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Griechenlands Insel Delos: Eiland der Götter

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Delos  

Diese Insel hütet einen der größten Schätze des Mittelmeers

27.09.2016, 11:13 Uhr | Fabian von Poser, srt

Griechenlands Insel Delos: Eiland der Götter . Blick über die Insel Delos. (Quelle: imago/SMID)

Blick über die Insel Delos. (Quelle: SMID/imago)

Wer die Überfahrt von der Kykladen-Insel Mykonos nach Delos antritt, erlebt ein Stück ursprüngliches Griechenland. Die 3,4 Quadratkilometer große Insel ist nur von ein paar Archäologen und Museumswärtern bewohnt. Zudem birgt das Eiland einen der größten archäologischen Schätze des Mittelmeers - sehen Sie selbst in unserer Foto-Show.

Der Weingott Dionysos hätte seine helle Freude daran. Vor seinem Bild, das ihn auf einem Leoparden reitend zeigt, scharen sich Trauben von Touristen. "Der betrunkene Gott des Weines reitet auf einem Leoparden", sagt Katerina, als die Sonne über Delos emporsteigt. Das Namensschild auf Ihrer Brust weist sie nicht nur als Touristenführerin, sondern auch als Archäologin aus. Heute ist Delos außer einer Handvoll Menschen wie ihr quasi unbewohnt, doch vor 2000 Jahren war das Eiland einer der heiligsten und am dichtesten besiedelten Orte weit und breit. Bekannt ist die Insel als Geburtsort des Sonnengotts Apollon. Und tatsächlich: Mit mehr als 300 Sonnentagen im Jahr ist Delos einer der sonnenreichsten Orte des Mittelmeers.

Insel Delos ist ist ein wahres Freiluft-Museum

Die Geschichte der Insel geht weit zurück. Bereits seit dem dritten Jahrtausend vor Christus war Delos bewohnt. Von 500 vor Christus an erlebte das Eiland einen regelrechten Wirtschaftsboom, der seinen Höhepunkt Anfang des ersten Jahrhunderts vor Christus erreichte. Auf Delos wurde nichts produziert, dafür aber alles gehandelt, was damals gefragt war: Getreide, Wein, Parfüm und Sklaven. Bis zu 30.000 Menschen lebten zeitweise auf dem winzigen Eiland, rund 75.000 Schiffe liefen jedes Jahr den Hafen an. Vor allem durch den Getreidehandel schwang sich die Insel zu einem der bedeutendsten Handelsplätze des antiken Griechenland auf.

Heute ist Delos ein Freiluft-Museum, in dem es selbst Kulturmuffeln die Sprache verschlägt. Auf der winzigen Insel reiht sich ein Highlight ans andere. Der gewaltige Apollo-Tempel, 2000 Jahre alte Statuen unter freiem Himmel, dem Weingott Dionysos geweihte Riesen-Phalli und Delos' wohl berühmteste Sehenswürdigkeit: die Terrasse der Löwen mit den Nachbildungen fünf kolossaler Löwenstatuen aus Marmor, eine Gabe der Naxier aus dem siebten Jahrhundert vor Christus. Die ewigen Wächter von Delos sitzen auf den Hinterbeinen, haben die Münder geöffnet und brüllen bis an das Ende der Zeit.

Die Originale stehen wie hunderte andere Exponate in dem kleinen Museum auf der Insel. Und, man sieht es dem unscheinbaren Gebäude von außen kaum an: Die neun Räume beherbergen eine der größten antiken Sammlungen der Erde. Trotz seiner geringen Größe gilt Delos als eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler und als besterhaltene antike Stadt Griechenlands. Seit 1990 gehört die Insel deshalb auch zum Weltkulturerbe der Unesco.

Vom Berg Kynthos gibt's die beste Aussicht auf Delos

Die Stimmung auf der Insel zieht jeden Besucher in den Bann. Den besten Überblick verschafft man sich vom 112 Meter hohen Berg Kynthos. Am Morgen ist der Aufstieg noch angenehm. Das schräg stehende Licht bündelt sich wie ein gleißender Strahl auf dem Meer. Um einen herum nichts als Tempel, Säulen und Theater. Am Horizont schimmern weiß ein paar Ausflugsboote aus Mykonos. Doch die Menschenmassen vor den Windmühlen von Mykonos-Stadt, das Gedränge in den weiß gekalkten Altstadt-Gassen und die Bananenboote an den Stränden sind von hier so weit entfernt wie der Mond von der Erde.

Auf Mykonos frönen die Touristen bereits ab dem frühen Morgen weltlichen Genüssen. Paradise Beach, Super Paradise Beach und Elia Beach quellen über vor Menschen. Delos ist bis heute das komplette Gegenteil. Wer eines der ersten Ausflugsboote nimmt, der hat die Insel quasi für sich. Apollo, Artemis und Dionysos - sie alle leben hier weiter. Irgendwie. Vor allem in den frühen Stunden, wenn das Morgenlicht über den Tempeln und Säulen samtweich zerfließt, macht das Eiland seinem Namen wirklich alle Ehre: Delos, Insel der Götter.

Weitere Informationen:

  • Anreise: Condor fliegt Mykonos von verschiedenen deutschen Flughäfen an, Easyjet ab Freiburg-Basel-Mulhouse. Mit Aegean Airlines gelangen Urlauber nach Mykonos über Athen.
  • Beste Reisezeit: April bis Oktober.
  • Unterkunft: Auf Delos gibt es keine Übernachtungsmöglichkeit, aber auf dem benachbarten Mykonos.
  • Geführte Touren: Ab neun Uhr fahren verschiedene Fährgesellschaften von Mykonos in etwa 30 Minuten nach Delos. Hin- und Rückfahrt kosten rund 20 Euro. Ein sehr verlässlicher Anbieter, der auch geführte Touren anbietet, ist Delos Tours (www.delostours.gr). Im Sommer gibt es auch von Paros und Naxos Boote nach Delos. Der Eintritt auf die Insel kostet fünf Euro.
  • Weitere Auskünfte: Griechische Zentrale für Fremdenverkehr, Tel. 069/2578270, www.visitgreece.gr

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