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Vulkanausbruch Island: Mindestens 100.000 Passagiere hängen fest

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Vulkanausbruch Island: Mindestens 100.000 Passagiere hängen fest  

Airlines holen zehntausende Passagiere zurück

19.04.2010, 15:35 Uhr | dpa, dapd, AFP

Vulkanausbruch Island: Mindestens 100.000 Passagiere hängen fest. Passagiere im Flughafen (Symbolbild t-online.de)

Passagiere im Flughafen (Symbolbild t-online.de)

Von den Sperrungen im Luftverkehr sind nach Schätzung der Reiseveranstalter etwa 100.000 deutsche Pauschaltouristen im Ausland betroffen. Diese Zahl sei dem Außenministerium am Wochenende genannt worden, sagte ein Sprecher in Berlin. Sie sei allerdings "mit Vorsicht zu genießen". Doch welche Alternativen haben die Touristen, um wieder nach Hause zu kommen?

Lufthansa startet am Abend von Frankfurt und München

Fünf Tage nach dem Vulkanausbruch in Island haben Reiseveranstalter und Fluggesellschaften am Montag große Rückholaktionen für deutsche Urlauber aus verschiedenen Teilen der Welt gestartet. Air Berlin nimmt den Flugbetrieb eingeschränkt wieder auf. Nachdem die Deutsche Flugsicherung (DFS) und das Luftfahrtbundesamt (LBA) grünes Licht für Passagierflüge im kontrollierten Sichtflugverfahren gegeben haben, sei um 15:23 Uhr sei der erste Rückholflug aus Palma de Mallorca in München gelandet. Ferner seien Flüge nach Berlin-Tegel, Paderborn, Köln, Nürnberg und Hannover geplant. Für Montag sind den Angaben nach noch 13 weitere Flüge geplant. Sofern die Wetterlage sich nicht ändere, werde dieses Verfahren auch auf den morgigen Flugplan angewendet, so Air Berlin. Die Lufthansa (Aktienkurs Lufthansa) bringt nach eigenen Angaben 15.000 Passagiere und 50 Interkontinentalmaschinen nach Deutschland zurück. Die Flugzeuge sollten am Montagnachmittag starten und würden am Dienstag in Deutschland erwartet, sagte ein Unternehmenssprecher der Nachrichtenagentur DAPD in Frankfurt am Main. Dafür gebe es Sondergenehmigungen des Luftfahrt-Bundesamtes. Innerhalb Deutschlands müssen die Flugzeuge im Sichtflugverfahren unterhalb von 3000 Metern Höhe fliegen. Es würden die Flughäfen Frankfurt, München und Düsseldorf angeflogen, sagte der Sprecher. Damit seien die 50 Interkontinentalmaschinen der Lufthansa im Ausland wieder in Deutschland. Es handelt sich um Maschinen der Typen Boeing 747, Airbus A340 und Airbus 330, die in Amerika, Afrika und Asien seit vergangener Woche festsitzen. Der Ferienflieger Condor hat seine Rückholaktion für 2500 gestrandete Passagiere geändert. Neun der zehn Maschinen werden nach Ankündigung eines Sprechers am Montag nicht wie geplant in Österreich, sondern nun doch in Deutschland landen. Das Unternehmen habe die entsprechende Genehmigung zum Sichtflug des Luftfahrtbundesamtes erhalten und werde zudem den Flugbetrieb aus Deutschland wieder aufnehmen. Eine Maschine sei bereits in Linz gelandet. Insgesamt warten etwa 20 000 Condor-Kunden auf einen Rückflug nach Deutschland. Darunter seien 8000 auf den Kanaren, 4000 auf Mallorca und 2000 in der Karibik.

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Kurzfristige Lockerung der Flugverbote genutzt

"Rund 100.000 Gäste konnten bisher noch nicht aus dem Urlaub zurückkehren", teilte der TUI-Konzern am Montag mit. Das Wohlergehen der Kunden sei vorrangig. TUI stehe allen, deren Rückreise sich verzögert habe, mit jeglicher Unterstützung zur Seite. Allein von den Kanarischen Inseln sollten am Montag rund 1.300 Gäste des Reisekonzerns ausgeflogen werden. "Nach jetzigem Stand werden die Maschinen in Rom landen. Von dort geht es mit Bussen weiter nach Deutschland", hieß es. Sollte kurzfristig ein günstiger gelegener Zielflughafen öffnen, würden die Maschinen dorthin umgeleitet. Nach 20 Stunden Fahrt sind am Montagmorgen zudem die ersten sieben von einem Dutzend Bussen mit Gästen aus Mallorca am Hauptbahnhof in Frankfurter am Main eingetroffen, die zuvor nach Barcelona geflogen waren. TUI hatte eigenen Angaben zufolge zudem die kurzfristige Lockerung der Flugverbote in Deutschland genutzt und am Sonntag 165 Gäste aus Gran Canaria nach Hannover ausgeflogen. Eine weitere Maschine sei aus Antalya mit 180 Gästen sicher in Berlin-Schönefeld gelandet. Auch das Münchener Reiseunternehmen FTI bringt derzeit seine Kunden mit Bussen zurück nach Deutschland. An den Urlaubsorten kümmerten sich die örtliche Reiseleiter um die Touristen. Die Fluggesellschaft Finnair hat ihren in Finnland gestrandeten europäischen Passagieren eine alternative Transportmöglichkeit angeboten. Betroffene Fluggäste konnten auf einen Ersatzverkehr mit Schiff und Bus von Helsinki nach Berlin ausweichen.

Sitzfleisch bei der Bahn

Die Flugverbote und Tausende festsitzende Passagiere in ganz Europa lassen ein Verkehrsmittel in den Mittelpunkt rücken: die Eisenbahn. Doch wer von Südeuropa nach Deutschland mit dem Zug fahren will, muss vor allem viel Sitzfleisch mitbringen. Verbindungen, die mit dem Flugzeug leicht in zwei Stunden zurückgelegt werden können, können mit der Bahn zu einer 24-stündigen Odyssee werden.

Mit der Bahn durch Europa

Wer etwa von der spanischen Hauptstadt Madrid nach Berlin fahren will, ist fast einen Tag lang unterwegs. Die lange Reise durch halb Europa könnte etwa mit dem Nachtzug nach Paris gehen. Dort steht ein Bahnhofswechsel an, bevor man mit dem Hochgeschwindigkeitszug Thalys nach Köln kommt und von dort weiter mit dem ICE nach Berlin. Reine Fahrzeit, wenn alles klappt: 23 Stunden und elf Minuten, etwa 20 Stunden mehr als der Direktflug. Etwas besser sieht es aus, wenn man von Italien nach Deutschland will: Von Rom etwa könnte man morgens 08.00 Uhr den Hochgeschwindigkeitszug nach Mailand nehmen und dort in einen Eurocity nach Basel umsteigen. Dort gibt es nachmittags einen ICE-Anschluss, der über Karlsruhe, Frankfurt und Braunschweig Richtung Berlin geht. Die Fahrzeit zwischen den Hauptstädten beträgt so gut 15 Stunden. Ein Direktflug würde gut zwei Stunden brauchen. Dafür kommt man mit dem Zug mitten in der Stadt an.

Bessere Verbindungen in direkte Nachbarländer

Meist gute Verbindungen gibt es von Deutschland in die direkten Nachbarländer: So sind Amsterdam, Brüssel, Paris oder Zürich mit mehreren schnellen Direktverbindungen am Tag erreichbar, in Brüssel besteht Anschluss nach London. Prag und Warschau sind etwa von Berlin etwa fünf bis sechs Bahnstunden entfernt. Verhältnismäßig gut sind auch Deutschland und Dänemark verbunden. Trotz der Fährverbindung kommt man in unter fünf Stunden von Hamburg nach Kopenhagen, wo es Anschluss nach Malmö beziehungsweise Stockholm gibt. Doch wenn man etwa in Stockholm festsitzt und nach München will, verlängert sich die Reise leicht auf 17 Stunden. Mit einer Linienmaschine würde man gut zwei Stunden brauchen.

Neue Möglichkeit: Rückflug über Spanien

Spanien eilt den nordeuropäischen Ländern zu Hilfe: Die spanischen Flughäfen können von anderen Ländern mit Flugverbot als Zwischenstopp genutzt werden. So können Gestrandete aus Übersee und Asien einfacher den Weg zurück in die Heimat antreten, sagte Verkehrsminister Jose Blanco.

Rucksacktouristen in Finanznöten

Die Aschewolke über Europa hat hunderte europäische Rucksacktouristen in Australien in Finanznöte gebracht. Die Gestrandeten, meist junge Leute mit wenig Geld, müssen nach der Verschiebung ihrer Rückflüge sehen, wie sie die zusätzlichen Übernachtungen bezahlen. "Das haut zum Ende meiner Reise besonders rein", beschwerte sich eine 25-jährige Britin. Ein 29-jähriger Landsmann, der eigentlich ab Montag wieder Dienst bei der Royal Navy schieben sollte, erkundigte sich bereits bei seiner Reiseversicherung. Doch die zahlt nicht, da es sich um eine Naturkatastrophe handelt.

Großbritannien schickt die Marine

Großbritannien hat drei Marineschiffe auf den Weg geschickt, um gestrandete Briten nach Hause zu bringen. Die Schiffe sollten im Ärmelkanal und wahrscheinlich in Spanien zum Einsatz kommen, sagte Premierminister Gordon Brown am Montag nach einer Sitzung des Notfall-Komitees in London. Es müsse zudem geprüft werden, ob die Fluggesellschaften finanziell unterstützt werden könnten.

Wer zahlt zusätzliche Nächte im Hotel?

Der Urlaub ist zu Ende, doch wegen der über Europa hinwegziehenden Vulkanasche-Wolke fällt der geplante Rückflug aus: In dieser Situation haben Veranstalter die Möglichkeit, den Reisevertrag wegen höherer Gewalt zu kündigen. "Die Hotelkosten muss der Reisende dann allein tragen", erklärte der Reiserechtler Holger Hopperdietzel aus Wiesbaden. Der Veranstalter bleibe aber in der Pflicht, seine Gäste nach Hause zu bringen. Ein weiterer Wermutstropfen für den gekündigten Pauschalreisenden: "Eventuelle Mehrkosten für die Rückbeförderung werden geteilt." Es gibt allerdings Veranstalter, die die Übernachtungskosten aus Kulanz übernehmen.

Air Berlin fliegt Passagiere nach München zurück

Trotz einer generellen Sperrung des deutschen Luftraums wegen der Aschewolke aus Island fliegt Air Berlin Passagiere aus Palma de Mallorca nach München zurück. Wie die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft am Montag mitteilte, sei die Maschine mit rund 170 Passagieren von der Baleareninsel gestartet. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung handelt es sich dabei um einen kontrollierten Sichtflug, für den eine Ausnahmegenehmigung erteilt worden war. Auch der Ferienflieger Condor fliegt derzeit gestrandete Urlauber aus Mallorca, Kenia und der Karibik zurück, allerdings nach Österreich. Auf dem Flughafen Salzburg sollen am Montag 13 Flugzeuge mit deutschen Urlaubern landen. "Die Maschinen kommen aus Antalya, Palma oder Teneriffa und sollten eigentlich nach München, Nürnberg und Frankfurt fliegen", sagte Flughafensprecherin Susanne Macek auf dpa-Anfrage. Die Passagiere sollten nach der Landung mit dem Bus an ihre Zielorte gebracht werden. Kurzfristig hätten mehrere Fluggesellschaften eine Landung in Salzburg angefragt. Seit 5.00 Uhr am Montag war der Luftraum über Österreich wieder geöffnet. Eigentlich sollten 15 Maschinen in Salzburg landen. Air Berlin hatte jedoch zwei Landungen wieder storniert.

Von Kairo nach Südeuropa

Am Flughafen Kairo versuchten am Montag Hunderte von europäischen Urlaubern und Geschäftsreisenden, umzubuchen, um auf Umwegen doch noch nach Hause zu kommen. Die staatliche ägyptische Fluggesellschaft Egypt Air setzt derzeit nach eigenen Angaben für ihre Flüge nach Madrid, Rom und Athen ihre größten Maschinen ein, um möglichst viele Passagiere nach Südeuropa zu bringen; von dort wollen sie dann mit anderen Verkehrsmittel in andere europäische Staaten gelangen.


Ausnahmevisa für gestrandete Fluggäste

Für gestrandete ausländische Fluggäste bietet die Bundespolizei Ausnahmevisa an, damit sie die deutschen Flughäfen verlassen können. Bis Montagmorgen seien in fast 1600 Fällen solche Visa ausgestellt worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Montag in Berlin. Eigentlich dürfen Fluggäste, die in Deutschland nur umsteigen, den Transitbereich nicht verlassen, wenn sie kein Schengen-Visum besitzen.

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