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Lufthansa erhebt neue Gebühr: Viele Flugtickets werden teurer

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Neue Gebühr  

Viele Lufthansa-Tickets werden wohl teurer

03.06.2015, 12:01 Uhr | t-online.de, dpa

Lufthansa erhebt neue Gebühr: Viele Flugtickets werden teurer. Viele Lufthansa-Tickets dürften ab September teurer werden. (Quelle: dpa)

Viele Lufthansa-Tickets dürften ab September teurer werden. (Quelle: dpa)

Wer sich für einen Flug mit der Lufthansa entscheidet, muss ab September wohl mehr zahlen. Zumindest, wenn er die Tickets über einen Vermittler wie ein Reisebüro oder ein Flugportal bucht. Die Airline will für diese Tickets einen Aufschlag einführen. Es soll aber weiter zuschlagfreie Buchungsmöglichkeiten geben, teilte das Unternehmen mit.

Eine Extragebühr von 16 Euro soll für jedes Ticket fällig werden, dass über ein sogenanntes globales Vertriebssystem (GDS) gebucht wird. Diese Systeme bilden die Grundlage der meisten klassischen Reisebüros, aber auch der meisten Online-Vermittler wie Expedia oder Opodo. Laut Lufthansa werden 70 Prozent der Tickets über diese Systeme gebucht.

Bei Direktbuchung fällt Gebühr nicht an

Sowohl für Privatleute als auch für Firmenkunden soll es jedoch möglich sein, weiter Tickets ohne diesen Zuschlag zu buchen. Dazu müssen sie allerdings direkt über die Systeme der Lufthansa buchen, etwa auf der Website. An den konzerneigenen Buchungsportalen, Service-Centern und Ticketschaltern wird die Gebühr nicht erhoben. Bereits heute seien mehr als 8000 Reisebüros direkt am Lufthansa-Buchungssystem angeschlossen. Man wolle auch Direktabschlüsse mit Firmenkunden forcieren.

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"Wir wollen einen höheren Erlösanteil am Flug", sagte Lufthansa-Vertriebschef Jens Bischof. Es gehe nicht an, dass die Airlines als eigentlicher Erbringer der Flug-Dienstleistung die geringste Kapitalrendite von rund 4 Prozent erzielten. Die GDS-Anbieter kämen hingegen auf rund 20 Prozent. Außerdem sieht die Lufthansa ihr Produktportfolio auf den GDS-Systemen nicht ausreichend dargestellt.

Bischof bezifferte die jährlichen GDS-Kosten der Lufthansa-Gruppe auf einen "klaren und hohen dreistelligen Euro-Millionenbetrag". Es gehe der Lufthansa-Gruppe nicht darum, die GDS zu verdrängen oder zu diskriminieren, sagte Bischof. Man werde die Buchungen auch künftig gerne entgegennehmen, müsse aber über die Gebühr die zusätzlichen Kosten im Vergleich zum Eigenvertrieb ausgleichen.

Reiseverband: "Rückschritt wie vor 30 Jahren"

"Dieser Schritt geht in die falsche Richtung sowohl für Kunden als auch die Reisebranche", sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig. Das sei eine Verzerrung des Wettbewerbs zulasten des Fremdvertriebs. Der ab September zur Verfügung stehende Buchungskanal LHGroup-agent.com, für den kein GDS-Entgelt anfalle, sei keine Alternative zu den heutigen Buchungs- und Abwicklungssystemen. "Es ist ein Rückschritt in Buchungs- und Abrechnungsverfahren wie vor 30 Jahren", sagte Fiebig. Es fehlten grundlegende Funktionalitäten.

Lufthansas neues Vertriebsmodell werde Transparenz und Vergleichsmöglichkeiten erschweren, weil die Reisenden nun auf mehreren Kanälen nach den besten Preisen suchen müssten, erklärte der große GDS-Anbieter Amadeus auf Anfrage.

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Weltweit gibt es nur drei größere GDS-Anbieter, die dafür Gebühren von den Reise-Dienstleistern verlangen. Für Reisebüros haben diese Systeme den Vorteil, etwa Flüge verschiedener Airlines über ein System suchen und buchen zu können. Auch die Kombination mit anderen Angeboten, wie etwa Hotels, funktioniert über diese Systeme.

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