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Körperscanner am Hamburger Flughafen gut angenommen

27.10.2010, 13:47 Uhr | t-online.de, AFP, dpa

Körperscanner am Hamburger Flughafen gut angenommen   . Testbetrieb: Der Körperscanner im Flughafen Hamburg (Quelle: dapd)

Testbetrieb: Der Körperscanner im Flughafen Hamburg (Quelle: dapd)

Es gab viele Diskussionen um die neuen Geräte, aber im ersten Betriebsmonat haben bereits 100.000 Menschen die beiden Körperscanner am Hamburger Flughafen genutzt. Die Passagiere hätten keine Berührungsängste bei den Geräten, sagte der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Ole Schröder, dem Sender NDR 90,3.

Test lief unter Freiwilligen

Für den Test können die beiden Geräte sechs Monate in Fuhlsbüttel freiwillig von Reisenden genutzt werden. Möglicherweise sollen Körperscanner, die verdächtige Gegenstände anzeigen, künftig die herkömmliche Sicherheitsprüfung mit Metalldetektor und Abtasten ersetzen. In Zeiten großen Andrangs werden am Hamburger Flughafen die Körperscanner zur Zeit außer Betrieb genommen, weil das herkömmliche Verfahren schneller sei, hieß es in dem Bericht.

Nacktscanner-Testbetrieb läuft bereits in mehreren Ländern

Verdächtige Gegenstände werden auf einer schematischen Personendarstellung ("Strichmännchen") angezeigt. In mehreren Ländern, darunter die Niederlande und Großbritannien, arbeiten die umgangssprachlich auch Nacktscanner genannten Geräte an Flughäfen bereits im Testbetrieb. Deutschlandweit hatte es eine hitzige Debatte über die Einführung sogenannter Nacktscanner gegeben. Ministerium und Hersteller betonen, dass die in Hamburg eingesetzten Geräte den Körper nicht im Original, sondern nur schematisch abbilden. Der Begriff Nacktscanner sei daher irreführend. Die Securityscanner wurden bei der Bundespolizeiführungsakademie in Lübeck unter Laborbedingungen getestet. Für den Praxistest wurde der am nächsten gelegene große Flughafen - Hamburg - ausgesucht. 2009 nutzten rund 12 Millionen Passagiere den Hamburger Flughafen. Damit ist er der fünftgrößte Airport in Deutschland.

So funktionieren die Scanner

Ein Körperscanner arbeitet ähnlich wie eine hochauflösende Wärmebildkamera. Die Geräte nutzen Millimeterwellen - also elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge dicht bei der von Infrarotlicht. Millimeterwellen werden vom menschlichen Körper durch Eigenwärme selbst produziert. Die Scanner müssen die Passagiere aber zusätzlich aktiv mit Millimeterwellen beschießen, um aussagekräftige Bilder zu erhalten. Nach Angaben des Innenministeriums und des Geräte-Lieferanten, der österreichischen Firma EAS Envimet Analytical Systems, ist das gesundheitlich unbedenklich. Die Abstrahlung der Scanner, die Fluggäste in einer röhrenförmigen Schleusenkammer abtasten, sei 10.000-mal schwächer als die eines Handys, erklärt EAS Envimet. Dank der hochkomplexen Technik können die Geräte anhand der aufgenommenen Millimeterwellen-Bilder am Körper oder in der Kleidung versteckte Sprengstoffe oder Waffen identifizieren, auf die an Flughäfen eingesetzte Metalldetektoren nicht anspringen - zum Beispiel Messer aus Keramik. Das Bundesinnenministerium erhofft sich daher von dem Scanner-Einsatz eine effektivere und zudem schnellere Sicherheitskontrolle von Passagieren.

Nacktscanner: Mehr Menschen zur Nachkontrolle

Der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, hatte darauf hingewiesen, dass sich beim Einsatz der Geräte mehr Menschen als bisher einer Nachkontrolle unterziehen müssten - "und dies häufig in sehr sensiblen Bereichen". Besonders betroffen seien Menschen, die medizinische Hilfsmittel bei sich führten, wie etwa Windeln oder künstliche Darmausgänge. Diese würden nicht als solche sichtbar gemacht, aber als potenziell gefährlicher Gegenstand in der entsprechenden Körpergegend ausgewiesen und farblich markiert. Es sei unerlässlich, dass diese Bilder nur vom Kontrollpersonal und nicht von Passagieren einsehbar sein dürften, forderte Schaar. In Deutschland sorgte der Testlauf nicht nur wegen grundsätzlicher Bedenken einiger Datenschützer für Diskussionen. Medien hatten berichtet, dass der Hersteller, die US-Firma L-3 Communications, auch die international geächteten Streubomben produziere, was Grüne, Linkspartei und Hilfsorganisationen dazu veranlasste, einen Verzicht auf den Test zu fordern. Das Innenministerium lehnte dies ab und berief sich auf eine rechtsverbindliche Erklärung von Hersteller und Lieferant, wonach die Vorwürfe nicht zutreffen.

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