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Nacktscanner: Schweiß löst Fehlalarm aus

31.08.2011, 16:13 Uhr | t-online.de, AFP, dpa

Nacktscanner: Schweiß löst Fehlalarm aus. Testbetrieb: Der Körperscanner im Flughafen Hamburg (Quelle: dapd)

Testbetrieb: Der Körperscanner im Flughafen Hamburg (Quelle: dapd)

Sie sollten die Wartezeiten an den Flughäfen verkürzen, doch in der Realität taten sie offenbar genau das Gegenteil. Das ist das Ergebnis der Auswertung von Daten einer zehnmonatigen Testphase mit zwei der Körperscanner in Hamburg, wie das Bundesinnenministerium mitteilte. Die sogenannten Nacktscanner lösen viel zu häufig Fehlalarm aus, etwa bei starken Schweißflecken oder Falten in der Kleidung. Deswegen finden die Geräte vorerst keinen Einsatz an deutschen Flughäfen.

Geräte reagieren "übersensibel"

Die Technik könne Sicherheitskontrollen grundsätzlich effektiver machen, die aktuelle Gerätegeneration ist für den Einsatz in der Praxis aber noch nicht ausgereift, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums. Problematisch seien unnötige Alarmierungen, die zu viele Nachkontrollen verursachen und dadurch die Abfertigung der Passagiere an den Flughäfen verzögern würden. Die Geräte reagierten "übersensibel", sagte ein Sprecher von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) in Berlin. Sie schlügen auch bei Schweißflecken, Falten oder Knöpfen an der Kleidung Alarm. Bis Ende Juli passierten mehr als 800.000 Passagiere zwei Scanner am Flughafen Hamburg freiwillig. In rund der Hälfte der Fälle (49 Prozent) gab es dabei Fehlalarme, wie es aus Kreisen des Bundesinnenministeriums hieß. Bei weiteren 15 Prozent handelte es sich um echten Alarm - bei fünf Prozent blieb die Ursache für die Meldung unklar. In 31 Prozent der Gesamtfälle gaben die Geräte grünes Licht, weil sie nichts Verdächtiges bei den Passagieren gefunden haben. Für einen flächendeckenden Einsatz sei es noch zu früh.

Scanner sollen erst weiterentwickelt werden

Die Scanner werden jetzt jenseits der Öffentlichkeit weiterentwickelt. Wann sie wieder an deutschen Flughäfen getestet und letztlich eingeführt werden, ist offen. "Die Bundespolizei wird die Entwicklung auf diesem Gebiet weiter eng begleiten, so dass wir hoffentlich bald Geräte zur Verfügung haben, die sowohl unseren hohen Sicherheitsansprüchen genügen als auch dem Passagieraufkommen Rechnung tragen", sagte Bundesinnenminister Friedrich. Körperscanner seien aber eine gute Methode, um künftig die Sicherheit im zivilen Luftverkehr zu steigern und die Kontrollen für die Passagiere zügiger und komfortabler zu gestalten. Körperscanner sind bereits seit längerem unter anderem in den USA im Einsatz. In der EU sind sie laut Innenministerium derzeit nur für Testläufe zugelassen.

So funktionieren Nacktscanner

Körperscanner funktionieren ähnlich wie Infrarotkameras. Die Geräte nutzen sogenannte Millimeterwellen, die zum natürlichen Spektrum der Wärmestrahlung gehören und auch vom menschlichen Körper abgegeben werden. Scanner bestrahlen Passagiere damit und können anhand der Reflexion jene Stellen identifizieren, an denen Gegenstände die Haut bedecken. Dadurch können sie am Körper versteckte neuartige Sprengstofffolien oder Keramikmesser finden, die bisher an Flughäfen eingesetzten Metalldetektoren nicht erkennen. Die Software der Computer in den Scannern ist bislang jedoch noch nicht in der Lage, gefährliche von harmlosen Reflexionsänderungen zu unterscheiden und schlägt bei jeder Abweichung Alarm.

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