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Sicherheit in Flughäfen: Wie sich gegen Terror wappnen

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Kontrollringe und Scanner  

Wie sich Flughäfen gegen Terror wappnen

24.03.2016, 12:23 Uhr | Christian Ebner, dpa

Sicherheit in Flughäfen: Wie sich gegen Terror wappnen . Polizisten am Frankfurter Flughafen (Quelle: AP/dpa/Michael Probst)

Polizisten am Frankfurter Flughafen (Quelle: Michael Probst/AP/dpa)

Nach den Anschlägen von Brüssel wird über die Sicherheit in Flughäfen diskutiert. Sollten Sicherheitsbereiche an die Eingänge der Gebäude vorverlegt und alle Besucher durchleuchtet werden?

Die deutschen Flughäfen halten nichts davon. Und der europäische Verband als Vertretung von mehr als 500 Airports warnt, Kontrollen in nicht dafür ausgestatteten Orten könnten die Anschlaggefahr eher verschärfen. Dabei gibt es solche vorgelagerten Kontrollen vor allem in Staaten, die schon länger mit dem Terror zurechtkommen müssen.

Türkei/Istanbul: Einlasskontrollen üblich

Einlasskontrollen sind an jedem türkischen Flughafen Standard - ob in Sinop an der Schwarzmeerküste, wo täglich nur ein Flug startet, oder am Atatürk Airport in Istanbul, dem größten des Landes. Schon beim Eintritt ins Gebäude wird das Gepäck geröntgt, also Handgepäck und aufzugebende Koffer. Jeder, der in den Flughafen will, muss durch einen Metallscanner. Nach dem Check-In folgt die zweite Sicherheitskontrolle, die der in Deutschland entspricht und die nur noch Fluggäste passieren dürfen. Beim Check-In muss ein Ausweis vorgelegt werden. Beim Einstieg ins Flugzeug wird der Name auf dem Ausweis dann mit dem auf dem Boarding-Pass abgeglichen.

Russland/Moskau: Kontrollen am Gebäudeeingang

Wer einen der drei Moskauer Flughäfen betritt, wird schon am Gebäudeeingang kontrolliert: Reisende wie Besucher müssen Handtaschen öffnen, Hosen- und Jackentaschen leeren und durch einen Metalldetektor laufen. Das Hauptgepäck wird von einem Röntgengerät durchleuchtet. In der Wartehalle und vor den Schaltern patrouillieren Wachleute. Nach dem Check-In folgt die eigentliche Flugsicherheitskontrolle. 2011 hatte ein Bombenanschlag in der Eingangshalle des Moskauer Flughafens Domodedowo 36 Menschen getötet. Auch Bahnhöfe, Einkaufszentren und Theater haben Metalldetektoren.

Afghanistan/Kabul: Autokontrollen vor der Ankunft im Terminal

Am größten Flughafen des Landes in der Hauptstadt Kabul müssen Reisende vor der Ankunft im Terminal durch zwei Autokontrollen samt Sprengstoffspürhunden, drei Ticketkontrollen und fünf Körperkontrollen. Drei oder vier Mal - je nachdem, ob die Geräte gerade funktionieren - muss das Gepäck zum Durchleuchten auf Bänder gewuchtet werden. Kontrollen beginnen schon bei der Einfahrt auf das Flughafengelände, etwa einen Kilometer vor dem Terminal. Viele finden im Freien oder in Häuschen mit zerbrochenem Mobiliar statt, die im Sommer heiß und im Winter sehr kalt sind. Vor allem das Personal, das Menschen auf Sprengstoffwesten oder Waffen abtastet, ist oft lustlos oder lässt dies ganz sein. Ausländer werden nach Trinkgeld gefragt.

Israel/Tel Aviv: Ring von Kontrollen

Israels internationaler Flughafen Ben Gurion wird besonders streng geschützt, da das Land seit Jahrzehnten mit einer Terrorbedrohung lebt. Dabei wird ein Ring von Kontrollen eingesetzt, der einer Zwiebel gleicht. Passagiere werden bei der Ankunft im Auto schon Kilometer vor dem Terminal von bewaffneten Sicherheitskräften überprüft. Nach Passieren eines weiteren Wächters am Eingang folgen im kameraüberwachten Terminal selbst eine persönliche Befragung und eine gründliche Untersuchung des Gepäcks mit Durchleuchtungssystemen. Dabei werden Reisende in verschiedene Risikogruppen eingestuft. Bei den Kontrollen geht Sicherheit eindeutig vor Persönlichkeitsrechten - was immer wieder zu Beschwerden vor allem arabischer Reisender führt.

Deutschland/Frankfurt: Über etliche Eingänge frei zugänglich

Die beiden Passagier-Terminals des größten deutschen Flughafens sind über etliche Eingänge frei zugänglich. Außerdem sind zwei Bahnhöfe sowie Hotel- und Kongresszentren mit den Gebäuden verbunden. Der Sicherheitsbereich beginnt erst innerhalb der Terminals hinter den Personenkontrollstellen für den Flugbetrieb. Davor liegen wie in Brüssel große Hallen mit Geschäften, Schaltern und Lokalen. Die Polizei überwacht diesen Bereich mit Streifen und Video-Kameras. Unter dem Eindruck der Anschläge wurden auch Fahrzeuge auf der Zufahrt zum Flughafen stichprobenhaft überprüft. Die übrigen Zugänge aufs Gelände - zu den Frachtzentren oder der Lufthansa-Basis - werden streng überwacht. Wer im Sicherheitsbereich arbeitet, braucht eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, ausgestellt vom Land Hessen.

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