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Lefkas: Auf der Insel der Seligen

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Lefkas  

Auf der Insel der Seligen

16.12.2013, 10:38 Uhr | Simone F. Lucas/SRT, srt

Lefkas: Auf der Insel der Seligen. Strand von Kathisma auf Lefkas. (Quelle: SRT /Simone F. Lucas)

Strand von Kathisma auf Lefkas. (Quelle: Simone F. Lucas/SRT )

Es muss die Lebensqualität in diesem Stückchen Griechenland sein, die den Unterschied macht, die Menschen bleiben und andere kommen lässt. Menschen wie Spiros, der nach Jahren im Ausland als erfolgreicher Manager zurückgekommen ist. Oder Helmut, einen 66-jährigen Deutschen, der Lefkas sein Zuhause nennt. In unserer Foto-Show zeigen wir, was Lefkas so einzigartig macht.

Das Meer - blaugrün, türkis

Die Insel, die über einen Damm und eine Schwenkbrücke mit dem griechischen Epirus verbunden ist, ist gerade mal 15 Kilometer breit und 35 Kilometer lang. Weiß ist der Sand an den breiten Stränden, weiß sind die Kalkklippen am Kap Dukato. Am rauen Kap von Lefkas sah Homer den Eingang zur Unterwelt, und von den Klippen sollen sich unglücklich verliebte Mädchen ins Meer gestürzt haben. Der Sage nach tat dies auch die berühmte Lyrikerin Sappho - aus unerwiderter Liebe zum Jüngling Phaon. Heute steht da, wo einst ein Apollotempel stand, ein Leuchtturm - und niemand mehr stürzt sich aus Liebeskummer in die Meereswogen, höchstens aus Lust. Denn so schön wie hier an der Südspitze der kleinen Insel ist das Meer selten in der ionischen Inselwelt. Blaugrün, türkis, lindgrün, opalfarben. Ein Fest fürs Auge. Der nahe Katsiki-Strand ist deshalb auch längst kein Geheimtipp mehr. Sonnenanbeter und Schwimmer kommen in Scharen - nicht einmal die 75 Stufen der Treppe, die von der Klippe hinunter zum Strand führen, können sie aufhalten. Andere landen einfach mit dem Badeschiff. Vor so viel Zuneigung kapituliert die Wasserqualität, zumal die Infrastruktur zu wünschen übrig lässt.

Lebenskünstler Helmut führt über die Insel

Doch niemand muss gerade dort ins Wasser. Lefkas hat noch viele Strände, in kleinen und großen Buchten, sichelförmig die einen, fjordartig die anderen, und alle einladend mit glasklarem Wasser. Da, wo die - kostenpflichtigen - Schirme aufgespannt sind, sieht man jetzt, dass noch viel Platz ist. Die Touristen bleiben aus. Lefkas ist schön wie immer, die Menschen sind freundlich wie immer und die Preise niedrig wie selten zuvor. "Für mich ist Lefkas meine Heimat", erklärt Helmut, Wanderführer aus Deutschland, kategorisch. Als er vor 22 Jahren zum ersten Mal auf die Insel kam, war es Liebe auf den ersten Blick. Der Kauf eines Hauses war dann eine Sache von zehn Minuten - und bis heute hat der 66-jährige, der sich gerne als Lebenskünstler sieht, nichts bereut. Seit zehn Jahren lebt er ständig auf der Insel, seit acht Jahren führt er Touristen auf den schönsten Wanderwegen über die Berge von Lefkas, dahin, wo sich violette Thymianpolster unter uralten Olivenbäumen breit machen und der wilde Salbei duftet, wo der Blick weit übers Meer und die ionische Inselwelt schweift bis hin nach Zakynthos, das im Meer wie ein schlafender Drache liegt. "Ich war schon immer ein Geher", sagt Helmut. Und dass es für ihn die größte Freiheit ist, "wenn ich da oben bin und alles unter mir habe".

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Kleinod - nicht nur für deutsche Gäste

Vor dem Kafeineon von Theodoros in Poros hängen ein paar alte Männer rum, der Gemischtwarenladen im Inneren ist leer. Auch die griechischen Urlauber bleiben aus. "Die haben kein Geld", weiß der Wahl-Lefkadier Helmut, der hier alles und jeden zu kennen scheint. Nicht nur die Deutschen haben Lefkas als Hideaway entdeckt. Auf einem Hügel thront die Villa einer englischen Familie und weiter unten haben sich gleich mehrere Russen angesiedelt. Sie alle scheinen die Leichtigkeit des Seins zu schätzen, die auf dieser Insel herrscht. Spiros würde die Krise gerne vergessen. Doch als Tourismusmanager ist er ständig mit Griechenlands Problemen und deren Auswirkungen auf die Touristen konfrontiert. Der smarte 36-Jährige mit dem jungenhaften Lächeln weiß, wie wichtig Tourismus für die Insel ist, auf der er nach Studien- und Berufsjahren in London und Athen mit seiner Familie sein Auskommen gefunden hat. "Wir sind immer noch ein touristisches Baby", sagt Spiros und lacht. Gerade mal seit 20 Jahren gibt es Tourismus auf Lefkas. Ein Massenziel wie Kreta werde die Insel auch nie werden, davon ist der Grieche überzeugt. "Dafür sind wir zu klein - glücklicherweise." Wer all-inclusive wolle und Remmidemmi, der sei auf Lefkas an der falschen Adresse: "Dies hier ist Griechenland!"

Den Seelenfrieden finden

Die viel gerühmte Gastfreundschaft und die Verbindung von üppig grüner Natur mit weiten Sandstränden - das mache den Charme der Insel aus. Auch dass sie weit genug weg ist von Athen und den politischen und wirtschaftlichen Verwerfungen dort. Spiros macht kein Hehl aus seiner Verachtung für die Politiker, die dem Land die Krise eingebrockt hätten. "Unglücklicherweise ist Griechenland ein kleines Land, das nutzlose Politiker hat", stöhnt der Tourismusmanager und hofft auf emanzipierte Touristen, die das zu schätzen wissen, was das Land - und vor allem die Insel Lefkas - zu bieten hat und was er selbst so schätzt: Kleine weltabgeschiedene Dörfer, in denen Zeit keine Rolle zu spielen scheint. Lebhafte Städtchen mit originellen Geschäften und einladenden Restaurants. Berge, die nach Sommer duften und Strände, an denen noch viel Platz ist. Dazu alte Kirchen und Klöster und eine Geschichte, die weit zurück reicht bis zu Alexander dem Großen. Lebensqualität hat Spiros auf seiner Insel gefunden und - anders als im trubeligen Athen - auch "Seelenfrieden". Wanderführer Helmut sieht das ähnlich und ist überzeugt: "Wer einmal auf Lefkas war, der kommt immer wieder."

Weitere Informationen

Anreise: Air Berlin fliegt von Berlin, Köln, Düsseldorf, Hamburg, Stuttgart, Nürnberg und München zum Flughafen Preveza; Condor von Frankfurt aus. Von dort ist man in einer knappen Stunde auf Lefkas.
Unterkunft: Auf der Insel gibt es keine großen Hotels, aber viele kleinere, am Strand oder auch im bergigen Inland. Zum Beispiel das kuschelige Pavezzo Country Retreat in Kaouna bei Lygia (www.pavezzo.gr), das Hotel Konaki in Lygia mit großem Pool und weitläufigem Garten (www.hotelkonaki.gr) oder das Hotel Ionis in Laufnähe zum schönen Strand von Agios Nikitas (www.ionis-hotel.gr). Alle Häuser sind auch im Programm von Rhomberg Reisen, Eisengasse 12, A-6850 Dornbirn, Österreich, Tel. 0800/5893027 (kostenlos), reisen@rhomberg.at, www.rhomberg-reisen.com;

(Erstmals veröffentlicht am 13.07.2012)

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