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Carriacou in der Karibik: Grenadas kleine Schwester

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Carriacou  

Grenadas kleine ursprüngliche Schwester

03.12.2007, 15:57 Uhr | srt

Traumstrand auf Carriacou (Foto: Grenada Grenadines)Traumstrand auf Carriacou (Foto: Grenada Grenadines)

Um sechs Uhr in der Früh wird das erste Ereignis des Tages an den Strand von Carriacou gespült. Still legt die weiße Fähre an, und mindestens so still sind die, die am Kai warten. Als das Boot landet, ist es noch gar nicht richtig hell. Zwischen Himmel und Meer hängt dieser Schleier, der Wasser, Strand und Häuser ein wenig violett erscheinen lässt. Die eben angekommen sind, waren zu nachtschlafender Zeit auf Petite Martinique gestartet. Beide Inseln gehören zum Staatsgebiet von Grenada. Mit der Morgenfähre kommen die Tagesgäste. Einheimische Frauen mit gestriegelten Kleinkindern auf dem Arm. Junge Männer, die fest in Plastikfolie verschnürte Warenbündel balancieren. Und zuletzt ein paar Touristen. Jetzt, im Morgengrauen, können die nur ahnen, wo sie da gerade gelandet sind.



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Karibik wie vor fünfzig Jahren

Bald wird sich der Schleier heben. Das Meer wird türkis werden, mit kleinen blauen Flecken. Der Strand wird weiß erstrahlen, dahinter schmiegen sich bunte Häuser, blau, lila, gelb, an die Hauptstraße von Hillsborough. Denn wer mit der Fähre auf Carriacou landet, der landet direkt im Zentrum: in der Hauptstadt, an der Hauptstraße, die auch Dorfstraße heißen könnte, weil sie so ruhig ist. "Carriacou ist die Karibik wie vor fünfzig Jahren", sagen die, die eine Beschreibung versuchen. Carriacou aber ist vor allem eins: so klein, dass man es schnell übersieht. Nur 34 Quadratkilometer ist die Karibikinsel groß. Selbst Grenada mit seinen 90.000 Einwohnern muss bei Urlaubern oft schon um Aufmerksamkeit kämpfen. Denn es baut an seine Strände nicht Hotel an Hotel wie Barbados. Und umgarnt Urlauber nicht mit All-inclusive-Angeboten wie die Dominikanische Republik. Auf Carriacou leben nur 5000 Grenadiner. Und auch wer nicht weiß, wie die Karibik vor 50 Jahren ausgesehen hat, merkt: Irgendetwas ist hier besonders schön.

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Ein stiller Flecken mit weniger Autos als Ziegen

"Carriacou, das ist die Insel mit nur einer Tankstelle für Benzin, aber vielen, vielen für Rum", sagt Lincoln Bedeau, Taxifahrer auf dieser Insel, der sich von allen nur "Linky" nennen lässt. Mit seinem roten Bulli ist er einmal um den Block direkt am Küstenstreifen gefahren, nur um darauf hinweisen zu können, dass dies nun keine neue Tankstelle ist, sondern immer noch dieselbe, die einzige eben. Denn wer brauchte auch mehr Tankstellen an einem Ort wie diesem? Hier gibt es viel weniger Autos als Ziegen. Die laufen frei durch die Straßen, vorbei an den pastellfarbenen Häusern, die sich an  Hügeln vorbei ins Hinterland schlängeln. In eine Natur, viel weniger grün als auf Grenada, weil die Berge nur Hügel sind und sich Wolken zum Abregnen so nur selten verfangen, an dieser kleinen Insel ohne Fluss. Die Luft duftet nach Staub und trockenem Gras und dem Duft der Orchideen, die überall blühen.

Eine Fähre als Verbindung zum Rest der Welt

"Viele Menschen leben vom Vieh", sagt Linky. "Deshalb trinken wir keine Milch, weil die für die Jungtiere ist." Wenn er nicht gerade als Chauffeur für die Einheimischen arbeitet, unternimmt er kleine Touren mit den wenigen Touristen. In "Ade's Supermarket" an der Küstenstraße von Hillsborough finden die dann doch Milch, aber sie ist eben importiert, wie alle anderen Milchprodukte. Bevor 1998 die täglichen Fähren eingerichtet wurden, die nun regelmäßig Lebensmittel, Menschen und ein bisschen Tratsch aus Grenada bringen, war Carriacou noch ein wenig mehr vom Rest der Welt abgeschnitten. Damals gab es nur die Landebahn für Kleinflugzeuge unweit der Küste. Und weil die eine der Straßen kreuzt, auf denen die Ziegen laufen und manchmal Autos fahren, stand dort zur Warnung ein Schild: "Stop, look and listen!" Selbst die Tiere hätten sich an diese Vorsichtsmaßnahme gewöhnt - auch das eine von Linkys Geschichten.

Nur wenige Unterkunftsmöglichkeiten

Die späteren Fähren, die aus Grenada eintreffen, spülen vor allem die Touristen auf die Insel, die auf Carriacou für ein paar Tage aus der restlichen Karibik aussteigen wollen. Nur ein paar kleine Pensionen und Gästehäuser gibt es für sie hier. Als sich die Nacht schließlich mit ihrer Dunkelheit über Carriacou legt und die Tagesgäste längst wieder zurück in Grenada sind, stehen zwei dieser Aussteiger auf der Dachterrasse über "Ade's Supermarket" und blicken auf das nun fast schwarze Meer. Für ein paar Nächte werden sie Gäste in "Ade's Dream" sein, dem kleinen Hotel, das zum Supermarkt gehört. 23 Zimmer in einfachster Ausstattung hat es, doch damit ist der massive Steinbau in Blassgelb schon so ziemlich das gewaltigste Haus der Insel.

Abschied in der Morgendämmerung

Die zwei Aussteiger auf der Terrasse stehen da, blicken aufs Wasser und sagen lange kein Wort. "Sie können Ihre Tür ruhig offen lassen", hatte Ade ihnen bei der Schlüsselübergabe gesagt. Und einer der beiden meint jetzt, als er die dunkle Straße hinunter zum Strand schaut: "Ich habe wirklich das Gefühl, ich könnte meinen Rucksack irgendwo da unten hinstellen und er wäre morgen noch da." Auch wenn er es nicht ausprobiert, bleibt doch das Gefühl, dass es stimmen könnte. Der Großteil der Insel schläft noch, als die, die wieder fortmüssen, am nächsten Morgen in der Dämmerung die Sechs-Uhr-Fähre besteigen und in Richtung Grenada ablegen. Langsam wird für sie die violette Silhouette kleiner und kleiner; bis die Sonne das Meer und den Strand in voller Pracht ausleuchtet, wird Carriacou längst wieder zu einer Perle zusammengeschrumpft sein. Und auch wenn die Wellen das Schiff auf der Rückfahrt viel sanfter schaukeln lassen als auf der Hinfahrt, fällt sie doch schwerer.

Weitere Informationen
Anreise: Einen Direktflug nach Grenada bietet Condor sonntags ab Frankfurt. Der Preis für Hin- und Rückflug liegt etwa bei 700 Euro. Die Fähre nach Carriacou startet wochentags um 9 und 15.30 Uhr an der Carenage in St. George's, zurück geht es um 6 und 13.30 Uhr ab Hillsborough. Die einfache Fahrt kostet knapp 20 Euro. Weitere Infos im Internet unter www.ospreylines.com;
Unterkunft: Ein Bett im schlichten "Ade's Dream Guesthouse", nur zwei Gehminuten von der Fähre entfernt, gibt es schon ab 17 Euro. Klimaanlage und Fernsehen sind jedoch selbst in diesem Preis enthalten;
Weitere Informationen erteilt das Grenada Board of Tourism, Schenkendorfstr. 1, 65187 Wiesbaden, Tel. 0611/2676720, E-Mail: grenada@discover-fra.com.

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