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Invasion der Riesenschiffe

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Venedig  

Invasion der Riesenschiffe

28.05.2008, 14:20 Uhr

Kreuzfahrtriesen wie die "Golden Princess" sind einigen Venezianern ein Dorn im Auge. (Foto: imago)Kreuzfahrtriesen wie die "Golden Princess" sind einigen Venezianern ein Dorn im Auge. (Foto: imago)

Auf den ersten Blick sieht es aus wie eine am Computer erstellte Bildcollage für einen Hollywood-Katastrophenfilm: Ein gigantisches schwimmendes Hochhaus nähert sich unaufhaltsam den an Spielzeugbauten erinnernden Sehenswürdigkeiten der Lagunenstadt Venedig. Dann schiebt sich der 300 Meter lange Kreuzfahrtkoloss am Dogenpalast und der Pestkirche vorbei durch den Giudecca-Kanal zum Anlegeplatz. Nein, es ist keine Filmtricktechnik wie bei George Lucas, in der Stadt der Gondeln und Kanäle hat nur die Saison der Kreuzfahrtschiffe begonnen. Und das ruft sofort auch Gegner auf den Plan: Umweltschützer, Linke sowie alteingesessene Venezianer, die sich oft und lautstark mokieren. Mit Plakaten mit dem Bild zweier Kreuzfahrtriesen und der Aufschrift "Venezia crepa" ("Venedig krepiert") rief beispielsweise Ende März die "Associazione Ambientelaguna" zu Protestkundgebungen auf.

Gefährden Kreuzfahrtschiffe historische Bauwerke?

"Invasion der Seemonster in Venedig", nennt es die Zeitung "La Repubblica" aus Rom und lässt die Kritiker der Kreuzfahrtriesen und griechischen Großfähren zu Wort kommen: "Sie fahren knapp am Markusplatz vorbei und gefährden die historischen Bauwerke, denn sie bewegen ganz erhebliche Wassermengen, verursachen Vibrationen und verpesten die Luft." So waren am 1. Mai unter den mehr als 60.000 internationalen Touristen in Venedig auch ungezählte Kurzbesucher, die mit Kreuzfahrtschiffen angereist waren. Davon profitierten aber nicht die Venezianer, sondern die Reiseveranstalter, sagen Kritiker.

Vor vier Jahren lief Kreuzfahrtriese auf Grund

Immer wieder gibt es Protestveranstaltungen, so dass Bürgermeister Massimo Cacciari jetzt bereits dazu aufgerufen ist, die Wellen zu glätten. "Kreuzfahrtschiffe in Venedig, aber außerhalb der Lagune", verlangen die Gegner. Außerdem bräuchten die Kreuzfahrtschiffe eine tiefe Fahrrinne, was zu dem sich wiederholenden Hochwasser in der Lagunenstadt beitrage. Die Debatte über die Schiffsriesen hat sich verschärft, seit vor vier Jahren das deutsche Kreuzfahrtschiff "Mona Lisa" vor dem Dogenpalast im Nebel auf Grund lief. Heute sind Bugsierschlepper als Helfer im Einsatz.

Salomonische Lösung gesucht

Die "Amici di Venezia" (Freunde Venedigs) wollen nicht hinnehmen, was sie ablehnen. Sie haben jetzt eine Wanderausstellung mit Fotos zusammengestellt, in der sie Venedig als "Luna-Park" kritisieren und anprangern, dass für Kreuzfahrten "mit Blick auf den Markusplatz" geworben werde. Sicher würden die Reiseunternehmen ihre schwimmenden Hotels am liebsten direkt beim Dogenpalast festmachen. Cacciari muss nun eine Lösung suchen, die allen gerecht wird - also auch den für Venedig so wichtigen Wirtschaftsfaktor Tourismus nicht torpediert.

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