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Ryanair: Wütende Passagiere treten in Sitzstreik

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Wütende Ryanair-Passagiere treten in Sitzstreik

17.11.2010, 16:46 Uhr | dpa, AFP

Ryanair: Wütende Passagiere treten in Sitzstreik. Billigflieger Ryanair erntet Kritik (Foto: dpa)

Billigflieger Ryanair erntet Kritik (Foto: dpa)

Mit einem stundenlangen Sitzprotest haben mehr als 100 Passagiere der Billigfluggesellschaft Ryanair ihrem Ärger über die Umleitung ihres Fliegers auf einen anderen Flughafen Luft gemacht. Aus Frust darüber, dass ihre Maschine wegen einer Verspätung nicht an ihrem Zielflughafen im französischen Beauvais bei Paris landen konnte, blieben die Passagiere nach der Landung im 340 Kilometer entfernten belgischen Lüttich einfach sitzen. Ryanair hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Besatzung eines Fluges nach Paris Beauvais habe Passagiere nach einem außerplanmäßigen Stopp ohne Licht und mit verschlossenen Toiletten zurückgelassen.

Wie Polizei und Feuerwehr mitteilten, verließen sie erst nach vierstündigen Verhandlungen die Maschine. Die Crew hatte die meuternde Menge schon Stunden zuvor im dunklen Passagierraum ohne Getränke und mit verschlossenen Toiletten zurückgelassen. "Die Verhandlungen waren so schwierig, dass wir nicht sicher waren, ob sie rauskommen würden", sagte ein Feuerwehrmann. Die Passagiere, die meisten von ihnen französische Touristen, hätten dann aber doch überzeugt werden können, das Flugzeug zu verlassen und im Flughafengebäude auf einen Bus zu warten. Dieser sollte sie nach Beauvais im Norden von Paris bringen. Ein Ryanair Mitarbeiter behauptet hingegen "die Passagiere haben die Anweisungen der Crew missachtet", sagte der Manager der Fluggesellschaft, Stephen McNamara, am Mittwoch. Die Belegschaft habe die aus Fes in Marokko kommende Maschine erst verlassen, als die Reisenden begannen, in der im belgischen Lüttich stehenden Maschine Unruhe zu stiften, teilte die irische Billigfluglinie mit.

Crew verriegelte Toilettentüren

Mit drei Stunden Verspätung war der Flieger am Dienstag erst um 19.15 Uhr Ortszeit im marokkanischen Fes abgehoben, sagten Passagiere. Die Maschine landete demnach kurz vor Mitternacht in Lüttich, weil der kleine Flughafen in Beauvais bereits geschlossen hatte. "Das ist nicht hinnehmbar", sagte Mylène Netange. "Ohne uns zu warnen, ist das Flugzeug nicht in Beauvais, sondern in Lüttich gelandet." Sogar Familien mit kleinen Kindern beteiligten sich an dem Protest und blieben trotz verschlossener Toiletten an Bord. Reda Yahiyaoui, der mit seiner Frau und zwei Kindern reiste, sagte, die Piloten hätten nach dem Verlassen der Maschine sogar die Tür zum Cockpit offen gelassen. Ryanair erklärte, es hätten Busse zur Weiterfahrt nach Paris zur Verfügung gestanden. Die Passagiere dreier weiterer Maschinen hätten davon auch Gebrauch gemacht.

Nebel war Grund für Umleitung

Wegen Nebels musste Ryanair am Dienstag insgesamt vier Flüge nach Lüttich umleiten. Solche sicherheitsbedingten Umleitungen seien Standard bei allen Fluggesellschaften, betonte die Billig-Airline. Erst am Mittwochmorgen gegen 04.30 Uhr seien die Passagiere schließlich in die Busse gestiegen, die sie nach Beauvais brachten, wie der Sprecher des Flughafens von Lüttich mitteilte.

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