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Ryanair wegen Extragebühren für Dicke in der Kritik

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Extragebühren für Dicke  

Kritik an Ryanairs "Fat Tax"

25.04.2009, 12:13 Uhr | M. Roman

Extra-Gebühren für dicke Passagiere? (Symbolbild Archiv)Extra-Gebühren für dicke Passagiere? (Symbolbild Archiv)

Mit der Ankündigung einer möglichen sogenannten "Fat Tax", einer Zusatzgebühr für Übergewichtige, sorgt der irische Billigflieger Ryanair für Aufregung. Auch wenn noch nicht einmal klar ist, wie eine solche Gebühr in der Praxis umgesetzt werden soll und ob sie überhaupt zeitnah kommt, erntet die reißerische Ankündigung Kritik von Verbraucherschützern. Dabei handelt es sich für Betroffene um ein ernstes Problem - und Airlines in den USA zeigen, wie man dieses gefühlvoller angehen kann. Meistens, zumindest.


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Ryanairs "Fat Tax" nur PR-Gag?

Bislang verkauft Ryanair die mögliche Extragebühr für übergewichtige Passagiere als Kundenwunsch, ermittelt in einer eigenen Umfrage mit 100.000 Kunden. In einer weiteren Umfrage sollen die Kunden entscheiden, wie die Gebühren erhoben werden. Auf Nachfrage von t-online.de räumt Ryanair-Sprecherin Anja Seugling ein, dass es aktuell keine konkreten Pläne gebe, eine solche Gebühr umzusetzen. Man gehe allerdings davon aus, dass "innerhalb der nächsten drei Jahre europäische Airlines in diesem Punkt mit amerikanischen gleichziehen werde". Zu diesen könnte dann auch Ryanair zählen. Bei mehreren amerikanischen Airlines müssen besonders übergewichtige Personen einen zweiten Sitzplatz buchen. Sollte die Gebühr kommen, müsste für die Betroffenen natürlich eine zusätzliche Leistung herausspringen - wie der zusätzliche Platz bei den US-Airlines. Damit stimmt auch Seugling überein, aber man könne noch nicht sagen, "wie ein solches Extra definiert werde". Auch über die Umsetzung in der Praxis existierten laut Seugling bislang zwar Ideen, aber nichts Spruchreifes. Man sei sich auch bewusst, dass man Passagiere nicht diskriminieren dürfe.

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Ankündigung der "Fat Tax" "völlig daneben"

Die Art, wie Ryanair die "Fat Tax" ankündigt, stößt Eva Klaar von der Verbraucherzentrale Berlin sauer auf. "Richtig begeistert bin ich davon nicht und hoffe, dass es erstmal ein PR-Gag bleibt", sagte sie gegenüber t-online.de. Insbesondere die Aussage von Ryanair-Sprecher McNamara, man wolle die "großen" Gäste zum abnehmen anspornen, findet Klaar "völlig daneben", weil sich das Unternehmen hier als Wohltäter geriert. Auch die Umsetzung in der Praxis oder wie die Festlegung erfolgen soll, ist für Klaar nicht nachzuvollziehen. Dass allerdings generell eine Diskussion über übergewichtige Passagiere in Gang käme, sei "nicht grundsätzlich verkehrt". Schließlich sei extremes Übergewicht eine "körperliche Besonderheit, die in vielen Lebenssituationen besondere Lösungen verlange". Ihr seien auch Fälle bekannt, in denen Betroffene von sich aus mehrere Plätze buchten - für den eigenen Komfort und um Mitreisende nicht zu belästigen. Im Falle Ryanair sei es aber nicht nur wichtig was, sondern auch wie man kommuniziert.

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USA: "Customers of Size" und "Customers requiring extra seating"

Bei mehreren amerikanischen Fluglinien sind die Extrakosten für adipöse Passagiere längst fester Bestandteil. Dass man dort mit der Thematik anders umgeht, zeigt schon die Sprachregelung. Die Worte "Fat tax" würde hier niemand in den Mund nehmen, statt dessen verwenden die Airlines blumige und politisch korrekte Umschreibungen: Southwest Airlines hat eine spezielle Richtlinie für "Customers of Size" (etwa: Kunden von gewisser Größe), bei Continental Airlines spricht man von "Customers Requiring Extra Seating" (Kunden, die zusätzlichen Sitzplatz benötigen). Southwest-Sprecher Chris Mainz bestätigte gegenüber t-online.de, dass es sich um ein delikates Thema handele. Die "Customers of Size"-Richtlinie der Airline sei aber bereits seit 25 Jahren in Kraft und man habe bislang gute Erfahrungen damit gemacht. Southwest fordert stark übergewichtige Passagiere auf, im Vorfeld einen zweiten Sitzplatz zu buchen, was laut Mainz auch die meisten täten. Wenn das Flugzeug nicht ausgebucht ist, bekommt der Fluggast im Nachhinein sogar die Gebühr für den zweiten Platz erstattet. Dies geschehe laut Mainz in mehr als 90 Prozent der Fälle.

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Welche Maßstäbe gelten?

Als Maßstab, ab wann ein Gast einen zweiten Platz buchen muss, gelten bei Southwest die Flugzeugsitze: Wer die Armlehne nicht mehr herunterklappen kann, muss einen zweiten Platz buchen. Passagiere, die sich nicht sicher sind, könnten vor dem Start mit dem Personal an Bord des Flugzeugs und probesitzen, was laut Mainz aber nur sehr selten vorkäme. Um sicherzustellen, dass ein vermeintlicher "Customer of Size" ein zweites Ticket besitzt, sei das Southwest-Personal entsprechend geschult. Die Mitarbeiter sollen den vermeintlich zu voluminösen Kunden erkennen und beim ersten Kontakt am Flughafen diskret und sensibel auf die Richtlinie hinweisen. Das könne je nachdem laut Mainz am Check-In, am Ticketschalter, beim Kundenberater oder bei der Bordkartenkontrolle passieren. Offensichtlich haben jedoch bei den Sensibilitäts-Schulungen nicht alle Southwest-Mitarbeiter genau zugehört: Im September 2007 wurde der Fall eines adipösen Vielfliegers bekannt, dem die "Customer of Size"-Richtlinie zum Verhängnis wurde. Der Geschäftsmann beklagte in der Sendung "11 News", er sei vom Anfang einer Schlange von mehr als hundert Passagieren zur Seite genommen worden und habe sich anhören müssen, dass er zu dick sei. Er sei den Tränen nahe gewesen. Die Airline reagierte nicht auf die Vorwürfe.

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