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Dreamliner-Premiere: Bestseller mit Bonbon-Beleuchtung

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Dreamliner-Premiere: Bestseller mit Bonbon-Beleuchtung

27.10.2011, 16:05 Uhr | Andreas Spaeth, Spiegel Online, Spiegel Online

Dreamliner-Premiere: Bestseller mit Bonbon-Beleuchtung. Der Dreamliner vor dem Jungfernflug in Tokio (Quelle: AFP)

Der Dreamliner vor dem Jungfernflug in Tokio (Quelle: AFP)

Riesige Fenster, bunte Bordbeleuchtung, geringer Verbrauch: Der neue 787 Dreamliner ist der große Hoffnungsträger der Firma Boeing. Jetzt hob die Maschine mit der neuartigen Kunststoffhülle erstmals zu einem kommerziellen Linienflug ab - Andreas Spaeth war am 26. Oktober dabei. Sehen Sie das Innenleben des neuen Dreamliners auch in unserer Foto-Show.

Erster Dreamliner bei All Nippon Airways

Ein strahlender, warmer Oktobervormittag auf dem Flughafen Tokio-Narita. Drei Minuten später als im Flugplan vorgesehen setzt sich das erste, weitgehend aus Verbundwerkstoff gefertigte Verkehrsflugzeug der Welt um 12.23 Uhr Ortszeit in Bewegung. Ziel von Sonderflug NH 7871 ist Hongkong. Eigentlich hätte die Boeing 787, in einem geschickten Marketing-Schachzug auf den Namen Dreamliner getauft, bereits im Mai 2008 zum ersten Passagierflug abheben sollen. Da ärgert sich nun keiner der 240 Passagiere über die drei zusätzlichen Minuten beim kommerziellen Erstflug des neuen Boeing-Fliegers. "Sie glauben gar nicht, wie sehnsüchtig ich auf diesen Tag gewartet habe", sagt Scott Fancher, 787-Programmchef bei Boeing, vor dem Abflug und schwenkt seine Bordkarte für Sitz 1H wie eine Trophäe. Seit dem Programmstart 2004 hatte der Flugzeughersteller aus Seattle gebetsmühlenartig die Vorzüge seines neuen Modells heruntergebetet, doch bis zum Mittwoch, den 26. Oktober, war niemand außer den Testpiloten in der Lage, dies auch in der Praxis zu erleben. Dieses Privileg fällt nun den Erstflug-Passagieren der japanischen All Nippon Airways (ANA) zu. Die größte japanische Fluggesellschaft, Partner der Lufthansa, hatte sich als erste Airline getraut, gleich 55 Exemplare eines Flugzeugs zu bestellen, das vor allem mit einem um 20 Prozent geringeren Treibstoffverbrauch gegenüber vergleichbaren Modellen überzeugen will. Ein offenbar unschlagbares Argument, bestellten doch bis heute zwei Dutzend Gesellschaften weltweit - darunter auch Air Berlin - genau 821 Exemplare. Ein absoluter Rekord für ein Flugzeug vor seinem ersten Einsatz. "Aber wir sind während der Entwicklung der 787 durch harte Zeiten gegangen", bekennt ANA-Chef Shinichiro Ito vor dem Start in Tokio.

Regenbogenfarben in der Innenkabine

Die Feuerwehr spritzt Salut, als der elegante Zweistrahler, in der Größe dem Vorgänger Boeing 767 entsprechend, in Narita zur Startbahn rollt. Und schon am Boden wird den Passagieren vorgeführt, welche technischen Kapriolen sie an Bord künftig erwarten. "Wir spielen jetzt extra für Sie die Regenbogenfarben ein", verkünden die Flugbegleiter in der Kabine. Deren geschwungene Decke erstrahlt daraufhin tatsächlich in allen Bonbonfarben. So bunt soll es auf Linienflügen künftig nicht zugehen, denn die sogenannte Stimmungsbeleuchtung ("Moodlighting") soll in dezenter Form vor allem den gefürchteten Jetlag vermindern. Vorher bereits haben die Fluggäste versucht, ihre Rollkoffer in die Staufächer zu wuchten. Dies seien die größten, die es in einem Verkehrsflugzeug je gegeben habe, betont Boeing. Doch nicht alle der in der Mitte sitzenden Reisenden schaffen es, ihre Trolleys so platzsparend hochkant zu verstauen, wie es in der Werbung gezeigt wurde.

264 Sitze im Dreamliner

Um 12.42 Uhr Ortszeit hebt sich der Dreamliner in den blauen Himmel über der japanischen Hauptstadt. Beifall schallt durch die Kabine. Die bietet in einer eigentlich für den Inlandsverkehr vorgesehenen ersten Version derzeit 264 Sitze, davon zwölf in der Business Class. ANA wird bereits am 21. Januar 2012 ihren neuen Liniendienst vom erstmals interkontinental bedienten Tokioter Stadtflughafen Haneda nach Frankfurt am Main aufnehmen - mit einer Langstreckenversion der 787. Diese wird lediglich 158 Sitze in zwei Klassen bieten, davon 46 in der Business Class, die sich in flache Betten verwandeln lassen. Die ersten beiden von Boeing ausgelieferten 787 für ANA haben noch ein zu hohes Eigengewicht und sind daher nicht tauglich für Langstrecken, anders als die fünf weiteren, die bis Jahresende für ANA folgen und dann durch Konstruktionsverbesserungen leichter sein sollen. "Für uns erschließt die 787 völlig neue Märkte, die wir künftig direkt von Tokio bedienen können", sagt ANA-Chef Ito.

Dreamliner kommt auch nach Frankfurt

Neben der Frankfurt-am-Main-Route seien Dienste nach Zürich und Brüssel sowie an die US-Westküste vorgesehen, deren Bedienung mit den bisher üblichen Großraumflugzeugen nicht wirtschaftlich möglich gewesen wäre. Damit positioniert sich die 787 genau im entgegengesetzten Marktsegment zum wesentlich größeren Airbus A380, der vor allem zwischen Großflughäfen eingesetzt wird. Beim Start der 787 fallen gleich mehrere Besonderheiten des Flugzeugs auf: Es ist innen sehr leise beim Abheben, wenn auch nach Meinung der Experten an Bord nicht ganz so gedämpft wie im A380. Entscheidende Neuerung sind die Fenster. Die länglichen Doppelscheiben sind 30 Prozent größer als bisher, so groß wie in keinem anderen Passagierflugzeug. Selbst Reisende, die in der Zwei-vier-zwei-Anordnung in der Mitte sitzen, können deshalb zu beiden Seiten einen Panorama-Ausblick auf den Horizont genießen.

Selbst die Scheiben verdunkeln

Für Inhaber eines Fensterplatzes gibt es noch ein zusätzliches Hightech-Schmankerl: Über einen Knopf aus zwei Halbkreisen und einer Anzeige aus fünf blauen Leuchtdioden an jedem Fenstersitz können sie selbst eine stufenlose, elektro-chromatische Verdunkelung der Scheiben vornehmen. Die bisher üblichen mechanischen Sichtblenden zum Herunterziehen gibt es nicht. Damit lässt sich störender Lichteinfall weitgehend vermeiden und trotzdem auch in der dunkelsten Stufe noch nach draußen blicken. Bei Bedarf können auch die Flugbegleiter zentral alle Fenster verdunkeln, was sich dann von den Fluggästen nicht aufheben lässt. Eine weitere Neuerung der 787 ist durch die Fenster deutlich sichtbar: Gleich nach dem Abheben biegen sich die Flügel stärker als bei anderen Flugzeugen, erzeugen so eine bessere Aerodynamik. Über 80 Zentimeter heben sich die Tragflächenenden im Flug nach oben.

Automatischer Toilettendeckel

Weniger sichtbar, aber durchaus zu spüren auf diesem Flug von vier Stunden sind die feuchtere Kabinenatmosphäre sowie der höhere Luftdruck an Bord. Beides wirkt weniger belastend auf den Körper als üblich, was vor allem auf den künftigen Langstreckenflügen von Bedeutung ist. Dieser Komfort wird ebenso wie die größeren Fenster erst möglich, weil der Rumpf der 787 aus Verbundwerkstoffen besteht. Der korrodiert nicht und hält einen höheren Innendruck aus als herkömmliche Aluminiumrümpfe und ermöglicht durch seine festere Struktur eben auch größere Öffnungen. Weniger Aufhebens macht Boeing um eine weitere Innovation, die sich die Japaner gönnen: Die meisten Toiletten sind mit Bidet-Funktion ausgerüstet, in der Business Class haben sie sogar ein Fenster. Sehr hygienisch ist die Hightech-Spülung: Wenn der Passagier seine Hand über einen Sensor hält, fährt aus der Wand ein mechanischer Arm aus, dann schließt sich in fünf Sekunden sanft der Toilettendeckel und aktiviert die Spülung. "Das spart die Hälfte des Wassers und dämmt den sonst erheblichen Lärm", erklärt der Kalifornier Thomas Lee. Der Unternehmer gehört an Bord zu den gefragtesten Gesprächspartnern: nicht nur weil seine Firma Sitze und Toilettensysteme für die 787 herstellt. Nein, der 54-jährige Amerikaner ist auch eine lebende Luftfahrt-Legende, das jedenfalls berichtet er in jedes Mikrofon in Reichweite. "Ich war schon 1970 mit 17 beim Erstflug der Boeing 747 dabei, saß dann 2007 in der ersten A380. Und heute bin ich hier im Dreamliner." Wie er den findet? Natürlich "phantastic".

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