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Nach dem Chaos: Europas Luftverkehr normalisiert sich

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Nach dem Chaos: Europas Luftverkehr normalisiert sich

22.04.2010, 10:39 Uhr | AFP, dpa-tmn, t-online.de, dapd, dpa

Nach dem Chaos: Europas Luftverkehr normalisiert sich. Der Luftraum ist wieder offen (Foto: dpa)

Der Luftraum ist wieder offen (Foto: dpa)

Nach tagelangen Flugausfällen normalisiert sich die Lage langsam. Trotzdem kommt es weiter zu Flugausfällen und Verzögerungen. Die Airline Qantas erwartet sogar einen "Passagierstau" von einigen Wochen. Reisenden wird empfohlen, sich weiterhin bei ihren Airlines oder Veranstaltern zu informieren, bevor es zum Flughafen geht. Die wichtigsten Adressen der großen Veranstalter finden Sie am Ende des Artikels. Unsere Klick-Show klärt Sie über Ihre Rechte als Passagier auf.

Chaos so gut wie vorbei

Der Flugverkehr in Deutschland läuft nach dem tagelangen Aschechaos wieder weitgehend störungsfrei. Die Deutsche Flugsicherung erwartete für den gesamten Donnerstag an die 8000 Flugbewegungen, was in etwa dem Aufkommen an einem Sonntag entsprechen würde, wie eine Sprecherin sagte. An einem Wochentag werden im Durchschnitt 9.000 bis 10.000 Flüge abgefertigt. Auf den Anzeigetafeln der Drehkreuze wie Frankfurt und München standen am Donnerstag nur noch wenige gestrichene Flüge. "Es ist heute ein ganz normaler Tag", sagte ein Sprecher der Lufthansa. Ähnlich sah die Lage beim Konkurrenten Air Berlin aus: Das Unternehmen will am (morgigen) Freitag wieder zu einem Normalbetrieb zurückkehren. Probleme gab es erneut in Teilen von Norwegen und Schweden, wo neue Asche aus Island auftauchte. In Frankfurt am Main rechnete der Betreiber Fraport noch mit rund 100 Flugausfällen. Es war jedoch auch in den kommenden zwei bis drei Tagen noch einige außerplanmäßige Flüge geben. Viele Gesellschaften böten ihren immer noch festsitzenden Passagieren zusätzliche Rückholverbindungen an, sagte Vorstandschef Stefan Schulte. In München sollten nach Flughafenangaben fast 90 Prozent der geplanten Flüge durchgeführt werden. Der Betrieb laufe wieder weitgehend normal, hieß es.

Norwegen und Schweden erneut betroffen

Auch am Düsseldorfer Flughafen normalisierte sich der Flugbetrieb weiter. Der Betreiberin rechnete am Mittag damit, dass ebenfalls wieder rund 90 Prozent der Fluge durchgeführt werden könnten. Insgesamt seien rund 565 Starts und Landungen geplant. Der ursprüngliche Flugplan hatte 630 Starts und Landungen vorgesehen. Insgesamt fielen durch die Sperrung des Luftraums in Düsseldorf rund 3.200 Flüge aus. Betroffen waren 275.000 Passagiere. Die Leistungen der deutschen Reisebranche würdigte unterdessen Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium: Die Mitarbeiter von Reiseveranstaltern, Reisebüros, Fluggesellschaften, Flughäfen und viele andere Beteiligte hätten «in dieser schwierigen und bislang einmaligen Situation alles Menschenmögliche getan, um die Gäste zu informieren, unterzubringen und nun auch schnellstmöglich zurück nach Deutschland zu bringen. Dafür gebührt ihnen mein ausdrücklicher Dank», sagte Burgbacher. Probleme gab es erneut in Teilen von Norwegen und Schweden, wo neue Asche aus Island auftauchte. Bis auf Stockholm waren in Schweden weite Teile des Landes für Flugzeuge gesperrt. Die Flughäfen Göteborg und Malmö waren nicht erreichbar. Im Nachbarland Norwegen waren Stavanger und Bergen betroffen. Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes wird die Asche in den kommenden Tagen Deutschland wohl nicht erreichen. Der Eyjafjalla stößt nur noch wenige der für Flugzeuge gefährlichen Partikel aus. Außerdem ziehen die Luftmassen am Wochenende nicht mehr von Island Richtung Mitteleuropa.


Wieder Tausende Flieger in der Luft

Auch Deutschlands zweitgrößter Airport in München meldete eine Normalisierung. «Das geht schneller, als wir dachten», sagte ein Sprecher. Am Abend habe es noch lange Schlangen an den Umbuchungsschaltern gegeben, 50 Menschen hätten auf Feldbetten im Flughafen übernachtet. «Auch diese Leute haben aber heute die Chance, bald dahin zu kommen, wo sie hin wollten», sagte der Sprecher. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hatte am Mittwoch flächendeckend den Luftverkehr nach Instrumentenflugregeln (IFR) erlaubt. Zuvor war das Fliegen nur mit Sondergenehmigungen im zeitweisen Sichtflug erlaubt. Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen schätzt, dass seit Beginn der Sperrungen knapp drei Millionen Passagiere nicht abgefertigt wurden. Der Schaden ist enorm: Die Einnahmeausfälle der Airlines insgesamt schätzt der Internationale Flugverband IATA auf knapp 1,3 Milliarden Euro.

Das Asche-Chaos in Zahlen:

- 95.000 Flüge wurden seit vergangenem Donnerstag gestrichen. Betroffen waren nicht nur innereuropäische Verbindungen, sondern auch Flüge mit Ziel Europa auf der ganzen Welt.
- Fast sieben Millionen Passagiere waren einer Studie des britischen Geldhauses Royal Bank of Scotland zufolge weltweit gestrandet. Die Mehrzahl von ihnen stammte aus Ländern der Europäischen Union.
- Auf 313 europäischen Flughäfen herrschte am Sonntag, dem Höhepunkt der Krise, Stillstand. Damit waren 80 Prozent der Airports in Europa dicht.

Ryanair will Kunden nun doch Kosten durch Flugausfälle erstatten

Ryanair will seinen gestrandeten Kunden nun doch die Kosten erstatten, die durch Flugausfälle nach der Sperrung des europäischen Luftraums entstanden sind. Unternehmenssprecher Stephen McNamara sagte am Donnerstag, man habe das EU-Recht zuvor falsch ausgelegt. Die Billigfluglinie hatte zunächst angekündigt, Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung nur bis zur Höhe des gezahlten Ticketpreises zu ersetzen. Doch die EU schreibt vor, Passagieren «angemessene Kosten» zu erstatten. Für jede Beschwerde drohten Ryanair Strafen zwischen 5.000 und 150.000 Euro. Nun sollen dem Sprecher zufolge alle Passagiere entschädigt werden, die ihre Auslagen belegen können und nicht auf andere Transportmittel ausgewichen sind oder eine Rückerstattung des Flugtickets beantragt haben. Dies entspreche den EU-Richtlinien.

Bei Tui herrscht wieder Normalbetrieb

Beim größten deutschen Reiseveranstalter Tui herrscht wieder Normalbetrieb. Rund 30.000 Gäste, die wegen der Sperrung des Luftraums nach dem Vulkanausbruch auf Island ihren Rückflug nicht planmäßig antreten konnten, seien inzwischen wieder nach Deutschland gebracht worden. Derzeit warteten noch weniger als 1000 gestrandete Urlauber auf ihre Rückreise. Allein aus Mallorca seien knapp 6000 TUI-Gäste per Bus und Flugzeug geholt worden. Am frühen Mittwochmorgen starteten erste Tui-Urlauber wieder in die Sonne. Die Gäste könnten wieder auf ihren regulär gebuchten Flügen in die Ferien. Vereinzelt seien allerdings Verspätungen möglich. Außerdem gebe es weiterhin Sonderflüge, die gestrandete Urlauber nach Hause holen.

Wichtige Service-Adressen der Fluggesellschaften und Veranstalter

Airline/Veranstalter

Service-Hotline

Website

Besondere Meldungen / Tools

Lufthansa

0800 - 850 6070 (kostenfrei)

www.lufthansa.com

Informationen und Flugstatus online prüfen

airberlin

00800-573 780 00

www.airberlin.com

Übersicht über ausgefallene Flüge

Condor

01805 - 767 757*

www.condor.com

Sonderseite zu Flugausfällen

Tuifly

0511 - 567 8000 (Sondernummer für Flugausfälle)

www.tuifly.com

Keine, dafür Servicenummer (s. links)

Germanwings

0900 -19 19 100**

www.germanwings.com

Umbuchen und Flugstatus prüfen

British Airways

01805 - 266 522*

www.britishairways.com

Informationen und Flugstatus online prüfen (englisch)

Air France

01805 - 830 830*

www.airfrance.de

Flugstatus online prüfen

KLM

01805 - 254 750* (Online-Reservierungen)

01805 - 214 201* (Telefon-Reservierungen)

www.klm.com

Flugstatus online prüfen (englisch)

Ryanair

www.ryanair.com

Übersicht ausgefallene Flüge und Flugstatus online prüfen (englisch)

TUI (airtours, Magic Life, Robinson, 1-2-FLY und Discount Travel)

0511 - 567 8000

www.tui.com

Neckermann & Thomas Cook Reisen

06171 - 656 5190

www.thomascook.de

Rewe-Pauschaltouristik (ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg)

02203 - 428 75

www.its.de, www.jahn-reisen.de, www.tjaereborg.de

Rewe-Bausteintouristik (Dertour, Meier's Weltreisen, ADAC Reisen)

069 - 958 827 70

www.dertour.de, www.meiers-weltreisen.de, www.adac-reisen.de

FTI

089 - 252 510 00

www.fti.de

Aktuelle Meldungen

Öger Tours

01805 - 351 035*

www.oeger.de

Aktuelle Meldungen

Bucher Last Minute & Air Marin

02132 - 930 80

www.bucher-reisen.de

Olimar

0221 - 20 590 221 (Für Fluggäste)

www.olimar.de

Kosten laut Fluggesellschaft:

* 0,14 Euro/Min. aus dem deutschen Festnetz. Preise aus dem Mobilfunknetz maximal 0,42 Euro/Min.

** 0,99 Euro/Min. aus dem Festnetz der Dt. Telekom. Mobilfunktarife können abweichen

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