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The Shard: London eröffnet Europas höchsten Wolkenkratzer

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The Shard: London eröffnet Europas höchsten Wolkenkratzer

05.07.2012, 16:20 Uhr | mro, dpa

The Shard: London eröffnet Europas höchsten Wolkenkratzer. "The Shard" ragt 310 Meter in den Himmel Londons (Quelle: dapd)

"The Shard" ragt 310 Meter in den Himmel Londons (Quelle: dapd)

Drei Jahre wuchs die Pyramide an der Themse, jetzt ist Europas größter Wolkenkratzer fertig - zumindest von außen. Londons neues Wahrzeichen "The Shard" überragt mit 310 Metern rechtzeitig vor den Olympischen Spielen die englische Metropole. Am Innenausbau wird allerdings noch gefeilt. Doch ein neuer Wolkenkratzer mitten in der Krise, finanziert vom Emirat Katar? "The Shard" hat nicht nur Freunde. Sehen Sie "The Shard" auch in unserer Foto-Show.

Zumindest in Westeuropa am höchsten

Im Vergleich zu ihren großen Schwestern in Asien oder Dubai ist "The Shard" fast schon ein Zwerg. Mit 310 Metern überragt der neue Wolkenkratzer an der Londoner Themse zwar sämtliche andere Hochhäuser Westeuropas, seinen Status als höchstes Gebäude Europas wird aber nicht zu lange währen. In Moskau aber wird fleißig am Mercury City Tower gebaut, der 332 Meter hoch werden soll. Das höchste Bauwerk der Welt steht in Dubai und misst 828 Meter. Doch für London ist "Die Scherbe" mehr als nur ein Hochhaus, meint Bürgermeister Boris Johnson: "Sie ist ein überragendes Symbol für Londons Entschlossenheit, die Rezession zu besiegen und das Wirtschaftswachstum anzutreiben."

Zu pompös für London?

Baustart für das von Architekt Renzo Piano entworfene, pyramidenförmige Gebäude, das an der Spitze in Scherbenform zusammenläuft, war 2009. Und seitdem schliffen die Kritiker ihre Klingen. Mitten in Banken- und Wirtschaftskrise erschien es geradezu vermessen, gleich gegenüber des Finanzplatzes Londoner City ein gigantisches Glashaus aufzustellen. "'The Shard' ist ganz klar ein Denkmal für aus der Kontrolle geratenen Reichtum und Macht", schrieb Jonathan Jones in der Zeitung "Guardian". "Es schreit mit blendender Arroganz, dass Geld regiert." Das von Innen im edlen Design ausgestattet Haus soll Luxuswohnungen, einem Hotel und Büros Platz bieten. Auf den 72 bewohnbaren Etagen könnten reichgewordene Finanzhaie symbolgeladen über der Armut der Stadt schweben, meinen der "Guardian" und andere dazu. "'The Shard' tut uns vielleicht sogar einen Gefallen, indem sie sichtbar macht, was sonst kunstvoll versteckt ist", schrieb Jones.

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Hauptinvestor kommt aus Katar

Für Kopfschütteln sorgte von Anfang an auch die Tatsache, dass schon wieder das Emirat Katar als Hauptinvestor hinter dem Projekt steht. Von zahlreichen anderen Baustellen über das Kaufhaus Harrods bis hin zu Ausstellungen in der Tate Modern reicht das finanzielle Engagement der Scheichs im krisengeschüttelten London ohnehin schon. Zusammen mit der Entwicklung des Stadtteils rund um "The Shard" kostete das Projekt nach Angaben des Bauträgers 1,5 Milliarden Pfund (1,8 Milliarden Euro). Als sich 2009 wegen der Kreditkrise andere Investoren aus dem Vorhaben zurückzogen, habe Katar Rückendeckung gegeben, hieß es zur Feier der Fertigstellung der Außenfassade am Donnerstag vonseiten des Emirats: "Für uns ist "The Shard" und alles, was es repräsentiert, ein Zeichen für die Investionen Katars hier in London."

Bürgermeister hofft auf die "Scherbe

Dass bei der Zeremonie ausgerechnet Prinz Andrew, Sohn der britischen Königin und ehemaliger Handelsbotschafter der Regierung dabei war, tat der Symbolik keinen Abbruch. Er hatte seinen Posten aufgeben müssen, weil er in der Kritik stand, sich mit politisch fragwürdigen oder sogar kriminellen Reichen zu umgeben und über seine eigenen Standards gelebt zu haben. Doch Bürgermeister Johnson setzte große Hoffnung in die "Scherbe". "Dieser glänzende Neuzugang für die Londoner Skyline wird ein riesiges Handelsmagnet werden, das massenweise neue Unternehmen anziehen und Arbeitsmöglichkeiten für Tausende Menschen bieten wird", erklärte er. Der Premierminister von Katar, Scheich Hamad bin Dschasim al-Thani, der zu der Feier kurz vor dem Start der Olympischen Spiele eigens anreiste, sieht das Projekt als Symbol für "die solide und beständige Beziehung" zwischen Katar und Großbritannien.

Kritik am Design des Gebäudes

Und dann ist da natürlich noch die Frage des Geschmacks. Dem US-Amerikaner Bradley Garrett gefällt das Haus gar so gut, dass er in einer Nacht- und Nebelaktion im vergangenen Jahr heimlich bis obenhin kletterte. "Ich musste unbedingt da hoch", sagte er. Gelobt wird vor allem die glänzende Glasfassade, die trotz der Wucht des Gebäudes eine gewisse Leichtigkeit ausstrahlt. "The Shard" sei ein Design-Meisterwerk. Andere kritisieren, sie passe absolut nicht in das Stadtbild, das bei der London Bridge vor allem von niedrigen, historischen Häusern bestimmt wird. Dem britischen Thronfolger Prinz Charles, für seine Abneigung gegenüber moderner Architektur bekannt, ist die "Scherbe" ebenfalls ein Dorn im Auge. Seine Meinung: "Es sieht aus wie ein gigantischer Salzstreuer."

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