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Ryanair: Viel Lärm um wenig Service

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Sparmaßnahmen der Airlines  

Ryanair: Viel Lärm um wenig Service

31.01.2010, 09:00 Uhr | Financial Times Deutschland, A.Berger/J.Lachmann

Zusatzkosten für Dicke, Gebühr für Toilettenbenutzung im Flieger oder schmale Barhocker anstatt normaler Sitze: Manch ein Branchenbeobachter belächelt solche Ankündigungen von Ryanair-Chef Michael O'Leary als PR-Gags, die letztendlich nicht umgesetzt wurden, der Fluglinie aber eine Menge Aufmerksamkeit einbrachten. Allerdings: Ryanair mutet seinen Passagieren auch so einiges zu: So dürfen sie seit Mitte Mai nur noch online einchecken. Wer dies nicht tut, zahlt am Flughafen 40 Euro - fürs Ausdrucken des Tickets. Manchmal übertreibt es Ryanair mit der Sparsamkeit - so am vergangenen Samstag, als am Londoner Flughafen Stansted ein Chaos entstand und mehr als 700 Passagiere ihren Flug verpassten. Ursache waren laut Flughafen Probleme beim Check-in und der Gepäckaufgabe von Ryanair. Die irische Fluggesellschaft habe für ihre insgesamt 255 Flüge am Samstag nur elf Schalter geöffnet. Deutlich zu wenig. Keine Filme, keine Musik. Schon seit Jahren ist es zu empfehlen, bei Ryanair mit leichtem Gepäck zu reisen. Denn für jeden am Flughafen aufgegebenen Koffer verlangt die Fluglinie 20 Euro. Wird das Gepäckstück online aufgegeben, fallen 10 Euro an. Nur Handgepäck bis zu 10 Kilo ist kostenlos - jedes Kilo extra kostet bis zu 15 Euro. Zudem ist die Bestuhlung im Flugzeug recht eng. Es gibt bis zu 189 Passagiere an Bord - und dementsprechend wenig Platz für Taschen. Essen gibt es ohnehin nur gegen Geld im Flieger. Und das einzige Unterhaltungsprogramm hoch über den Wolken ist der Blick aus dem Fenster oder das Gespräch mit dem Sitznachbarn. Manchmal wird Ryanair aber auch von Verbraucherschützern gebremst. Mitte Juni urteilte etwa das Berliner Kammergericht, die Bezahlung eines Flugtickets im Internet müsse ohne Gebühren für die Kartenzahlung möglich sein. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte dagegen geklagt, dass pro Gast und Strecke 4 Euro Kreditkartengebühr und für andere Zahlungskarten 1,50 Euro Gebühr verlangt werden. Kritisiert wurde Ryanair - wie auch viele Konkurrenten - wiederholt für Tricksereien bei Ticketpreisen. Gegen undurchsichtige Gebühren zieht die EU seit Jahren zu Felde - mit ersten Erfolgen. Der Gebührendschungel bei vielen Fluggesellschaften ist lichter geworden. Trotz aller Kritik: Mit ihrer Strategie, Fliegen ohne Schnickschnack anzubieten, gelten die Iren bisher als klarer Gewinner in der Luftfahrtkrise. Ryanair erwartet allein im laufenden Jahr einen Anstieg der Passagierzahlen um 15 Prozent auf 67 Millionen. Insgesamt fliegen wegen der schwachen weltweiten Wirtschaft deutlich weniger Menschen als in den vergangenen Jahren. Parallel verlieren die etablierten Fluggesellschaften viele Buchungen an Billigfluglinien. Peter Morris, Branchenexperte der Beratung Ascend, fasste es jüngst wie folgt zusammen: "Die Billigflieger verhalten sich derzeit wie die Hyänen, die warten, wo die besten Stücke für sie abfallen."

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