Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Reiseziele >

Urlaub Italien: Insel Giglio - Elbas kleine Schwester

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Insel Giglio  

Elbas kleine Schwester

24.06.2009, 09:43 Uhr | srt

Idyllisch: Blick vom Spazierweg Richtung Bucht Le Cannelle auf Giglio (Foto: srt/H.W.Rodrian)Idyllisch: Blick vom Spazierweg Richtung Bucht Le Cannelle auf Giglio (Foto: srt/H.W.Rodrian)

Mauro lehnt locker am Steuerrad seines "gommone", eines großen grauen Schlauchboots, und lacht zu den Neuankömmlingen hoch. Gerade hat die "Giuseppe Rum" im kreisrunden Hafen der Insel Giglio angelegt. An der Reling der kleinen Fähre lehnt eine Gruppe von Tagesgästen, noch ganz trunken vom Glück: Bei der Überfahrt haben sie Delfine gesehen, ganz nah!

Giglio: Insel mit nur einer Straße

Die wenigsten Gäste, die auf die zweitgrößte toskanische Insel kommen, haben ein Auto dabei. Wozu auch? Giglio, auf deutsch "Lilieninsel", ist ganze neun Kilometer lang und es gibt nur eine einzige Straße. Auf der fährt stündlich der Inselbus, in steilen Serpentinen vom bildhübschen Hafenort Porto hinauf zum Burgdorf Castello und dann ebenso steil auf der anderen Seite wieder hinunter zur Strandbucht Giglio Campese.


Mit Taxiboot zur Badebucht

Und es gibt natürlich Mauro. Gemeinsam mit seinen Compagnons Alberto und Lorenzo betreibt er das Taxibootunternehmen der Insel. Nur nach halsbrecherischen Kraxeleien oder per Boot sieht man all die einsamen Badebuchten, für die Giglio berühmt ist. Mauro bietet sogar eine Art Streifenkarte an: Sechs Tage Fahrt jeweils zu einem Strand der Wahl kosten pauschal 60 Euro. Mit seinen mittlerweile weißen Locken, der unvermeidlichen Sonnenbrille und dem Leopardenkäppi ist Mauro der Senior der Giglieser Wassertaxigilde. Das Anbaggern hat er allerdings nicht verlernt. Inselrundfahrt gefällig? Schon hat er eine Kundschaft an der Angel. Er schwärmt ihr von den nahegelegenen Sandstränden Le Cannelle und Caldane vor, steigert sich dann noch bei der Schilderung der Felsbuchten: der wilden Cala del Corvo und der Cala Smeraldo, in der das türkisfarbene Wasser angeblich so klar ist, dass die Boote über dem sandigen Meeresgrund zu schweben scheinen. Mauros Schilderungen zeigen Wirkung, schnell füllt sich das Boot.

Abgelegenes Traditionshotel

Bevor er den Außenborder startet, steigt noch ein französisches Pärchen ein, das zu "Pardinis Hermitage" will. Für Mauro eine gute Partie, denn das kleine Traditionshotel ist nur per Schiff oder auf den Rücken der Esel zu erreichen, die Hoteleigentümer Ghigo Pardini als Hobby züchtet. Das Anwesen darf man ruhig als eins der verrücktesten und liebenswertesten Hotels Italiens bezeichnen. Kurz vor der Inselspitze, wo einsam der Leuchtturm steht, geht es in einer kleinen Bucht 150 Stufen hoch zu den 13 naturnahen Zimmern zwischen großen Pinien und runden Granitfelsen. Droben ist man bei Biokost, klassischer Musik und Töpferkursen entweder hellauf begeistert oder ganz schnell wieder abgereist.

Oase der Ruhe

Mauro hat die beiden Franzosen abgesetzt und ist um die Inselspitze herum gesteuert, auf Campese zu - Giglios einzigen Badeort. Grober Sand schimmert goldgelb in der Bucht. Hinter einem pittoresken Sarazenenturm räkeln sich ein paar Badegäste auf Steinen, die rund ausgewaschen sind wie ein Nilpferdrücken. Bunte Sonnenschirme, drei oder vier Pensionen und zwei Strandtavernen vermitteln Kykladen-Stimmung. Wer hier Ferien macht, der genießt die Inselruhe und wandert höchstens mal zum Punto Faraglione oder hinüber zur Cala del Allume, wo bis 1968 das Pyritbergwerk war.

Highlight: Bergdorf Giglio Castello

Jetzt wird es Zeit, Mauro Addio zu sagen. Denn hinter der Strandtaverne wartet der Inselbus hinauf nach Giglio Castello. Und das Bergdorf darf man sich einfach nicht entgehen lassen. Eingefasst von einer Mauer aus Römerzeiten, drängt sich der uralte Ortskern auf der Bergkuppe. Treppen über Treppen führen zwischen den windschiefen Häusern hindurch. Morsche Holztüren schillern in kräftigem Rot, Gelb und Blau. In einigen der halbverfallenen Gemäuer haben nämlich junge Leute malerische Cafés und Bars eingerichtet.
Der schönste Weg vom Castello zurück zum Hafen führt zu Fuß über den alten, gepflasterten Maultierpfad; durch Felder und Weinberge, vorbei an Lavendel und Ginster, huschenden Eidechsen und kleinen Winzerhäuschen. Hier wächst er noch, der mythische Inselwein Ansonaco, den angeblich bereits die Römer nach Giglio gebracht haben. "Das ist der einzige Weißwein auf der Welt, der wie ein Rotwein mitsamt seinen Schalen gekeltert wird", erklärt Francesco Carfagna die ungewöhnlich kräftige Farbe und den fast sherryartigen Geschmack. Carfagna ist der Wirt vom Restaurant Arcobalena und einer der wenigen, die auf den steilen Inselterrassen ausreichend Ansonaco anbauen, dass sie ihn auch verkaufen.

Kulinarische Köstlichkeiten

Ein Glas bernsteinfarbener Ansonaco steht auch bei Carlo Bossini sofort auf dem Tavernentisch. Carlo hat sein Lokal La Paloma in der ersten Zeile hinter der kleinen pastellfarbenen Hafenpromenade von Giglio Porto, wo sich die Inselrundtour schließt. Die Speisekarte? Die dient eigentlich nur zur Preisorientierung, erklärt Carlo, denn in Wirklichkeit gibt es bei ihm "cucina spontanea", das heißt er kocht, was er auf dem Markt bekommen hat. Heute sind das Sardellen frittiert mit Eipanade, Miesmuscheln in Knoblauch und Weißwein, Paccheri-Nudeln mit Tintenfisch und Zucchini. Schließlich natürlich seine Spezialität: Fisch im Brotteig. Giglios typische Nachspeise, das Feigenbrot Panficato, müssen die Tagesgäste schon im Stehen essen. Denn das letzte Schiff zum Festland hupt bereits. Und wenn das gefahren ist, gibt es nur noch eine ziemlich teure Möglichkeit, von der Insel zu kommen: Marco und sein schnelles Taxiboot. Der Mann mit dem Leopardenkäppi steht schon grinsend da und hat sein Preisschild rausgehängt: 120 Euro zum Festland. Was für ein Glück für die, die bleiben dürfen auf der Insel!

Weitere Informationen:

Verkehrsbüro: Pro Loco Isola del Giglio, Giglio Porto, Via Provinciale 9, I-58012 Giglio Porto, Tel. 0039/0564/809400, Fax 808721, info@isoladelgiglio.biz, www.isoladelgiglio.biz.
Weitere Webseiten: www.islepark.it (Nationalpark der toskanischen Inseln), www.tuscanywalkingfestival.it, www.giglioinfo.de, www.isoladelgiglio.it
Taxiboote: Servizio Spiaggia Alberto, Lorenzo, Mauro: www.boatmen.it
Essen und Trinken: Arcobalena, Via Vittorio Emanuele 48, 58012 Giglio Castello, Tel. 0039/0564/806106, www.arcobalena.net. La Paloma, Via Umberto I. 48, I-58012 Giglio Porto, Tel. 0039/0564/809233.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal