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Flugausfälle bei Tuifly: Minister stellt Lösung in Aussicht

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Flugausfälle nach Krankmeldungen  

Minister stellt bei Tuifly Lösung in Aussicht

07.10.2016, 19:07 Uhr | t-online.de, dpa

Flugausfälle bei Tuifly: Minister stellt Lösung in Aussicht. Tuifly hebt momentan nicht ab. (Quelle: imago/Becker & Bredel)

Tuifly hebt momentan nicht ab. (Quelle: Becker & Bredel/imago)

Wegen zu vieler Krankmeldungen stellt Tuifly heute den Betrieb fast vollständig ein. Zu den Ausfällen hatte mutmaßlich die Bekanntgabe der Fusion von Air Berlin und Tuifly geführt. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies kündigte inzwischen für Sonntag eine Einigung an.

Lies sagte am Freitagabend in Hannover: "Es gibt eine Einigung; ich hoffe, dass am Sonntag wieder ein geregelter Flugbetrieb möglich ist." Auch Tui ist zuversichtlich. "Voraussichtlich werden 115 Flüge starten", heißt es in einer Erklärung, die die Airline nach einem Schlichtungsgespräch im niedersächsischen Wirtschaftsministerium verbreitete. Aus operationellen Gründen müsse Tuifly aber am Samstag große Teile des Flugprogramms streichen - 118 Flüge seien davon betroffen. Parallel organisiere Tui Zusatzflüge.

Zuvor war der Reisekonzern den Arbeitnehmern entgegengekommen. Die Entscheidung über eine Neuordnung der Airline soll auf Mitte November verschoben werden. Der Aufsichtsrat der Tui AG werde nicht, wie ursprünglich geplant, schon am 26. Oktober entscheiden, teilte Personalvorstand Elke Eller am Freitagabend mit. Zugleich gab der Konzern den Tuifly-Mitarbeitern eine mindestens dreijährige Tarif- und Standortgarantie. "Wir hoffen, dass dies unmittelbar zur Entspannung der Situation beiträgt."

Tuifly solle für die Dauer von mindestens drei Jahren eine deutsche Gesellschaft mit Sitz in Hannover bleiben. Die heutigen Arbeitsverträge blieben solange bestehen und es gebe keine Einschnitte bei den Gehältern. Weitere Gesprächstermine mit den Arbeitnehmervertretern seien, beginnend ab Montag, für die nächste Woche vereinbart.

Die meisten Flüge fielen am Freitag aus

Bei Tuifly waren am Freitag fast alle Flüge ausgefallen. Die Airline versuchte mit gemieteten Maschinen und Crews einen Teil der Ausfälle aufzufangen. Tausende Passagiere waren betroffen. Die Daten der stattfindenden Flüge sowie Hotline-Nummern für verschiedene Länder veröffentlicht Tuifly in diesem Dokument.

Auch Air Berlin musste nach eigenen Angaben 50 von 90 Flügen streichen. Etwa 45 Prozent des Flugprogramms hätten durch freiwillige Crews von Air Berlin und den Einkauf von Subcharterflügen aufgefangen werden können, teilte die Airline mit. Mehr als 1000 Mitarbeiter hätten sich freiwillig bereit erklärt, Sonderschichten zu leisten, um Fluggäste zu betreuen.

Wegen der Ausfälle sitzen rund 900 Gäste der Thomas Cook-Veranstaltermarken Thomas Cook, Neckermann Reisen, Bucher Last Minute und Öger Tours in verschiedenen Urlaubsgebieten fest. Das teilte Thomas Cook mit. Um alle Gäste von den Kanarischen Inseln und aus Griechenland zurück nach Deutschland zu befördern, werde das Unternehmen kurzfristig acht zusätzliche Flüge, vor allem mit der konzerneigenen Airline Condor organisieren.

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat jegliche Verantwortung für die massenhaften Krankmeldungen abgelehnt. "Das ist definitiv kein Mittel zum Arbeitskampf für uns", sagte der Tarifexperte Nicoley Baublies. Man rufe dazu nicht auf und distanziere sich klar von einem möglichen Missbrauch.

"Wilder Streik"? Fluggesellschaft machtlos gegen Krankmeldungen

Nach Einschätzung des Arbeitsrechtlers Robert von Steinau-Steinrück hat die Fluggesellschaft kaum Möglichkeiten, die Krankmeldungen ihrer Beschäftigten zu hinterfragen oder ihnen gar einen "wilden Streik" nachzuweisen.

Liegt eine ärztliche Bescheinigung der Krankheit vor, ist der Arbeitnehmer auf der sicheren Seite. 

Reiserechtler: Kunden haben Anspruch auf Entschädigung - Tuifly widerspricht

Nach Ansicht des Juristen Dr. Roland Schmid vom Unternehmen Fairplane liegt bei einem solchen Personalmangel kein "außergewöhnlicher Umstand" vor. Im Gegensatz zu einem regulären Streik hätten Fluggäste also Anspruch auf Entschädigung nach der EU-Fluggastrechtverordnung.

"Die Frage, ob man Personalausfälle einer Fluggesellschaft vorwerfen kann, ist nicht entscheidend. Dass Mitarbeiter krank werden, gehört aber zum täglichen Risiko eines Betriebes. Luftfahrtunternehmen müssen – wie jeder Unternehmer – darauf vorbereitet sein und reagieren können, ohne dass Fluggäste Schaden nehmen. Einen Umstand, der während des normalen Betriebes jederzeit vorkommen kann, kann man aber nicht als 'außergewöhnlich' bezeichnen", erklärte Schmid bereits in einer Mitteilung vom 4. Oktober. Fairplane ist eines von mehreren Unternehmen, die Entschädigungen von Airlines gegen Erfolgsprovision erstreiten.

Fairplane-Konkurrent Flightright schließt sich dieser Einschätzung an. Krankheitswellen seien normale Betriebsrisiken, die die Airlines einkalkulieren müssten. Bislang habe man rund 500 Ansprüche auf Ausgleichszahlung verärgerter Kunden auf dem Tisch, sagte der Flightright-Geschäftsführer, Philipp Kadelbach am Freitagmorgen. Sollte es weiterhin zu Flugausfällen kommen, rechne man innerhalb kurzer Zeit mit 1500 bis 2000 weiteren Anträgen.

Der Einschätzung der Flugrechtsportale widerspricht Tuifly: "Die massenhaften und äußerst kurzfristigen Krankmeldungen sind ein außergewöhnlicher und nicht vermeidbarer Umstand im Sinne von höherer Gewalt," sagte eine Sprecherin.  "Entschädigungs- beziehungsweise Schadensersatzansprüche der Kunden entstehen daraus nicht". Aus diesem Grund hätten auch die betroffenen Reise- und Luftbeförderungsverträge gekündigt werden müssen.

Reiserechtler Schmid geht auch wegen der Aussage der Airline davon aus, dass die Fälle, ob Tuifly für die Ausfälle Entschädigung zahlt, wohl vor Gericht entscheiden werden müssen - womöglich durch mehrere Instanzen.

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