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Isle of Wight: Ein Hauch von Woodstock

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Isle of Wight  

Ein Hauch von Woodstock

20.06.2016, 13:21 Uhr | Armin Herb/srt

Isle of Wight: Ein Hauch von Woodstock . Isle of Wight. (Quelle: Armin Herb)

Isle of Wight. (Quelle: Armin Herb)

Englands Garteninsel hatte schon immer eine illustre Fangemeinde. Sie reicht von Queen Victoria über die Flower-Power-Kinder bis zu Paul McCartney, der hier seinen Welthit "When I'm sixty-four" komponiert hat. Schauen Sie sich die Insel auch in unserer Foto-Show an.

Die einen nennen sie etwas übertrieben das "Madeira Großbritanniens", andere fühlen sich an die Romane von Rosamunde Pilcher erinnert. Auf jeden Fall präsentiert die Isle of Wight den Süden Englands wie aus dem Bilderbuch: Weiße Kreideklippen, mildes Klima und schnuckelige Fischerdörfer mit Reetdachhäuschen prägen die 380 Quadratkilometer große Insel, die nicht mal eine halbe Fährstunde südlich von Portsmouth und Southampton im Ärmelkanal liegt. 

Hier kann man durchatmen

"Wenn ich vom hektischen London zurückkomme - und ich liebe unsere Metropole -, kann ich hier wieder durchatmen," erzählt Sue Emmerson, die Gästen gerne ihre persönliche Isle of Wight zeigt. Sie meint damit vor allem kleine Bauernhof-Cafés, Landgasthöfe mit moderner britischer Regionalküche, Künstlerateliers und immer wieder die Ausblicke auf die Küste, die vor allem im Süden viele eindrucksvolle Fotomotive hergibt. 

Das üppige Grün und relaxte Leben auf der Insel genoss vor mehr als 150 Jahren schon eine der berühmtesten Britinnen. Queen Victoria hatte hier für ihre Familie das Osborne House bauen lassen, ein opulentes Schloss im Stile eines italienischen Palazzos, mit grandioser Parkanlage und eigenem Strand. Paul McCartney schrieb in einem schnuckeligen Ferienhaus auf der Isle of Wight den Beatles-Hit "When I'm sixty-four". 

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Während die Besucher bisher meist ihre sommerlichen Bade- und Segelferien auf der Insel verbrachten, entdecken jetzt mehr und mehr Aktivurlauber die Hügel und Strände. Schon auf der Fähre sieht man dutzende Radler mit ihren neongelben Wind- und Warnwesten. Aussichtsreiche Küstenpfade locken Wanderer zu Ein- und Mehrtagestouren. 

Tourismus und Landwirtschaft

Aber die Insel lebt nicht nur vom Tourismus, sondern auch von exklusiver Landwirtschaft. Die Isle of Wight Cheese Company etwa produziert würzigen Kuh- und Schafskäse. Der ist so delikat und begehrt, dass er selbst von einigen Gourmettempeln Londons und vom FC Arsenal bestellt wird. Welcher Besucher hätte das vor 20 Jahren von einem englischen Käse erwartet? 

Im Tomato Stall im Arreton Valley wachsen mindestens 40 unterschiedliche Tomatensorten, in Farben von gelb und grün bis rot getigert, von der kirschgroßen Sorte Cherry Vine bis zur wuchtigen Beafsteak Tomato. Aber das kulinarische Unikum bildet die Garlic Farm bei Newchurch, mit Hofladen, Show-Küche und Landgasthaus. Dort gibt's alles mit Knoblauch, von der Knoblauchsoße bis zum Knoblauch-Bier, das zum Glück kaum nach der geschmacksintensiven Knolle schmeckt. Die Eltern von Colin Boswell, dem heutigen Chef der Garlic Farm, reisten durch die ganze Welt auf der Suche nach der "mother of all garlic", die sie schließlich in den Bergen von Georgien und Kasachstan fanden. Heute beschäftigt sich die ganze Familie mit Knoblauch, schreibt Kochbücher und veranstaltet sogar jährlich ein Garlic-Festival. 

Das "Europäische Woodstock"

Colin Boswell kann sich übrigens noch gut an das Jahr 1970 erinnern. Als 18-Jähriger feierte er mit beim Isle of Wight Rockfestival, dem "Europäischen Woodstock", mit mehr als 600000 Musikfans. Das riesige und aufgrund der Menschenmassen wohl auch etwas chaotisch geratene Rockmusikfestival fand vom 26. bis zum 30. August auf dem Gelände der East Afton Farm statt und profitierte von den Informationen über das damals bereits legendäre Woodstock. Insider gehen davon aus, dass sogar noch mehr Zuschauer da waren, da sich hinter dem Zaun noch unzählige Fans drängten. In den fünf Tagen traten viele der Superstars der Seventies auf, wie zum Beispiel The Doors, Chicago und Jethro Tull, die Folksängerinnen Melanie, Joan Baez und Joni Mitchell sowie die Songwriter Leonard Cohen und Kris Kristofferson. 

Zur Erinnerung an die fünf wilden Tage steht im Garten des Dimbola Museums, wo einst die Fotografin Margaret Cameron lebte, eine Statue des legendären Gitarristen Jimi Hendrix, der hier einen seiner letzten Auftritte absolvierte. Seit 2002 findet das Festival alljährlich im deutlich kleineren Rahmen wieder statt. In diesem Jahr mit den ebenfalls schon legendären Hauptacts The Who und Queen. 

Traditionsreiche Segelregatta

Mittlerweile zählt stattdessen die Cowes Week wieder zu den publikumswirksamsten Veranstaltungen der Insel. Seit 1826 findet im August im Badeort Cowe die traditionsreiche Segelregatta statt. Mehr als 1000 Jachten segeln um die Wette, während sie rund 80.000 Zuschauer in Partystimmung anfeuern. Und im Royal Yacht Club treffen sich dann - nomen est omen - die Royals, nicht nur aus dem United Kingdom. Die Cowes Week soll übrigens einst Kaiser Wilhelm II. inspiriert haben, die Kieler Woche zu gründen. 

Wenn die sommerlichen Besucherwellen wieder abebben, freut sich Sue Emmerson auf die Rückkehr zur Inselgemütlichkeit. Dann bekommt sie auch problemlos einen Platz zum Fisch-Dinner im kleinen Seaview Restaurant - ein charmantes Gourmetlokal mit einem angeschlossenen urigen Dorf-Pub. Oder Sue schaut einfach vom Ufer Richtung Norden. Dort leuchtet abends in der Ferne ein Vertreter des modernen, hektischen Englands - der spitze Spinnaker Tower als Wahrzeichen der quirligen Hafenstadt Portsmouth. 

Weitere Informationen: 
Visit Isle of Wight, The Guildhall, High Street, Newport, Isle of Wight, PO30 1TY, England, Tel. 0044/1983/813813, www.visitisleofwight.co.uk

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