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Treiben Touristen Venedig in den Untergang?

06.07.2011, 10:56 Uhr | t-online.de, mro

Treiben Touristen Venedig in den Untergang?. In der Hochsaison reisen bis zu 60.000 Touristen täglich Venedig  (Quelle: Reuters)

In der Hochsaison reisen bis zu 60.000 Touristen täglich Venedig (Quelle: Reuters)

Die Stadt gilt als eine der romantischsten der Welt, täglich möchten in der Hochsaison bis zu 60.000 Touristen die Schönheit Venedig erleben. Doch genau das könnte der Untergang der Lagunenstadt sein, fürchtet eine italienische Umweltschutzorganisation. Zum Schutz der Stadt fordert sie sogar, Venedig von der Liste des Welterbes zu streichen, berichtet der englische "Telegraph".

Umweltschützer: Venedig müsste halb so viele Touristen haben

Nach den Recherchen der Umweltschutzorganisation Italia Nostra kämen täglich fast doppelt so viele Touristen, wie die Stadt vertrage. Italia Nostra fordert, den Massentourismus einzudämmen und den Fokus auf reiche Individualtouristen zu legen. Die Bedrohung für die Lagunenstadt sei so hoch, dass die UNESCO aus Sicht der Umweltschützer Venedig von der Liste des Welterbes streichen sollte. "Die italienische Regierung hält sich nicht an die Abmachung mit der UNESCO, Venedig und die Lagune zu schützen", sagte Italia Nostra-Präsident Alessandra Mottola Molino dem "Telegraph".

Kreuzfahrtschiffe und Bauprojekte bedrohen Lagune

Die Umweltschützer befürchten, dass der Wasserspiegel der Lagune bis zum Ende des Jahrhunderts um knapp 50 Zentimeter ansteigt. Den steigenden Meeresspiegel und häufigere Stürme machen sie als Hauptgrund aus, ein Pegelanstieg bedrohe die Fundamente der Jahrhunderte alten Bauwerke. Schon jetzt überschwemmen vor allem im Winter hohe Wasserstände immer wieder Teile der Stadt, inklusive des beliebten Markusplatzes. Ein Aspekt des Tourismus erhöht die Gefahr: Die Heckwelle der immer öfter anlegenden großen Kreuzfahrtschiffe greift schon heute die unter Wasser gelegenen Schlammbänke und die Pfeiler der Gebäude an. Ein weiteres Großprojekt könnte dem jetzt schon stark belasteten Ökosystem der Lagune weiter schwer schaden. Cristiano Gasparetto, ein früheres Mitglied der Kommission zum Schutz der Stadt fürchtet, der geplante Bau einer zehn Kilometer langen U-Bahn vom Festland zur Stadt könnte zur "ökologischen Katastrophe" werden. "Wenn wir die Lagune verlieren, verlieren wir die Stadt", sagte Gasparetto dem "Telegraph".

Großprojekt soll Pegel niedrig halten

Um der Gefahr der steigenden Pegel zu begegnen, entsteht derzeit für etwa 3,3 Milliarden Euro das Großprojekt mit Namen "Moses". 78 riesige Stahltore sollen den Wasserzufluss an den drei Zuläufen der Lagune regeln, 2014 soll der Bau abgeschlossen werden. Umweltschützer sehen in dem Projekt allerdings eine Verlegensheitslösung. Italia-Nostra-Sprecherin Lidia Versouch sagte dem "Telegraph": "In 1000 Jahren wird der Wasserspiegel so hoch sein, dass die Tore ununterbrochen verschlossen sein müssen. Das verhindert den natürlichen Austausch mit Meerwasser, der die Lebensquelle der Lagune ist. Das wird Venedig, so wie wir es kennen, komplett verändern."

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