Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Reiseziele >

Reisetipp: Sardinien - Zwischen Jetset und Bauernhof

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Italien  

Sardinien: zwischen Jetset und Bauernhof

18.05.2010, 17:10 Uhr | srt

Reisetipp: Sardinien - Zwischen Jetset und Bauernhof. Traumhafte Strände auf Sardinien. (Foto: Imago)

Traumhafte Strände auf Sardinien. (Foto: Imago)

Nirgendwo in Europa ist das Meer klarer als an den Stränden von Sardinien. An der Costa Smeralda treffen sich die Reichen und Schönen - im Binnenland genießt man noch Landurlaub auf Italienisch.

Sardiniens Nordküste der VIPs

Unterwegs mit Prominentenchauffeur Stefano zu Millionärsvillen und vergessenen Bergdörfern. Stefano braust in Richtung Porto Cervo. Tonnenschwer wiegt sich die Luxuslimousine in den engen Kurven. In der Designer-Sonnenbrille spiegeln sich weiße Strände, Meer und Felsen. Durch ein offenes Fenster strömt der Geruch von Rosmarin und Ginster. Stefano ist Chauffeur. Nicht irgendwo, sondern an der Costa Smeralda. Und er fährt nicht irgendwen, sondern die Putins, Berlusconis und Abramowitschs dieser Welt. Wer als Ölmulti, Popstar oder Internetmilliardär etwas auf sich hält, der kommt zwischen Juni und August nach Porto Cervo an Sardiniens Nordküste.

500 Euro Trinkgeld für ein Feuerzeug

Es ist die Zeit, in der Stefano höchstens vier Stunden pro Nacht schläft, weil der Champagner aus Magnumflaschen in der Briatore-Disko "Billionaire" bis in die Morgenstunden fließt. Die Bucht Cala di Volpe ist dann voll geparkt mit Megayachten, Scheichs geben für Privatpartys mehr Geld in einer Woche aus, als Fußballstars im Jahr verdienen. "Das ist eine wirklich verrückte Zeit", sagt Stefano und zeigt stolz einige Fotos aus seinem Album - meist bildhübsche junge Mädchen, die er von Party zu Party kutschieren muss. Anastasia, so erzählt der kleine Italiener, hat ihm mal 500 Euro Trinkgeld gegeben, weil er ihr sein Feuerzeug überließ.

Scheich spendiert Festmahl für ein Dorf

Meist weiß er aber gar nicht, wer hinten im Wagen sitzt - und wenn, dann darf er nicht darüber reden. "Diskretion ist oberstes Gebot", weiß Elio Serra, Chef von "Blu Wonder". Die Agentur kümmert sich um die ganz speziellen Wünsche der Supergäste. Einmal wollte ein arabischer Prinz ein ganzes Dorf zum Essen einladen. Aus Langeweile. Ein reiches Büffet auf dem Kirchplatz musste her. Tische, Stühle, Kellner, Wein galt es zu organisieren - in wenigen Stunden. Das Fest dauerte lange. Der Prinz blieb nur kurz.

Der "Porto Cervo-Stil" der Smaragdküste

Ihre Erfolgsstory begann Anfang der 60er Jahre, als ein Konsortium um den Ismailiten-Prinz Aga Kahn den Küstenstreifen zwischen Portisco und der Baia Sardinia kaufte. Ihr Ziel: eine Urlaubsdestination nur für Ihresgleichen zu schaffen. Der Plan ging auf. Kostete der Quadratmeter damals 40 Cent, blättern Gutbetuchte dem Konsortium heute 3500 Euro dafür auf den Tisch. Bauland und Villen sind rar und begehrt. Wer zu den erlesenen Zehntausend der Costa gehören möchte, der zahlt jeden Preis - bis 28.000 Euro für eine Nacht im Hotel "Cala di Volpe". Das Konzept besteht bis heute: Kein Gebäude reckt sich höher als zwei Stockwerke aus dem felsigen Grund, Fassaden dürfen per Gesetz nur in zarten Braun-, Orange-, und Gelbtönen gestrichen sein. Ein strenger Regelkatalog schreibt sogar vor, wie Villen und Ferienapartments auszusehen haben. Müsste man den so entstandenen "Porto Cervo-Stil" beschreiben - eine Mischung aus moderner Robinson-Club-Anlage und Hundertwasser würde es ganz gut treffen.

Traumstrände und blaues Meer

"Viele der einst vom Konsortium festgelegten Richtlinien für die Costa Smeralda sind heute Gesetz auf ganz Sardinien", sagt Rainer Gierig. Der 50-Jährige aus Süddeutschland kam als Surfpionier in den 70ern auf die Insel - und blieb. Fragt man ihn nach den Gründen, kommt die Antwort: "Superstrände zum Surfen bei Porto Pollo, das blauste Meer der Welt und die liebenswerte Mentalität der Sarden". Die seien zwar Fremden gegenüber anfangs skeptisch, doch müsse man das verstehen. Immerhin galt es, die Entwicklung vom Mittelalter zum Jetset zu verkraften. Viele der alten Bauern aus dem Binnenland waren bis heute noch nie unten am Strand. Und würden sie heute einen Besuch wagen - wahrscheinlich kehrten sie beim Anblick von in Helikoptern herumfliegenden Scheichs kopfschüttelnd um.

Das ländliche Hinterland

Zurück in ihre trocken gemauerten Landhäuser, an denen sich wilder Wein um Laternen aus Gusseisen rankt, Katzen im Schatten uralter Olivenbäume lungern und der Wind ungebremst den Duft von Erdbeerbaum und Zistrose durchs Tal treibt. Höfe mit Weiden und Schafen, Holzkamin und vorbeiplätschernden Bächen sind das. Orte wie der Bauernhof L'Agnata in Tempio Pausania, wo die Enkel der Alten neuerdings Agritursimo betreiben.

Urlaub auf dem Bauernhof

"Für Urlauber renovierte Bauernhöfe finden sich heute überall auf Sardinien", sagt Gierig. Als Urlauber taucht man ein in diese bäuerliche Welt mit Grundstücken ohne Zäune und geht auf Zeitreise irgendwo zwischen Korkernte, Weinbau und Käseherstellung. Dazu ist das Hinterland der Gallura eine kulturhistorische Schatzkammer: Gigantengräber, Kultsteine und die Überreste von rund 7000 Nuraghen, viertausend Jahre alte Steintürme, finden sich über die ganze Insel verstreut.

Sardische Legenden

Fassen die Hirten erst einmal ein wenig Vertrauen, erzählen sie abends zum Rotwein nur zu gerne sardische Legenden: von magischen Höhlen und Grotten, verhexten Eseln und versteinerten Tieren wie dem Bär am Capo d'Orso - einem schon in der Odysseus-Sage beschriebenen Seezeichen. "Im Abendlicht sieht es aus, als trotte der Bär tatsächlich vom Hügel runter nach Palau", meint Stefano und blickt ein wenig nervös auf die Uhr. In der einen Hand hält er einen Cappuccino, in der andern das Handy. Dann klingelt es. "Kurzfristiger Auftrag" murmelt er - und springt ins Auto.

Weitere Informationen

Anreise Tuifly, Lufthansa und Alitalia haben Olbia beziehungsweise Cagliari im Streckennetz.
Wohnen Eine Übernachtung im Viersterne-Hotel Melià Olbia kostet im Doppelzimmer inklusive Frühstück ab 90 Euro. Buchung im Internet unter www.solmelia.com;
Restauranttipps Da Thomas, einheimisches Fischrestaurant, Via Valle D'Aosta 22, Santa Teresa. Officina del Gust, mediterrane Küche, Piazza Matteotti 1, Olbia. Agroturismo L'Agnata, sardische Hausmannskost, Tempio Pausania, Internet: www.agnata.it.
Ausflugstipp Capo Testa - die Küste rund um den alten Leuchtturm ist berühmt für ihre Felsen. Regen und Wind formen den Granit zu bizarrsten Gestalten. Wunderbar ist der Blick über die Straße von Bonifacio auf Korsika.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Reisethemen von A bis Z

Anzeige
shopping-portal