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Passagiere verzichten oft auf Entschädigung

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Wenn der Flug ausfällt  

Passagiere verzichten oft auf Entschädigung

19.11.2008, 14:14 Uhr | M. Roman

Bei annullierten Flügen haben Fluggäste Anspruch auf bis 600 Euro Entschädigung pro Person (Foto: dpa)Bei annullierten Flügen haben Fluggäste Anspruch auf bis 600 Euro Entschädigung pro Person (Foto: dpa) Wenn Passagiere am Boden bleiben müssen, weil ihr Flieger ausfällt, ist es mit der Urlaubslaune meist schlagartig vorbei. Fluggäste stehen in solchen Fällen nicht ohne Rechte da - um sie durchzusetzen, müssen sie allerdings richtig reklamieren. Weil viele das falsch oder gar nicht tun, verzichten allein deutsche Passagiere jährlich auf eine Gesamtsumme von etwa 100 Millionen Euro, schätzt die Gesellschaft EUclaim. Das Unternehmen setzt Passagieransprüche bei Annullierungen gegen eine Erfolgsbeteiligung durch.

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Unternehmen setzt Ansprüche von Passagieren durch

Auch wenn ein Flugausfall bestätigt wird, muss die Fluglinie nicht immer zahlen. Es gibt Schlupflöcher, die die Airlines immer wieder zu nutzen versuchen: "Die Standard-Ausreden sind der technische Defekt und schlechtes Wetter", sagt Paul Degott, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Reiserecht in Wiesbaden. Solchen Ausreden will die niederländische Gesellschaft EUclaim B.V. seit Mitte November auch in Deutschland nachgehen - und damit Geld verdienen. Nach Angaben des Sprechers Philipp Weber-Diefenbach speichert die Firma auf 42 Servern weltweite Flug- und Wetterdaten. Beschwert sich ein Passagier über das Unternehmen, prüft EUclaim zunächst die Erfolgschancen der Beschwerde und vergleicht die Angaben der Airline mit den gespeicherten Daten. Sollte sich dann beispielsweise herausstellen, dass trotz angeblichem Nebel am Flughafen alle anderen Flugzeuge dort starten und landen konnten, konfrontiert das Euclaim die Airline. Nach eigenen Angaben habe man in Großbritannien und den Niederlanden, wo das Unternehmen seit etwa 15 Monaten länger tätig ist, bereits 8000 Beschwerden privater Passagiere an verschiedene Airlines gerichtet. Die Erfolgsquote liege bei 73 Prozent, Tendenz steigend, sagt Weber-Diefenbach. Ist eine Beschwerde erfolgreich, verlangt das Unternehmen 27 Prozent der Entschädigungszahlung als Provision, bei einem Misserfolg entstehen dem Passagier keine Kosten.

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Kostenlose Alternative: Schlichtungsstelle Mobilität

Wer nicht bereit ist, jemanden an der Entschädigung zu beteiligen, kann sich entweder selbst an die Airline wenden oder die Schlichtungsstelle Mobilität beim Verkehrsclub Deutschland e.V. in Berlin einschalten. Die Stelle vermittelt unter anderem zwischen Fluggästen und Airlines, bevor es zum Rechtsstreit kommt. Laut der juristischen Leiterin Birgit Zandke-Schaffhäuser habe man seit Dezember 2004 etwa 6400 Beschwerden entgegen genommen, in 1200 Fällen einen unverbindlichen Schlichtungsvorschlag unterbreitet. Leider arbeiten jedoch nicht alle Airlines mit der Schlichtungsstelle zusammen - so zum Beispiel die Lufthansa, Ryanair und Air Berlin. Auch für eine Beweiserhebung sei die Schlichtungsstelle nicht zuständig, erklärt Zandke-Schaffhäuser. Vorteile gegenüber dem privaten Unternehmen EUclaim sieht sie jedoch neben der Kostenfreiheit auch darin, dass die Schlichtungsfälle nicht nur bei Flugausfällen vermittelt. So springt die Stelle auch beispielsweise bei verlorenem Gepäck ein.

Richtig Reklamieren: Bis 600 Euro Entschädigung bei Flugausfall

Fällt ein Flug aus, haben Reisende Anspruch auf eine Entschädigung von ihrer Airline. Ihre Höhe ist in der EU-Verordnung 261/2004 geregelt und hängt von der Flugstrecke ab: 250 Euro pro Person gibt es auf Strecken bis 1500 Kilometer, 400 Euro bei Flügen bis 3500 Kilometer und 600 Euro auf noch längeren Strecken. Die Regeln gelten für Passagiere, die in der EU abfliegen und für Flüge in die EU, wenn die Airline dort ansässig ist. Eine Entschädigung gibt es nur bei einem Flugausfall, nicht bei Verspätungen. "Derzeit ist strittig, wann es sich um eine Verspätung und wann um einen Flugausfall handelt", erklärt Anke Lobmeyer von der Schlichtungsstelle Mobilität. Der Bundesgerichtshof hat einen Streit über diese Frage an den Europäischen Gerichtshof verwiesen (Az.: X ZR 95/06), dessen Entscheidung darüber noch aussteht. Daher müssen Betroffene als erstes Belege dafür sammeln, dass ihr Flug annulliert wurde. Als Nachweise eignen sich etwa neue Bordkarten, eine geänderte Flugnummer oder ein zweiter Gepäckbeleg, wenn Fluggäste erneut einchecken müssen. Falls möglich, sollte man sich außerdem schriftlich den Grund für den Flugausfall bestätigen lassen.

Nicht auf eigene Faust anderen Flug nehmen

Fällt der Flieger aus, haben Fluggäste Anspruch auf eine anderweitige Beförderung zum "frühestmöglichen" Zeitpunkt. Wie lange sie darauf warten müssen, ist aber nicht genau festgelegt, sagt Beate Wagner von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. In solchen Fällen kann "der Schuss nach hinten losgehen", wenn Urlauber einfach auf eigene Faust einen anderen Flieger nehmen, ohne sich am Schalter anzustellen und sich umbuchen zu lassen - dann bleiben sie mitunter auf den Kosten sitzen. Außerdem können Passagiere hinterher zu hören bekommen, sie hätten ja mit einer Ersatzmaschine der Airline fliegen können und dieses Angebot ausgeschlagen.

Ab fünf Stunden Verspätung darf man vom Flug zurücktreten

Wem nach stundenlangem Warten die Urlaubslaune endgültig vergangen ist, kann die Flugreise auch einfach abblasen. Passagiere dürfen bei einer Annullierung oder nach fünf Stunden Verspätung vom Flug zurücktreten und ihr Geld zurückfordern. Das gilt aber nur für Individualreisende. Pauschalurlauber dagegen können wegen des Ärgers am Flughafen nicht gleich die ganze Reise stornieren und sich den Preis dafür erstatten lassen, erklärt Verbraucherschützerin Wagner. Einen Rücktritt sollten Fluggäste sich außerdem immer am Schalter schriftlich bestätigen lassen. Bei einem stornierten Inlandsflug sollten Fluggäste sich daher nicht gleich in den nächsten Zug setzen, sondern vorher am Schalter reklamieren.

Weitere Informationen:

EUclaim: EUclaim B.V., Arnhemsestraat 47, 6971 AP Brummen, Niederlande. Auf der Website www.euclaim.de können Passagiere direkt ihre Flugnummer und ihre Beschwerde eingeben. EUclaim nimmt nur Erfolg versprechende Beschwerden an, im Falle einer Entschädigungszahlung muss der Passagier dem Unternehmen 27 Prozent der Entschädigung abtreten.

Schlichtungsstelle Mobilität: Schlichtungsstelle Mobilität c/o Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), Postfach 61 02 49, 10923 Berlin, Telefon: 030/469970-0 (Montag bis Freitag 9 bis 14 Uhr). Auf www.schlichtungsstelle-mobilitaet.org finden sich neben Beschwerdeformularen weitere Informationen zu den Passagierrechten. Außerdem kann die Schlichtungsstelle auch bei Problemen bei Schiffs-, Bahn- oder Busreisen eingeschaltet werden.

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