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Luftverkehrssteuer: Ryanair streicht Flüge von Hahn

27.10.2010, 11:13 Uhr | AFP, mro, dpa

Luftverkehrssteuer: Ryanair streicht Flüge von Hahn. Ryanair streicht Flüge vom Flughafen Hahn (Foto: imago)

Ryanair streicht Flüge vom Flughafen Hahn (Foto: imago)

Ryanair zieht Konsequenzen aus der geplanten Luftverkehrssteuer: Der irische Billigflieger streicht fast 30 Prozent seiner Flüge vom Flughafen Hahn nahe Frankfurt. Jede Woche wird es nur noch 382 statt wie bisher 532 Flüge vom Deutschland-Drehkreuz der Airline geben, teilte das Unternehmen mit. Die Anzahl der Strecken reduziert Ryanair von 54 auf 45. Die Zahl der Passagiere werde dadurch jährlichen voraussichtlich um eine Million auf 2,9 Millionen sinken, die Entscheidung betrifft 150 Arbeitsplätze bei Ryanair sowie weitere 1000 Jobs bei anderen Unternehmen. Flüge nach Berlin werde es schon von Januar an nicht mehr geben.

Ryanair streicht acht Strecken von Hahn aus

Dass die Strecke von Hahn nach Berlin schon im Winter gestrichen wird, begründete Ryanair-Manager Michael Cawley mit einer doppelten Versteuerung. Die weiteren acht Strecken sollten erst zum Sommer entfallen. Ab dem Sommerflugplan 2011 sollen die Verbindungen nach Agadir, Breslau, Danzig, Göteborg, Klagenfurt, Santiago de Compostela, Sevilla und Prag gestrichen werden. Zudem sollen 15 weitere Städte seltener angeflogen werden.

Ryanair: Nachfrage vom Preis abhängig

"Die Nachfrage nach Flügen ist vom Preis der Flüge abhängig", begründet Cawley die Entscheidung. Die geplante Luftverkehrssteuer schade dem Tourismus, erklärte das Luftfahrtunternehmen. "Wir wollen nicht als Unternehmen arbeiten, das Steuern für die deutsche Regierung einsammelt", sagte Cawley. Die Bundesregierung hatte im September eine Ticketabgabe beschlossen, die ab 1. Januar 2011 auf alle Flüge erhoben werden soll. Für Kurzstreckenflüge sind dann acht Euro pro Flug fällig, für Mittelstreckenflüge sind es 25 Euro und für Langstreckenflüge 45 Euro. Die meisten Fluggesellschaften und Airlines und Reiseveranstalter werden die Steuer voraussichtlich an die Kunden weitergeben.

Ryanair will weiter mit Flughafen zusammenarbeiten

Die gestrichenen Flüge hätten nichts direkt mit dem Flughafen zu tun, sagte Cawley. "Wir werden weiter eng mit dem Flughafen zusammenarbeiten", sagte eine Sprecherin. Mit etwa 3,8 Millionen Fluggästen 2009 zählt der Airport Hahn zu den wichtigsten Regionalflughäfen in Deutschland. Größte Passagier-Airline mit einem Anteil von rund 95 Prozent ist Ryanair. Der Terminalausbau des Flughafens Hahn war wegen der neuen Ticketsteuer gestoppt worden. Der Flughafenbetreiber wollte nach eigenen Angaben abwarten, welche Auswirkungen die Abgabe auf das Reiseverhalten der Passagiere hat.

Ryanair will weitere Strecken kürzen

Zu den anderen Flugzielen in Deutschland machte das Unternehmen nur Andeutungen: Weitere Kürzungen würden kommen, Details seien aber noch nicht geplant. Derzeit gebe es intensive Gespräche mit den Flughäfen in Weeze bei Düsseldorf und Bremen. Bereits Ende Juni hatte die Fluggesellschaft bekanntgegeben, im Winter Verbindungen in Großbritannien einzusparen - ebenfalls wegen einer dort erhobenen Luftverkehrsabgabe. Andere Länder wie Belgien, Griechenland und die Niederlande hatten entweder keine Flugsteuer eingeführt oder wieder abgeschafft.

Air Berlin und Lufthansa warten zunächst ab

Für die Flugpläne der beiden größten deutschen Airlines Lufthansa und Air Berlin wird die geplante Abgabe zunächst keine Auswirkungen haben. "Wir hoffen, dass es keine eklatanten Folgen haben wird", sagte ein Lufthansa-Sprecher. Die Steuer werde zum Großteil an die Kunden weitergegeben. Es sei zu hoffen, dass die Regierung wie angekündigt möglichst schnell die Auswirkungen prüfe und Konsequenzen daraus ziehe. "Wir werden beobachten, ob und wie die Luftverkehrssteuer das Verhalten unserer Fluggäste verändert", sagte der Sprecher der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin, Peter Hauptvogel. Danach werde das Unternehmen entscheiden. Um die Abgabe eventuell zu umgehen, prüft die Fluglinie Germanwings Starts von ausländischen Flughäfen. "Wenn die Passagiere abwandern, dann müssten wir denen auch folgen. Das heißt, dass wir uns grenznahe ausländische Flughäfen jetzt anschauen und gucken, ob wir eventuell von dort aus starten", sagte Germanwings-Sprecher Heinz Joachim Schöttes.

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