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Normannische Küste: Leben im Rhythmus der Gezeiten

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Frankreich  

Leben im Rhythmus der Gezeiten

23.05.2011, 15:04 Uhr | Simone F. Lucas, srt, srt

Normannische Küste: Leben im Rhythmus der Gezeiten. Der Mont St. Michel (Foto: Nicolas van Ryk/srt)

Seit Jahrhunderten kommen Pilger übers Meer zum Mont St. Michel. (Foto: Nicolas van Ryk/srt)

Seit dem 26. Mai ist Deauville weltweit in den Schlagzeilen. Denn in dem normannischen Städtchen findet das Gipfeltreffen der G8-Staaten statt. Die hohe Politik hat sich putzige Fachwerkhäuser und einen breiten Atlantik-Strand als Kulisse ausgesucht. Eigentlich untypisch für die Gegend, in der Funklöcher zum Alltag gehören und verschwundene Seeleute keine Seltenheit sind. Doch es herrscht eine entspannte Atmosphäre, die typisch ist für die Küstenorte und Inseln der Normandie. Wie das Meer durch sein Kommen und Gehen die Landschaft und den Alltag der Menschen prägt, sehen Sie in unserer Foto-Show.

Musik hinter dem Labyrinth aus Austernbänken

Das Meer bestimmt das Leben: Nicht nur die Fischer an der normannischen Küste leben im Rhythmus der Gezeiten. Auf der kleinen Insel Tatihou bestimmen Ebbe und Flut auch über das Musik-Festival, das alljährlich gefeiert wird. Denn dafür kommen die Menschen übers Meer - dann, wenn sich das Wasser zurückgezogen und das Labyrinth der Austernbänke vor der Küste freigelegt hat. Die Idee, die Besucher übers Watt pilgern zu lassen, hatte Gerard Viel. Er gab dem Festival auch den Namen "Musik vom Meer". Zu hören ist "Volksmusik, modern interpretiert und mit Seele in unsere Zeit umgesetzt".

Türme sollten Briten abhalten

Neben Italienern und Griechen, Deutschen und Schweden sind auch Engländer mit von der Partie. Die waren in der Gegend über Jahrhunderte nicht gern gesehen. Ende des 17. Jahrhunderts hatte Frankreichs berühmter Festungsbaumeister Sebastien LePrestre, besser bekannt als Marquis de Vauban, damit begonnen, gegen den Erbfeind von den britischen Inseln die Grenze Frankreichs zu schützen. Er überredete den König auch, zwei Türme zu bauen, einen in Saint-Vaast-la-Hougue und einen auf Tatihou. Seither kamen die britischen Invasoren nicht mehr an Land - außer 1944 als Befreier. Heute gehören beide Türme zum Unesco-Welterbe, was dem Örtchen und der vorgelagerten Insel schon viele Besucher beschert hat. Die kommen dann auch in den Genuss der wunderbar nussig schmeckenden Austern von Saint Vaast, die hier seit 1880 gezüchtet werden. Und sie erfahren, wie hart und gefährlich das Leben am Meer sein kann. Eine Tafel, unter der ein frischer Blumenstrauß hängt, erinnert in der kleinen Kapelle am Strand an verunglückte Fischer und verschwundene Seeleute.

Funklöcher und Fabeltiere

Der Atlantik eröffnete aber auch über die Jahrhunderte den Menschen die Welt. Das kleine Granville, eine Gründung der Wikinger, galt lange Zeit als das Tor nach Neufundland. Heute fahren die meisten Boote höchstens noch auf die Insel Chausey - ein beliebter Familienausflug. In langen Schlangen warten Familienväter mit Fischernetzen, Mütter mit Picknickkörben und Kinder mit Eimer und Schaufel. Tatsächlich ist Chausey, nur einen Katzensprung von Granville entfernt, eine andere Welt. Es gibt keine Autos, und wer das Handy nutzen will, der landet oft im Funkloch. Dafür brüten hier seltene Vogelarten, und die Felsen sehen aus wie Fabeltiere.

Bei Flut versinkt die Inselwelt

Gerade noch zehn Menschen leben ständig auf der Insel, teilweise im Fort, das nach Ideen Vaubans gebaut, aber nie zur Verteidigung genutzt wurde. Autokönig Louis Renault hat es Anfang des 20. Jahrhunderts als Ruine gekauft und restauriert. Und noch heute wirkt das "Chateau Renault" aus dem 16. Jahrhundert wie eine Trutzburg, verschlossen wie eine Auster. Neue Häuser dürfen auf Chausey, das Privatbesitz ist, nicht gebaut werden. Vor der Hauptinsel liegen winzige Inseln, die sich bei Ebbe rasant vermehren. Wenn dann die Flut kommt, versinkt die ganze Inselwelt wieder im Meer.

Wattlandschaft für den Mont St. Michel

Übers Meer kamen jahrhundertelang die Pilger zum Mont St. Michel, dem heiligen Berg, der noch heute wie eine Festung des Erzengels mit dem Flammenschwert wirkt. Die Statue des heiligen Michael, der die Schlange mit Füßen tritt, krönt die Kirchturmspitze. Ein Damm verbindet den "heiligen Berg" mit dem Festland, in den Salzmarschen dazwischen grasen die Schafe. Noch. Denn der Mont St. Michel, seit 1979 Welterbe, soll vor der völligen Verlandung gerettet werden. Ein 200-Millionen-Euro-Projekt wird ihm seine Wattlandschaft zurückgeben und den Besuchern ermöglichen, die Trutzburg des Erzengels wieder im Auf und Ab der Gezeiten zu erleben.

Weitere Informationen:

Atout France - französische Zentrale für Tourismus, Postfach 100128, 80001 Frankfurt, www.franceguide.com
Comité Régional de Toursme de Normandie, 14 rue Charles Corbeau, F-27000 Evreux, www.normandie-tourisme.fr, www.ileschausey.com, www.abbaye-montsaintmichel.com
Musik-Festival auf der Insel Tatihou: Jedes Jahr ändert sich das Datum - abhängig von Ebbe und Flut. 2011 wird die Musik vom Meer vom 28. bis 31. August erklingen (www.culture.manche.fr, www.manchetourisme.com).

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