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"dasparkhotel" in Bottrop: Das erste Röhrenhotel Deutschlands

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Eine Nacht im Abwasserrohr

17.05.2011, 13:00 Uhr | dpa

"dasparkhotel" in Bottrop: Das erste Röhrenhotel Deutschlands. Mehrere Betonröhren-Zimmer (Foto: Roland Weihrauch dpa/lnw)

Die "Hotelzimmer" auf dem Parkgelände (Foto: Roland Weihrauch dpa/lnw)

Rund, kalt, dunkel: Diese Vorstellung von Kanalrohren müssen Sie wohl nochmal überdenken. Denn im Bottroper Bernepark stehen nun fünf dieser Betonröhren. Allerdings nicht als Abwasserkanal, sondern als Hotelzimmer. Wer will, kann hier übernachten. Den Preis kann man selbst bestimmen und zur Ausstattung gehören Matratze und Betthupferl. Ganz schalldicht sind die Betonteile allerdings nicht. Wie es im Inneren der besonders rustikalen Hotels aussieht, erfahren Sie in unserer Foto-Show.

Sechsbeinige Mitbewohner

Die Hotelzimmer im Bottroper Bernepark sind drei Meter lang, 2,40 Meter im Durchmesser und 11,5 Tonnen schwer: Wer hier eincheckt, verbringt die Nacht in einer Betonröhre. Denn der österreichische Künstler Andreas Strauss hat einen Ort für Alltagsflüchtlinge geschaffen. "Wer seine Ruhe haben will, kann ins Rohr gehen", erklärt er sein Werk. Von außen grau, kalt und nicht wirklich einladend. Doch darin sieht es gemütlich aus. Auf dem Bett liegen zwei grasgrüne Bettlaken zu Schlafsäcken zusammengenäht, zwei Wolldecken, darauf zwei kleine Tüten Gummibärchen. Die Wand ist mit weißen Menschenumrissen auf türkisfarbenen Hintergrund bemalt, eine Nachttischlampe spendet warmes Licht. Einen Kleiderhaken gibt es jedoch nicht. Dafür Mitbewohner, die schnell das Weite suchen: Käfer und Ameisen.

Spiel mit dem Preis

"Man kann sich temporär, anonym und legal wegsperren", erklärt Künstler Strauss die Idee des ersten Röhrenhotels Deutschlands. Reservieren muss man sein Bett im Internet, den Zugangscode bekommt man per SMS, eine Rezeption gibt es nicht. Jeder zahlt das, was er für richtig hält. Strauss sagt, es sei eine Art Spiel: Was ist es den Leuten wert, hier zu übernachten? Wie viel Respekt haben sie vor dem Kunstwerk? "20 Euro ist fair, mehr ist willkommen." Die Putzkraft müsse bezahlt werden, Minireparaturen fielen an.

Nicht schalldicht

Maximal drei Tage darf man Rohrbewohner sein. Der Künstler richtet sich nach einer Weisheit, wonach es mit Gästen wie mit Fisch ist: Nach drei Tagen fangen sie an zu stinken. Bis dahin kann man den blauen WC-Container im Wäldchen hinter den fünf Röhren aufsuchen. Seit wenigen Tagen hat das Parkhotel, wie es offiziell heißt, geöffnet. 300 Reservierungen sind schon eingegangen, weiß Gregor Evers, Standortleiter des Berneparks und Betreiber des Hotels. Die A 42 rauscht in unmittelbarer Nähe, Güterzüge rattern vorbei - schalldicht ist so ein Abflussrohr nicht. In einer der Röhren nächtigt Alexander, zwei Bier hat er sich mitgebracht. Der Essener arbeitet in Bottrop und ist nach der Arbeit in die Röhre gekrochen. "Ich wollte einfach mal keine Bildschirme um mich herum haben und die Gedanken schweifen lassen", berichtet er. Für den Fall, dass der Zugangscode nicht mehr funktioniert oder verloren geht, gibt es für Gäste eine Notfallnummer, unter der man Standortleiter Gregor Evers erreichen kann.

Bereits das zweite Parkhotel

Die - sagen wir- etwas rustikaleren Hotelzimmer sind bereits der zweite Clou von Künstler Andreas Strauss. In Österreich, in der Nähe von Ottensheim bei Linz stehen bereits seit sechs Jahren drei der mietbaren Kanalrohre. Auf der Homepage der Parkhotels finden Gäste einen Kalender, der angibt, an welchen Tagen noch "Zimmer" frei sind.

Weitere Informationen:

Das Parkhotel bei Ottensheim: Donaulände, 4100 Ottensheim, Österreich,

Das Parkhotel bei Bottrop: Ebelstraße, 46242 Bottrop, Deutschland

www.dasparkhotel.net

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