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Hausbooturlaub in Südfrankreich: Lust an der Langsamkeit

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Hausbooturlaub in Südfrankreich

30.04.2012, 09:48 Uhr | Brigitte von Imhof (25.04.2012), srt

Hausbooturlaub in Südfrankreich: Lust an der Langsamkeit . Hausbooturlaub in Südfrankreich (Quelle: Le Boat)

Hausbooturlaub in Südfrankreich (Quelle: Le Boat)

Einen malerischeren Liegeplatz hätten wir für die erste Nacht kaum finden können: Weiße Camargue-Pferde stehen in einer Lagune, in der sich die goldene Abendsonne spiegelt. Es sieht aus wie ein hinreißend schönes Gemälde. Was für ein gelungener Start zu unserer Hausbootreise in Südfrankreich. Unser Hausbootrevier ist ein Klassiker: der im 17. Jahrhundert erbaute Canal du Midi, der das Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet. Auf unserer Strecke zwischen Port Cassafières und Castelnaudary müssen 157 Kilometer kanalaufwärts mit stolzen 62 Schleusen gemeistert werden. Lust auf Hausbooturlaub machen wir auch in unserer Foto-Show.

Mehr als sechs Stundenkilometer sind nicht erlaubt

Der Einkauf in einem Wein-Käseladen in Portiragnes nahe unserem Starthafen bringt mich und meine drei Hausboot-Kumpanen gleich in die richtige Stimmung für das Genießerland Frankreich, und dann kann es auch schon losgehen. Mit sechs Stundenkilometern geht es dahin, mehr ist auf dem Canal du Midi nicht erlaubt. Die erste Schleuse: Mein Herz klopft wie wild, als sich das schwere schwarze Eisentor öffnet. Kapitän Chris fährt vorsichtig auf die Einfahrt zu, Bene hat zuvor das Boot verlassen, um das Schiff in der Schleusenkammer festzumachen. Rosi und ich warten mit den Leinen, die wir zu Bene hochwerfen. Wir sind das erste von drei Hausbooten, die in der Schleusenkammer Platz haben. Sind die Boote festgemacht, schließt sich das hintere Schleusentor, und schon kommt durch das vordere Tor das Wasser in großen Schwallen und mit Getöse hereingeschossen. Ganz schön unheimlich. Dann steigt der Wasserpegel. Meter um Meter. Wir fühlen uns wie in einem Aufzug. Und das ist auch der Sinn und Zweck von Schleusen: Höhenunterschiede auszugleichen. Dann dürfen die Leinen wieder losgemacht werden, und sobald sich das vordere Schleusentor geöffnet hat, geht die Fahrt weiter. 

Die Schleusen sind richtige Touristenattraktionen

Noch am selben Nachmittag erreichen wir eines der wohl spektakulärsten Schleusenbauwerke der Erde: Die Schleusentreppe von Fonsérannes mit sieben Schleusen hintereinander. In der Hochsaison passieren bis zu 60 Hausboote die Multi-Schleuse, die in einem Einwegsystem gruppenweise flussauf- oder flussabwärts geschleust werden. Es ist Sonntag, und die Schleusentreppe ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region. Unzählige Familien, Pärchen, Hundebesitzer, Fahrradfahrer und Jogger säumen die Treppen, um den Hausboot-Besatzungen beim Hantieren zuzusehen. Wir fühlen uns wie die Hauptdarsteller in einem Actionfilm. Nach einer knappen Stunde fahren wir aus der letzten Schleuse von Fonsérannes heraus - untermalt vom Applaus der Zuschauer.

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Auf dem Boot wird meist selbst gekocht

Vor uns liegen nun 50 schleusenfreie Kilometer. Endlich kommen wir dazu, die Umgebung zu genießen. Hinter uns liegt die Stadt Bezièrs, über der die gewaltige Cathédrale Saint-Nazaire thront. Der Kanal selbst wird von uralten Platanen flankiert, die die Wasserstraße wie ein Baldachin überspannen und die Sonne filtern. An beiden Seiten werden wir von Spaziergängern, Joggern und Radfahrern begleitet. Ständig schallt es "bonjour" oder "bon appétit" zu uns herüber, als wir auf dem Sonnendeck unser Mittag- oder Abendessen einnehmen. Meist kochen wir selbst, doch es locken auch viele lauschige Restaurants mit Gartenterrassen. Bei Roubia läuft der Schleusenwärterin das Wasser im Mund zusammen: Aus unserem Boot duftet es verführerisch nach Coq au Vin, der im Topf schmort und zum Abendessen serviert wird. 
In der Künstlerkolonie Le Somail sitzen am Ufer Malgruppen mit ihren Staffeleien, viele der historischen Gebäude sind mit Efeu zugewachsen. In einem ist das Antiquariat mit seinen 50000 Büchern untergebracht. In einem alten Holzschiff kann man herrliche Pasteten und Konfitüren kaufen - und gleich das Baguette für den nächsten Morgen vorbestellen. 

Die mittelalterliche Stadt Carcassonne zieht viele Besucher an

Die Region Languedoc-Roussillon ist Weinland. Zu beiden Seiten des Kanals ziehen sich Weinanbaugebiete in endlose Weiten. In der Gegend um Homps gehen wir von Bord, um den Weinbauern beim Ernten zuzusehen. Besonders fasziniert sind wir von einer Rüttelmaschine, die durch die Weinstockzeilen fährt und die reifen Beeren durch Schütteln von den Trauben löst.  Bald erreichen wir einen prominenten Sightseeing-Höhepunkt der Route: die mittelalterliche Stadt Carcassonne. Ihre Festung ist eine der größten und besterhaltenen Europas und hat angeblich als Vorlage für das Cinderella-Schloss in Disneyland gedient. Unglaublich, welche Menschenmassen auf dem riesigen Festungsareal unterwegs sind. 

Nach einigen Tagen ist man dem Kanal verfallen

Nach wenigen Tagen haben wir den gemächlichen Kanalrhythmus aufgesogen. Die Harmonie und Sanftheit des dahinfließenden Wassers hat von uns Besitz ergriffen. Wir haben seit Tagen keine Nachrichten gehört und E-Mails gecheckt - und kein bisschen das Gefühl, dass wir etwas Wesentliches verpassen. Wolkenloser Himmel und herrliche 25 bis 28 Grad tagsüber sind in diesen Tagen unsere ständigen Begleiter. Dazu kommen die französischen Momente: Wenn nachts ein paar Einheimische Boule spielen und dazu einer in seine Trompete bläst. Wenn man an der Schleuse die Leine festhält und gleichzeitig vom Baum eine Feige pflückt. Nett ist auch der Plausch mit den Schleusenwärtern und -wärterinnen, die die Tore automatisch bedienen. Viele sind Studenten. 

Am Ende der Reise müssen nochmal einige Schleusen durchquert werden

Der letzte Tag hat es schleusenmäßig noch einmal in sich: Zweier-, Dreier- und Viererschleusen warten auf uns, einige sind nur ein paar hundert Meter voneinander entfernt. Wir haben alle Hände voll zu tun. Und dann laufen wir in Castelnaudary ein, unserem Zielhafen. Neben uns machen Steve und Shirley aus Sydney fest, die wir unterwegs immer wieder getroffen haben. Sie bringen ihre trink- und essbaren Vorratsreste mit und zelebrieren mit uns den Abschied vom Hausbootdasein, bevor es am nächsten Morgen wehmütig wieder zurück ins richtige Leben geht. 

Weitere Informationen: 

Veranstalter: Sieben Nächte Hausbootmiete für vier Personen kosten je nach Reisezeit bei Tui ab zirka 1400 Euro. Die Saison dauert von Mitte März bis Ende Oktober. 
Weitere Auskünfte: Maison du Tourisme et des Vins, 1 Boulevard Wilson, 34500 Béziers, Tel. 0033/467/762020, www.beziers-mediterranee.com 

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