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Luftige Klettersteige über dem Gardasee

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Nervenkitzel mit Seeblick  

Luftige Klettersteige über dem Gardasee

13.06.2016, 10:35 Uhr | Stefan Herbke, srt

Luftige Klettersteige über dem Gardasee. Nervenkitzel am Gardasee: Der pure Genuss für Kletterliebhaber ist die Via Ferrata F. Susatti. (Quelle: SRT /Stefan Herbke)

Nervenkitzel am Gardasee: Der pure Genuss für Kletterliebhaber ist die Via Ferrata F. Susatti. (Quelle: Stefan Herbke/SRT )

Am Gardasee kann man nicht nur ausgezeichnet Surfen und Biken, sondern auch Klettern. Einige der Klettersteige sind echte Klassiker und bieten die mit Abstand spannendste Aussicht auf den See. Ob für Einsteiger oder Genießer - für jeden Urlaubstypen ist etwas dabei. Sehen Sie sich das selbst in unserer Foto-Show an.

Für Einsteiger: Via ferrata dei Colodri

Der mächtige Felsbug des Colodri über dem schmucken Ort Arco bildet mit seinen senkrechten Abbrüchen das Mekka der Kletterer. Gleich daneben tummeln sich die Klettersteiggeher auf einem leichten Eisenweg, der geradezu ideal für Einsteiger und Kinder ist. Der diagonal durch die Wand führende Steig ist mit Drahtseilen und Eisenklammern bestens abgesichert, anstrengend ist nur die kurze Steilstufe am Schluss. Vom Campingplatz in Arco sind es nur wenige Meter bis zum Einstieg, der mit seinen kurzen Felsstufen typisch ist für den kompletten Klettersteig.

Im Anschluss folgt man kurz einem Steig, der bereits von unten aus gut zu erkennen ist, dann führt eine lange Querung stetig ansteigend zu Felsplatten und -rampen, über die man die steile Felsstufe vor dem Ausstieg erreicht. Oberhalb wechseln Kletterer von der Senkrechten in die Waagerechte, genießen den Ausblick zum Gardasee und folgen den Markierungen zum Gipfelkreuz. Der schönste Weg zurück zum Ausgangspunkt führt über Santa Maria di Laghel mit Blick auf wunderschöne Olivenhaine in die malerische Altstadt von Arco.
Zeit: 2.30 Stunden, Schwierigkeit: B

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Für Könner: Via attrezzata Monte Albano 

Nach mehrjähriger Sperre ist der 1976 angelegte Klettersteig auf den Monte Albano bei Mori seit dem Frühjahr 2014 wieder geöffnet. Die Sicherungen wurden komplett erneuert, teilweise wurde sogar eine neue Route gewählt. Aber keine Angst, die luftigen Passagen mit imposantem Tiefblick auf die Dächer von Mori, für die der Sportklettersteig berühmt ist, blieben bestehen. Auch die Schlüsselstelle in Form einer senkrechten Wand gleich am Einstieg - die ersten Meter bis zum Beginn der Sicherungen erfordern leichte Kletterei - gibt es noch.

Im Anschluss ist jedoch alles bestens abgesichert, wobei durch die Sanierung fast etwas zu viele Tritte gebohrt wurden. Der Vorteil: Beim Umhängen der Karabiner besteht die Möglichkeit, immer kraftsparend auf einem soliden Eisenbügel zu stehen. Nach dem anstrengenden Auftakt und den ersten ausgesetzten Quergängen folgt eine leichtere Passage hinüber zur senkrechten Schlusswand. Und die hat es in sich, vor allem die letzten Meter sind eine kraftraubende, teilweise leicht überhängende Kraxelei. Danach hat man es geschafft und steigt vom Plateau des Monte Albano auf einem bequemen Wanderweg seitlich der Felswand ab nach Mori. 
Zeit: 3.30 Stunden, Schwierigkeit: D

Der pure Genuss: Via Ferrata F. Susatti

Die senkrechte Nordwand der Cima Capi bildet neben dem Felsmassiv der Rocchetta die imposante Kulisse von Riva. Beim Anblick ist es eigentlich kaum zu glauben, dass dieser Gipfel so leicht zu erreichen ist - zumindest für die, die schwindelfrei sind und etwas Klettersteigerfahrung mitbringen. Der Zustieg von Biacesa auf dem Sentiero dei Bech ist kurzweilig und liegt vormittags angenehm im Schatten. Erst auf dem Südostkamm der Cima Capi erfolgt der Wechsel in die Sonne, doch zum Glück weht hier in der Regel ein frischer Wind, der für erträgliche Temperaturen sorgt. Der Tiefblick auf den Gardasee ist großartig und der Blick nach oben zur Cima Capi sehr beruhigend. Nirgends senkrechte Wandabbrüche, stattdessen angenehm gestuftes Gelände mit kurzen Felspassagen, über die der Susatti-Klettersteig geschickt nach oben führt.

Eine italienische Flagge ziert den höchsten Punkt der Cima Capi (909 Meter), die von Riva aus betrachtet überaus kühn und groß ausschaut, vom Gipfel aus gesehen dagegen ganz klein ist - alle Nachbargipfel sind deutlich höher. Für den Weiterweg entlang des Kammes, der ehemaligen Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg folgt, ist Schwindelfreiheit hilfreich. Danach erfolgt der Wechsel auf die kurze Via ferrata M. Foletti, die eine bereits von der Cima Capi aus zu sehende Felswand quert. Kurz darauf erreichen Kletterer die Selbstversorgerhütte Arcioni und die Kapelle S. Giovanni, von der ein steiler Weg hinunter nach Biacesa führt. 
Zeit: 4 Stunden, Schwierigkeit: B

Für heiße Tage: Ferrata Torrente Sallagoni

An heißen Sommertagen gilt: Früh dran sein auf den Klettersteigen rund um Riva oder erst spät nachmittags starten, ansonsten wird man in den sonnigen Felswänden regelrecht gegrillt. Zu späterer Tageszeit wäre die Ferrata Torrente Sallagoni die bessere Wahl, die unterhalb von Drena durch eine versteckte Schlucht führt. Nur wenige Meter sind es vom Parkplatz bis zum Einstieg, auch wenn der Taleinschnitt mit dem Klettersteig erst kurz davor ins Auge sticht. Der kleine Bach und die schattige Schlucht sorgen für angenehme Temperaturen, das straff gespannte Drahtseil und die künstlichen Tritte dafür, dass Besucher die regelrecht glattpolierten Felswände oberhalb des Baches überhaupt entlang klettern können. Ohne die Sicherungen würde man keinen Zentimeter abheben, natürliche Tritte und Griffe gibt es nicht.

Spannend leitet der Steig in die Schlucht, die mit jedem Meter enger und dunkler wird, teilweise kann man mit den Armen beide Wände gleichzeitig berühren. Die Schwierigkeiten des Steigs sind überschaubar, dennoch erfordern einige Passagen etwas Kraftaufwand, vor allem beim Umhängen der Karabiner. Nach der zweiten Seilbrücke führt ein Ausstieg hinauf zum Castello di Drena, geübte Geher können der Schlucht aber auch bis zu ihrem Ende folgen. Ein spannender Abschnitt, bei dem man teilweise von Stein zu Stein springend dem Bach folgt. Bei hohem Wasserstand ein durchaus schwieriges Unterfangen, bei dem sich schon so mancher nasse Füße geholt hat.
Zeit: 2-2.30 Stunden, Schwierigkeit: C 

Der Klassiker: Via dell'Amicizia

Das ist mal ein Geschenk: Zur Feier ihres 100. Geburtstages im Jahr 1972 schenkte die Società degli Alpinisti Trentini (SAT) sich und den Bergen einen Klettersteig. Die Via dell'Amicizia ist damit einer der ältesten Klettersteige der Region - und einer der beliebtesten. Die Ferrata führt mitten durch die markanten Felsabbrüche der Cima SAT, die direkt über Riva aufragt. Eigentlich handelt es sich bei dem Gipfel nur um einen 1276 Meter hohen Vorsprung im mächtigen Massiv der Rocchetta, doch bei einer Ausgangshöhe von gerade einmal 70 Metern ist auf dieser Tour Schwitzen angesagt - auch weil der Aufstieg durch die bereits in der Früh komplett in der Sonne liegende Ostflanke führt.

Der Großteil der Tour folgt steilen Wegen und Steigen, erst oberhalb der nur an Wochenenden bewirtschafteten Capanna S. Barbara unterhalb der kleinen, von Riva deutlich zu sehenden, gleichnamigen Kapelle, startet der für seine ewig langen Leitern berühmte Klettersteig. Die überwinden senkrecht bis leicht überhängend die Felsabbrüche und ermöglichen so atemberaubende Tiefblicke nach Riva und zum Gardasee. Der Abstieg führt über den Weg 404 steil zurück zur Hütte und über die Festung Bastione mit einer sehnsüchtig erwarteten Einkehrmöglichkeit ins Tal.
Zeit: 6-6.30 Stunden, Schwierigkeit: B/C

Weitere Informationen:

Trentino Marketing, Via Romagnosi 11, 38122 Trento, Italien, www.visittrentino.it/de 
Ingarda Trentino Azienda per il Turismo SpA, 38066 Riva del Garda (TN), Largo Medaglie d'oro, 5, Italien, Tel. 0039/0464/554444, www.gardatrentino.it 

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