Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Reiseziele >

Fischmarkt in Tokio: Verhaltensregeln sollen Touristen auf Abstand halten

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Japan  

Bitte nicht am Thunfisch lecken

27.02.2009, 16:59 Uhr | dapd

Tokio: Tsukiji-Fischmarkt (Foto: dpa)Tokio: Tsukiji-Fischmarkt (Foto: dpa) Es ist gemeinhin bekannt, dass sich Touristen im Ausland mitunter etwas ungeschickt verhalten. Weltweit schütteln Einheimische den Kopf über ignorante oder unsensible Besucher. Die Skala der Peinlichkeiten ist nach oben offen. Jüngstes Opfer sind die für ihre Höflichkeit bekannten Japaner. Der Tsukiji-Fischmarkt in Tokio gehört bei Besuchern der japanischen Hauptstadt zu den beliebtesten Ausflugszielen. Noch vor Morgengrauen geht es rund auf dem weltgrößten Umschlagplatz für Fisch. Doch nicht nur Fischhändler strömen dorthin. Scharenweise fallen Touristen über den Markt her, behindern die Händler bei ihrer Arbeit und benehmen sich teilweise unmöglich. Sehen Sie den Tokioer Fischmarkt in unserer Foto-Serie.


#

#

Foto-Serie Okinawa und Miyako - Japans Trauminseln im Pazifik
Hotels in Japan 1 Ü/DZ in Tokio ab 63,- p.P.
#

#


"Das ist kein Freizeitpark"

Wir glauben ja, dass der Anblick Hunderter gefrorener Thunfische etwas Einzigartiges und Interessantes ist für Besucher aus dem Ausland", räumt der stellvertretende Marktleiter Yoshiaki Takagi ein. "Sie müssen aber einsehen, dass das kein Freizeitpark ist, sondern ein Platz, an dem gearbeitet wird." Zu einem der berüchtigtsten Zwischenfälle in jüngster Zeit kam es, als ein angetrunkener britischer Tourist angesichts eines tiefgefrorenen Thunfischs offenbar zärtliche Gefühle bekam, das Tier ableckte und seine Kiemen tätschelte. Festgehalten wurde der delikate Vorfall von einem japanischen TV-Kamerateam. Ein anderes Mal brachten zwei Touristen einen Karren, der normalerweise von den Großhändlern zum Fischtransport benutzt wird, an sich, und fuhren damit durch den Markt. Auch sie wurden bei ihrem Treiben gefilmt. "Raus mit euch", brüllte ihnen ein erzürnter Marktaufseher hinterher.

Foto-Serie Kirschblüte in Japan
Jede Woche neue Urlaubsideen


Kann man Touristen trauen, wenn es um Thunfisch geht?

"Thunfisch ist ein sehr teurer Fisch", erklärte Takagi. "Er kostet ohne weiteres über eine Million Yen (rund 8500 Euro). Einige Touristen aber berühren den Fisch oder wollen ihn sogar umarmen." Die beiden Vorfälle fanden in der japanischen Öffentlichkeit große Beachtung und waren der vielzitierte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die genervte Marktleitung machte dem Touristenspuk ein Ende und verhängte kurzerhand ein Besucherverbot über die besonders umsatzträchtigen Neujahrsfeiern. Erst nach gut 14 Tagen wurde das Verbot aufgehoben, und Besucher wurden wieder zugelassen. Doch weiterhin beschäftigt die japanische Öffentlichkeit die Frage: Kann man Touristen trauen, wenn es um Thunfisch geht?


Fischmarkt gehört zu den Top 10 Sehenswürdigkeiten

Nirgends auf der Welt wird so viel Fisch verzehrt wie in Nippon. 480 Sorten Fisch werden auf dem Tokioter Fischmarkt angeboten. 40.000 Käufer und Verkäufer finden sich dort Tag für Tag ein. Fisch im Wert von umgerechnet 16 Millionen Euro wird dort täglich umgesetzt. Fast 90 Prozent der Marktbesucher stammen aus dem Ausland. "In Holland haben wird einen Blumenmarkt, einen Gänsemarkt, aber nichts wie den Tsukiji-Markt", erklärt Jan Groeneweg, ein Banker aus den Niederlanden. "Er gehört zu den zehn wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Tokio. Man muss in einfach besuchen." "So etwas sieht man sonst nur in Fernsehreportagen auf dem Discovery Channel", zeigt sich Chris Szydlo, ein 33 Jahre alter Geschäftsmann aus den USA, beim Besuch des Fischmarktes begeistert. "Bei uns gibt es so etwas nicht, nicht einmal ansatzweise."

Verhaltensmaßregeln in vier Sprachen

Die nüchternen Fischhändler sehen sich nicht als Touristenakttraktion, halten sich vielmehr für Arbeiter in einem Business mit großem Zeitdruck. Was die Auktionatoren am häufigsten an den Besuchern stört, ist deren ständiges Fotografieren. Die Blitzlichter machen es für sie schwerer, die Fingersignale der Bieter zu lesen. In dem Markt wurden zwar Verbotsschilder mit der englischen Aufschrift "No Flash" (Kein Blitzlicht) aufgehängt, doch kaum jemand hält sich daran. "Das Blitzen der Fotoapparate stört mich", sagt Tunfischkäufer Yasumasa Oshima. "Da ich kein Englisch spreche, gestikuliere ich den Touristen, dass sie kein Blitzlicht benutzen sollen. Die meisten hören dann auf, einige machen aber weiter." Nach der vorübergehenden Schließung des Marktes werden jetzt am Eingang zu den Tunfisch-Auktionshallen Flugblätter auf Englisch, Chinesisch, Koreanisch und Japanisch verteilt. Darin werden die Besucher unter anderem angehalten, auf Blitzlicht zu verzichten, im zugewiesenen Gästebereich zu bleiben und sofort nach Ende der Auktion wieder zu gehen. Die Flugblätter und auch die vorübergehende Aussperrung der Touristen zeigen bereits erste Erfolge. Die Menge benimmt sich seither besser.


Weitere Informationen 

Reiseziel: Japan ist ein Inselstaat mit 4 Haupt- und 3500 kleineren Inseln. Tokio und Kyoto liegen auf der größten Insel Honshu.
Anreise: Die japanischen Fluggesellschaften All Nippon Airways, (ANA) und Japan Airlines (JAL) sowie Lufthansa fliegen täglich von Frankfurt nach Tokio. Die Flugzeit beträgt rund elf Stunden. Hinzu kommen regelmäßige Flüge nach Osaka und Nagoya sowie von München nach Tokio. Darüber hinaus gibt es Flugverbindungen, bei denen man in anderen europäischen Städten umsteigt, zum Beispiel in Paris mit Air France und in London mit British Airways.
Formalitäten: Touristen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz benötigen für Reisen nach Japan kein Visum, solange sie maximal drei Monate bleiben. Bei der Einreise müssen der bis zur Ausreise gültige Reisepass vorgelegt und die Abdrücke beider Zeigefinger digital eingescannt werden. Dabei macht eine kleine Kamera auf dem Fingerabdruckleser auch ein Passfoto. Impfungen sind nicht erforderlich.
Klima und Reisezeit: Japan eignet sich das ganze Jahr über für Reisen - mit Ausnahme der Regenzeit von Mitte Juni bis Mitte Juli. Für die Kirschblüte sind März bis Ende April ideal. Dann ist es mit Temperaturen von durchschnittlich 15 Grad meist frühlingshaft mild.
Sprache: Japanisch. Mit Englisch kann man sich aber zumindest in den Großstädten wie Tokio und Kyoto etwas verständigen.
Währung: Für einen Euro bekommen Urlauber etwa 115 japanische Yen.
Zeitverschiebung: Deutsche Zeit minus acht Stunden, während der Sommerzeit sind es sieben Stunden Zeitverschiebung.
Informationen: Japanische Fremdenverkehrszentrale JNTO, Kaiserstraße 11, 60311 Frankfurt, Tel.: 069/203 53, E-Mail: fra@jnto.de, Internet: www.jnto.de.

#

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal