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Schwerere Zwischenfälle bei Germanwings

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Schwerere Zwischenfälle bei Germanwings

28.09.2012, 13:15 Uhr | AFP, dapd, dpa-AFX

Schwerere Zwischenfälle bei Germanwings. Germanwings (Quelle: dpa\Oliver Berg)

Germanwings (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Gefährliche Gase im Cockpit, Piloten die beinahe ihr Bewusstsein verlieren und damit die Kontrolle über ihr Flugzeug - diesen Vorwürfen muss sich der Billigflieger Germanwings derzeit stellen. Denn bei der Lufthansa-Tochter hat es nach Medienberichten zwei möglicherweise gefährliche Zwischenfälle gegeben, bei denen die Passagiere nur knapp einer Katastrophe entgangen sind. Wie die Zeitung "Die Welt" und der Sender NDR Info berichteten, haben sich die Notfälle bereits 2010 ereignet.

149 Passagiere waren an Bord

Die beiden Piloten des Airbus A 319 hätten im Dezember 2010 beim Landeanflug auf den Flughafen Köln-Bonn beinahe das Bewusstsein verloren, nachdem ein süßlicher Geruch im Cockpit ausgeströmt sei. Die Maschine sei mit 149 Menschen besetzt gewesen. Nach Angaben von NDR Info und der "Welt" schildern die Piloten die dramatischen Szenen während der Landung in Dokumenten, die beiden Medien vorliegen.

"Starkes Kribbeln in den Händen und Füßen"

Der Kapitän berichtete demnach, nach dem Auftreten eines "elektrisch-süßlichen" Geruchs habe er "ein starkes Kribbeln in den Händen und Füßen" festgestellt und gefühlt, wie ihm "die Sinne schwanden". "In diesem Augenblick packte mich die Angst, die Kontrolle über meinen Körper und mein Handeln zu verlieren, bevor ich etwas dagegen unternehmen konnte."

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Den Berichten zufolge soll die Fluglinie der zuständigen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) zunächst wichtige Informationen zu dem Zwischenfall vorenthalten haben. Dadurch habe die BFU die Schwere der Vorkommnisse nicht richtig einschätzen können. Erst nachdem die Behörde Ende 2011 weitere Informationen erhalten habe, nahm sie demnach die Untersuchung mit gut einjähriger Verspätung auf und erstellte nun einen Zwischenbericht.

Erklärung der Luftnotlage

Germanwings-Sprecher Heinz Joachim Schöttes wurde mit der Aussage zitiert, der Copilot habe sich lediglich "unwohl" gefühlt. Der Kapitän sei nicht schwer beeinträchtigt gewesen und habe "nach dem Zwischenfall seine Arbeit weitergeführt". Bei der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen im niedersächsischen Braunschweig gab es auf Anfrage am Freitagmorgen (28.9.2012) zunächst keine weiteren Angaben. Im BFU-Bericht heißt es, die Piloten hätten ihre Sauerstoffmasken aufgesetzt und eine sogenannte Luftnotlage erklärt.

Ähnlicher Vorfall in 2010

Ähnlich wie im Dezember 2010 beim Landeanflug auf den Flughafen Köln-Bonn sei auch ein weiterer Zwischenfall in Dublin verlaufen. Einzelheiten über den zweiten Zwischenfall nannte Germanwingssprecher Schöttes jedoch nicht; er sei aber auch folgenlos für Passagiere und Besatzung geblieben.

Weiter Informationen

Zwischenbericht Köln im Internet der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung

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