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Flugstorno: Kunden bleiben oft auf Kosten sitzen

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Trotz Gerichtsurteil  

Kunden bleiben bei Flugstorno oft auf Kosten sitzen

31.03.2016, 13:46 Uhr | Philip Laage, dpa

Flugstorno: Kunden bleiben oft auf Kosten sitzen. Eine Stornierung kann viele Gründe haben. (Quelle: imago/Symbolbild/blickwinkel)

Eine Stornierung kann viele Gründe haben. (Quelle: Symbolbild/blickwinkel/imago)

Viele Airlines bieten Tarife an, bei denen das Ticket nicht storniert werden kann. Laut einem Urteil des Landgerichts Frankfurt ist das aber nicht zulässig. Trotzdem bleiben die Passagiere meist auf ihren Kosten sitzen. 

Dabei müssen die Airlines zumindest Steuern und Gebühren erstatten - oft sogar 95 Prozent der gesamten Flugkosten. Doch die Fluggesellschaften wimmeln die Kunden ab und lassen es auf eine Klage ankommen. Wir erklären, warum das so ist und was Sie als Betroffene tun können.

Urteil stärkt Rechte von Reisenden

Ein wegweisendes Urteil des Landgerichts Frankfurt von 2014 (Az.: 2-24 S 152/13) hat die Rechte von Fluggästen deutlich gestärkt. Demnach muss eine Airline bei einer Stornierung den vollen Flugpreis abzüglich einer Pauschale von fünf Prozent zurückzahlen, sofern sie nicht nachweist, ob und welche Erlöse sie durch den Wiederverkauf des Tickets erzielen konnte. 

In der Praxis drücken sich Airlines um Zahlungen

Trotz dieses Urteils kann der Fluggast bei einer Stornierung nicht auf die Rückerstattung des Flugpreises hoffen. Oft bekommt er nicht einmal Steuern und Gebühren zurück, die ihm auf jeden Fall zustehen, bemängeln Verbraucherschützer. "Das ist eigentlich eine Unverschämtheit", findet Sabine Fischer-Volk, Juristin bei der Verbraucherzentrale Brandenburg.

Doch das ist nicht alles: Viele Airlines bieten sogenannte Light-Tarife an, die günstiger sind als ein reguläres Ticket. Dafür ist die Stornierung gleich kategorisch ausgeschlossen. So ist es zum Beispiel bei Lufthansa, Air Berlin und Condor. Die Praxis der Fluggesellschaften steht hier offensichtlich in direktem Widerspruch zum Urteil des Landgerichts Frankfurt. 

Position der Verbraucherschützer

Sie berufen sich auf Paragraf 649 des Bürgerlichen Gesetzbuches, Werkvertragsrecht. Darin heißt es: Der Besteller kann bis zur Vollendung des Werkes jederzeit den Vertrag kündigen. "Die Luftbeförderung ist ein typischer Werkvertrag", sagt Sabine Fischer-Volk.

Das heißt: Der Fluggast kann vor Reisebeginn kündigen. Die Airline muss dann abrechnen und darf vom gezahlten Flugpreis nur das abziehen und behalten, was sie aufgrund der Stornierung an Aufwendungen hatte.

Position der Airlines

Sie berufen sich auf das AGB-Recht. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen schließen sie bei einer Stornierung die Erstattung von Kosten abgesehen von Steuern und Gebühren aus. Das Urteil des Landgerichts Frankfurt erkennen viele Airlines nicht an.

So teilt etwa Air Berlin auf Anfrage mit: "Sofern die Tarifbedingungen der Fluggesellschaft dies abweichend regeln, ist die Fluggesellschaft ohne weiteres berechtigt, nicht-stornierbare Tarife anzubieten." Lufthansa argumentiert genauso.

Entscheidungen momentan noch im Einzelfall

Das wird derzeit noch im Einzelfall entschieden. Vor Gericht dreht sich viel um die Frage, ob und wie eine Airline das einzelne stornierte Ticket des Kunden weiterverkaufen konnte, berichtet der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. Er vertritt Fluggäste vor Gericht und sagt: "Die Erfolgsquote ist sehr hoch." In der überwiegenden Anzahl der Fälle bekämen die Kläger Recht.

Lufthansa-Sprecher Boris Ogursky widerspricht dem. Die wenigsten Fluggäste gehen vor Gericht, weil sie hohe Kosten fürchten - die Fluggesellschaften wissen das und blocken ab. 

Optionen für Betroffene

Zunächst einmal können Kunden sich persönlich an die Airline wenden und ihr Recht einfordern. Die Verbraucherzentrale Brandenburg bietet dafür einen Musterbrief an. Wenn das nichts bringt, können Fluggäste Unternehmen wie Flightright oder Fairplane einschalten, die Streitfälle für den Kunden ausfechten. Bei Erfolg kassieren diese allerdings eine Provision der erstrittenen Entschädigung. Darüber hinaus bleibt nur die Klage vor Gericht auf eigene Faust.

Weitere Informationen

Hier finden Sie einen Musterbrief der Verbraucherzentrale.
Hier können Sie ihn direkt als Word-Dokument herunterladen.

Fluggastrecht-Portale mit Provision im Erfolgsfall:

Schlichtungsstelle für öffentlichen Personenverkehr:

Fluggastrechte der EU samt Entschädigungsraten

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