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Schlichtungsstelle: Deutsche Airlines machen nicht mit

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Schlichtungsstelle: Deutsche Airlines machen nicht mit

01.12.2011, 14:01 Uhr | dpa

Schlichtungsstelle: Deutsche Airlines machen nicht mit. Wenn Flüge ausfallen, schauen Passagiere oft in die Röhre.

Wenn Flüge ausfallen, schauen Passagiere oft in die Röhre.

Die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) soll zwischen Passagieren und Unternehmen vermitteln, wenn es einmal Ärger gibt - eigentlich für Zug- und Flugreisende. Bislang ist sie jedoch nur für Streitfälle mit der Bahn eine Erfolgsgeschichte. Flugreisende können von der Organisation in Berlin selten Hilfe erwarten, weil die meisten Fluggesellschaften bei dem Verfahren noch nicht mitmachen. Die SÖP zog zwei Jahre nach ihrer Gründung am 1. Dezember 2009 Bilanz. Demnach seien seitdem lediglich 156 Fälle, die zehn ausländische Airlines betrafen, förmlich abgeschlossen werden, teilte die Schlichtungsstelle am Mittwoch mit. Etwa 2200 Schlichtungsanträge von Fluggästen könnten nicht bearbeitet werden.

Fast 7000 Menschen nutzten Schlichtung

Rund 6800 Reisende haben in den vergangenen zwei Jahren die Schlichtung beantragt, weil ihre Beschwerde beim jeweiligen Unternehmen nicht zum gewünschten Ergebnis geführt hatte. Etwa 4400 Fälle betrafen den Bahnverkehr, 2300 Flugreisen und 100 den Bus- und Schiffsverkehr. Bei den Bahnreisenden hätten sich die meisten (45 Prozent) über Verspätungen und Zugausfälle beschwert. Bei den Fluggästen machten nach der SÖP-Statistik Verspätungen und Annullierungen sogar 86 Prozent der Fälle aus.

Schlichtungsstelle im Gespräch mit den Luftfahrtunternehmen

Die deutschen Luftfahrtunternehmen hätten sich inzwischen "zwar grundsätzlich zur Teilnahme an einer neutralen Schlichtung entschlossen, jedoch steht die konkrete Umsetzung noch aus", berichtete SÖP-Geschäftsführer Heinz Klewe. Er zeigte sich zuversichtlich, "gemeinsam mit den Flugunternehmen schon bald eine gute Lösung hinzubekommen". Denn die SÖP ermögliche kompetent, effizient und mit niedrigen Kosten einen fairen Interessenausgleich zwischen Reisenden und Verkehrsunternehmen. Die SÖP wird von rund 120 Verkehrsunternehmen und -verbänden finanziert, darunter die Deutsche Bahn und mehrere ihrer Konkurrenten. Die Schlichtungsstelle gibt bei Streitigkeiten eine Empfehlung für eine einvernehmliche und außergerichtliche Lösung. Grundlage für die Schlichtungsstelle sind die im Sommer 2010 in Kraft getretenen Fahrgastrechte im Bahnverkehr.

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