionalen Zusatzgebühren in Rechnung gestellt werden" dürfen. In der Praxis heißt das: Leistungen wie eine Reiserücktrittsversicherung oder Sitzreservierung müssen vom Kunden aktiv gewählt werden und dürfen beim Buchen nicht bereits voreingestellt sein. Sechs der zehn untersuchten Airline-Websites befolgten diese Vorgabe nicht.

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Air Berlin: Service Charge erst spät sichtbar

Air Berlin erfüllt die Kriterien zum größten Teil, allerdings wird die Service Charge von 10 Euro erst nach der allgemeinen Preisübersicht aufgeschlagen. Die Service-Charge ist also zunächst nicht ersichtlich, aber zumindest wird schon am Anfang des Bestellvorgangs darauf hingewiesen. Sprecherin Claudia Löffler erklärte, man werde diesen Bereich so schnell wie möglich im Sinne des Kunden optimieren. Eine Reiseversicherung ist nicht markiert.

Easyjet: Reiserücktrittversicherung und Gepäck als Standard

Easyjet hat den Reiseschutz bereits für den Passagier automatisch ausgewählt, obwohl dies erst eine Zustimmung des Kunden vorausgesetzt hätte. Auch Gepäck kostet extra bei Easyjet. Das ist an und für sich nicht verwerflich, aber bei der Buchung ist ein Gepäckstück standardmäßig ausgewählt. Wer mit Handgepäck fliegt, muss die Option abwählen.

Bei Ryanair Buchung weiter unübersichtlich

Ganz unübersichtlich bleibt es beim irischen Billigflieger: kostenpflichtige Zusatzoptionen wie das Priority Boarding sind ebenso automatisch ausgewählt wie der 12 Euro teure Reiseschutz. Beide Optionen muss der Kunde zum Teil recht umständlich entfernen. Am Ende ist der Endpreis inklusive eines Gepäckstückes gut 30 Euro teurer als in der ersten Übersicht. Darüber hinaus wird beim Entfernen der Reiseversicherung ein Fenster geöffnet, das noch mal für den Abschluss der Versicherung wirbt. Sprecherin Anja Seugling sagte, man sei dabei, die Website so schnell wie möglich anzupassen.

Reiserücktrittversicherung Standard bei SkyEurope und Condor

SkyEurope arbeitet ebenso mit der nervigen Funktion der voreingestellten Reiserücktrittsversicherung. Bei dieser Fluggesellschaft können zwar die Servicegebühren durch einen Zusatzklick sofort aufgeschlüsselt werden, dafür ist aber auch die Reiseversicherung automatisch ausgewählt. Die Zahlungsgebühr und der Preis für ein Gepäckstück pro Flug werden darüber hinaus automatisch auf den Flugpreis aufgeschlagen. Will der Passagier kein Gepäck aufgeben, muss er dies erst in der Anzeige verändern. Die Reiserücktrittsversicherung wird dem Kunden auch bei Condor Standard vorgeschlagen, die Aufschlüsselung der Gebühren dagegen entspricht den Richtlinien.

Tuifly: Kompromisslösung bei Reiserücktrittsversicherung

Tuifly geht bei der Reiserücktrittsversicherung einen etwas anderen Weg als die anderen Billigflieger: Die Gebühr ist zwar standardmäßig ausgewählt, doch der Kunde muss vor Fortsetzung der Buchung explizit noch einmal zuzustimmen. Er wird auch darauf hingewiesen, dass er die Versicherung abwählen kann. Tuifly-Sprecher Herbert Euler sagte, dieses "Opt-Out"-Verfahren sei juristisch abgeklärt. In der Verordnung der EU-Kommission heißt es allerdings, dass die Zustimmung der Kunden nach dem "Opt-In"-Prinzip erfolgen muss. Ein Kunde muss also eine solche Verordnung zu- und nicht abwählen.

Kleinere Billigflieger vorbildlich

Wizzair, Flybe, Germanwings und Norwegian sind nahezu vorbildlich. Die Gebühren können hier meist durch einen zusätzlichen Klick detailliert eingesehen werden, weitere kostenpflichtige Optionen, wie eine Reiseversicherung, sind nicht automatisch ausgewählt.

Schlupflöcher gibt es trotzdem

Allerdings können Fluggesellschaften wohl auch künftig mit einem fettgedruckten Niedrigpreis werben und die Zusatzkosten durch kleineren Druck zu verschleiern versuchen. Die Richtlinie enthält zur Präsentation der einzelnen Preisbestandteile nämlich keine eindeutigen Vorgaben. Es heißt darin lediglich: "Die in jeder Form - einschließlich im Internet - veröffentlichten Flugpreise, die direkt oder indirekt an die Reisenden gerichtet sind, beinhalten alle zur Zeit der Veröffentlichung bekannten anwendbaren Steuern, obligatorischen Gebühren, Aufschläge und Entgelte."

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