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Kanada: Eisskulpturen aus Gischt - Die Niagarafälle im Winter

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Eisskulpturen aus Gischt  

Die Niagarafälle im Winter

05.02.2008, 11:24 Uhr | dpa-tmn

Atemberaubende Naturschönheit: Die Niagarafälle im Winter. (Foto: Ontario Tourism/dpa/tmn)Atemberaubende Naturschönheit: Die Niagarafälle im Winter. (Foto: Ontario Tourism/dpa/tmn)

Ein Besuch der Niagarafälle ist wohl am beeindruckendsten im tiefsten Winter, wenn sich die gigantischen Kaskaden hinter einer undurchdringlichen Wand aus Gischt und Nebel verstecken. Während die Umgebung ringsherum in Eis und Frost erstarrt ist, donnern die grünen Wassermassen der Niagara Rivers unbeeindruckt weiter in die Tiefe - auf der kanadischen Seite sind es 52 Meter. Einen Vorteil hat ein Besuch bei eiskalten Temperaturen: Es gibt keine langen Schlangen vor den Kassen und kein stundenlanges Warten, um die Attraktionen sehen zu können. Nach Angaben des kanadischen Tourismusamtes kommen 15 Millionen Menschen pro Jahr zu den Fällen, doch im Winter ebbt der Ansturm stark ab. Von Ende Oktober bis Ende März ist auch die Bootsfahrt mit der "Maid Of The Mist" nicht möglich, die Besucher dicht an den Fuß des "Hufeisenfalls" bringt.

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Foto-Serie Wunderbare Landschaften

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Bizarre natürliche Eisskulpturen

Doch das lässt sich verschmerzen, denn nur bei eisigster Kälte zeigt die Natur die ganze Bandbreite der Spielarten, die sie sich für das Element Wasser ausgedacht hat. Der strahlend blaue Himmel färbt sich oft in Minutenschnelle grau und lässt Schneeflocken über der Gischt tanzen. Ungezählte Tröpfchen, die von den Fällen aufsteigen, verwandeln alles in der Umgebung in bizarre Eisskulpturen: Bäume, Laternenpfähle und Treppenaufgänge wirken wie die Kulisse eines Fantasie-Films. Und wenn schließlich die Sonne wieder durchbricht, strahlt der Regenbogen auf der kanadischen Seite über dem "Hufeisenfall" vor dem weißen Hintergrund besonders hell.

Niagara-Fälle erst ein einziges Mal zugefroren

Dass die Niagarafälle selbst zufroren, ist nur ein einziges Mal belegt: Bei einer extremen Kältewelle im Januar 1936 bildeten die 180 Millionen Liter, die pro Minute herabstürzen, einen mehrere Hundert Meter breiten Eisvorhang. Ob das im 21. Jahrhundert noch einmal passiert, dürfte angesichts der globalen Erwärmung fraglich sein. Einen ganz anderen Blick auf das 675 Meter messende Halbrund der "Horseshoe Falls" bietet ein Spaziergang in den Tunneln, die hinter den Fällen gebaut wurden. Dicke, blaukristallene Eiszapfen hängen vor dem Ausguck und türmen sich auf den Felsen zu seltsamen Formationen, die von Schnee eingerahmt werden, der bei Sonnenschein glitzert. Zur Tour mit dem Titel "Journey Behind The Falls" (zu Deutsch: "Reise hinter die Fälle") gelangen die Besucher mit einem Aufzug, der sie vom Straßenniveau hinabbringt. Für diese Exkursion ist im Winter eine sowohl warme als auch wasserdichte Kleidung ein Muss.

Aufwärmen im Imax-Kino

Lange Wartezeiten sind bei null Grad ausgeschlossen - angesichts der aufgebauten Barrikaden können sich Besucher aber durchaus vorstellen, dass es hier im Sommer mehrere Stunden dauern kann, bis sich die Menschenschlangen zu den Aufzügen vorgekämpft haben. Gegen die alles durchdringende Kälte helfen eineinhalb Stunden im "Imax Theatre" bei Popcorn und einer unterhaltsamen Geschichtsstunde. Der Film "Niagara: Legends & Daredevils" spannt den Bogen über die vergangenen 12.000 Jahre. Die ersten Indianer nannten das Naturphänomen "Onguiaahara", "kolossales Wasser". Nacherzählt werden die teilweise unglaublichen Geschichten der Abenteurer, die sich früher in teilweise selbst gebauten Gefährten die Fälle hinunterstürzten. Da geht es etwa um die 43-jährige Lehrerin Annie Taylor, die 1901 als erste Frau in einem Weinfass den Sturz überlebte. Oder um den Seiltänzer Jean Francois Gravelet, der 1859 den Nervenkitzel nicht lassen konnte, auf einem dünnen Seil die Fälle zu überqueren.

Zum Abschluss ein Gläschen Eiswein

Ein Besuch der Niagarafälle im Winter ist aber nicht perfekt, ohne zum Abschluss ein Gläschen Eiswein zu trinken, für das die Gegend um Niagara-on-the Lake berühmt ist. Mehr als 50 Weingüter produzieren dort Weltklasseweine. Einer ist der deutsche Weinbauer Klaus Reif, dessen Weingut am Niagara River Parkway liegt. Seit 30 Jahren baut er dort Sorten wie Seyval Blanc, Pinot Noir und Cabernet Sauvignon an.

Weitere Informationen
Anreise: Nach Toronto fliegen von Deutschland aus Air Canada und Lufthansa. Zu den Niagarafällen sind es 130 Kilometer Autofahrt
Öffnungszeiten und Preise: Der Eintritt ins "Imax Theatre" kostet 15 kanadische Dollar (etwa 10 Euro). Vorstellungen gibt es im Winter bis zum April sonntags bis donnerstags jede volle Stunde von 11.00 bis 16.00 Uhr (www.imaxniagara.com). Die "Journey behind the falls" ist von Januar bis Juni täglich von 9.00 bis 17.30 Uhr geöffnet.
Kontakt: Ontario Tourism, Sonnenstraße 9, 80331 München (Tel. zur Broschürenbestellung: 089/23 66 21 64, E-Mail:
ontario@aviarepsmangum.com); Internet: www.ontariotravel.net, www.niagarafallstourism.com, www.niagaraparks.com.

Hintergrundinformationen zu Kanada unter: Mein Kanada
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