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"Null Stern Hotel" in der Schweiz: Schlafen in St. Gallener Luftschutzanlage

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"Null Stern Hotel"  

Schlafen im Schutzraum

13.10.2008, 16:47 Uhr | M. Roman

Der Luftschutzraum in Sevelen wurde zum ersten "Null Stern Hotel". (Foto: Felix Burch/20 Minuten)Der Luftschutzraum in Sevelen wurde zum ersten "Null Stern Hotel". (Foto: Felix Burch/20 Minuten)

Ironischerweise zeitgleich zur weltweiten Finanzkrise eröffnen die Schweizer Künstler und Brüder Frank und Patrik Riklin das erste "Null Stern Hotel" der Welt. Ihr Pilotprojekt, eine Luftschutzanlage in der St. Gallener Gemeinde Sevelen zum absoluten Low-Cost-Hotel umzugestalten, war bei den ersten Probeschläfern ein voller Erfolg. Jetzt soll es bald überall in der Schweiz "Null Stern Hotels" geben.

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"Bedürfnis nach Einfachheit"

Die Idee hatten die Künstler-Brüder aufgrund der vielen ungenutzten Zivilschutzanlagen der Schweiz. Sie ließen sich kurzerhand die Bezeichnung "Null Stern Hotel" schützen, richteten den Luftschutzraum Stampf der Gemeinde Sevelen entsprechend ein und suchten per Anzeige nach acht Testbewohnern. Nach der ersten Nacht zeigten sich diese begeistert, berichtet Patrik Riklin, die Erwartungen der Künstler seien übertroffen worden. Er habe ein "Bedürfnis nach Einfachheit" gesehen bei der unüblichen Testgemeinschaft aus Schülern, einem Lehrer, einer Hausfrau, einem Bauingenieur und einem Mitarbeiter des St. Gallener Kulturamtes. Im November entscheidet die Bürgerversammlung der Gemeinde, ob das Projekt in Sevelen eine Zukunft hat.

"Null Stern Hotel" mit eigenwilligem Charme

Am liebsten würde das Brüderpaar in weiteren ungenutzten Luftschutzräumen der Schweiz "Null Stern Hotels" "so schnell wie möglich" eröffnen, die Suche nach Partnern läuft. Als Einsatzort können sich die Künstler viele Schweizer Gemeinden vorstellen. Gerade in idyllischen Gegenden böten die Luftschutzräume einen künstlerischen Kontrast und somit ein besonderes Erlebnis für die Besucher - und das bei geringen Preisen. Die Low-Budget-Hotels sollen vor allem durch den eigenwilligen Charme punkten.

Luxuskategorien ohne Sterne

In den Billighotels soll es trotz alle Einfachheit mehrere Zimmerkategorien geben, sagte Patrik Riklin: Standard (original Militärdoppelstockbett), Komfortvariante (zwei abgesägte und zusammengestellte Hochbetten für mehr Liegefläche) und Luxusversion ("echte" Doppelbetten, vorzugsweise aus dem Bestand geschlossener Hotels der jeweiligen Region). Die Preise könnten sich die Riklins bei etwa 10 bis 25 Franken pro Nacht (6,50 bis 17 Euro) vorstellen. Dennoch sollen die Gäste nie vergessen, wo sie sind - und das werden sie auch nicht: Sei es dank der teils hörbaren Lüftung oder der eingeschränkten Warmwassermenge: Bei der ersten Testübernachtung wurde mit einer Art Glücksrad gelost, wer eine warme Dusche nehmen durfte.

"Aus Schwächen Stärken schälen"

Um die Authentizität der "Null Stern Hotels" auch in Zukunft zu wahren, haben die beiden Künstler ein Manifest verfasst. In diesem wird nicht nur die zufällige Vergabe des Warmwassers geregelt, sondern auch grundlegende Forderungen aufgestellt. So sollen Betreiber wie Besucher aus den "Schwächen Stärken schälen", spezifische Nöte in künstlerische Tugenden übersetzen. Ach ja, und der zeitliche Zusammenfall mit der Finanzkrise war natürlich nur Zufall, versichert Riklin - wenn auch ein ironischer.

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