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Karibik: Curaçao - Mehr als nur die Heimat des blauen Likörs

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Curaçao  

Mehr als nur die Heimat des blauen Likörs

05.01.2009, 14:29 Uhr | srt

Vor allem im Süden und Westen Curaçaos finden sich paradiesische Buchten, genannt "bocas". (Foto: S. Metzger/srt)Vor allem im Süden und Westen Curaçaos finden sich paradiesische Buchten, genannt "bocas". (Foto: S. Metzger/srt)

Curaçao: Im ABC der kleinen niederländischen Antillen steht die größte der drei Inseln noch immer hinten an, nicht nur dem Namen nach. Bonaire nimmt im Taucheralphabet den vordersten Platz ein. Und auch Aruba wird für seine weißen Traumstrände immer vor der großen Schwester zitiert. Dabei hat die Insel mit dem cocktailblauen Wasser vor der Küste einiges mehr zu bieten als den namensverwandten Likör, der mehr Bekanntheitsgrad genießt als sein Ursprungsort. Mit einer Durchschnittstemperatur von 27 Grad Celsius ist die 444 Quadratkilometer große Insel das ganze Jahr über ein Traumziel.

Tropische Traumbuchten an der Süd- und der Westküste

Dass Curaçao ein Dorado für alle Sonnenanbeter, Schnorchler und Taucher ist, versteht sich bei der geographischen Lage von selbst. Mehr als 40 tropische Traumbuchten, sogenannte "Bocas", verteilen sich vor allem an der Süd- und Westküste. Wer komfortabel direkt vom Liegestuhl aus ins Türkis steigen möchte, der bleibt bei den Hotelanlagen im Süden. Ursprünglicher sind die Traumbuchten im Westen, die nur auf kleinen Stichstraßen zu erreichen sind. Wie die Boca Kenapa im Nordwesten. Hier zelebrieren jedes Wochenende vor allem die Einheimischen bei spontaner Musik und Tanz im warmen Sand karibisches Lebensgefühl. Schnorchler zieht es noch etwas weiter Richtung Westpunt zu den faszinierenden Kalksteinformationen der Boca Kalki.

Man ist stolz auf "Blue Curaçao"

Trotzdem ist man natürlich stolz auf den Blue Curaçao, aus markenrechtlichen Gründen hier sogar "Curaçao of Curaçao" genannt. In der kleinen Destille der Insel wird wie seit 111 Jahren in einer ebenso alten Abfüllfabrik der klebrige Likör aus Bitterorangenschalen gepresst und destilliert. Nur ungefähr 1000 Liter pro Monat gehen durch die Zapfhähne und über die Theke, meist für Kreuzfahrt-Ausflügler auf Landgang und Schnellverkostungstour, die das Original hier auch in roter, gelber, grüner oder ganz ohne Färbung erwerben. Woher denn die schlumpfige, künstlich und eher ungesund anmutende blaue Farbe für den berühmten Blue Curaçao stammt, kann der Leiter der Fabrik nur mit Schmunzeln beantworten. "Die Farbe hat ein Holländer erfunden, Herr Bols. Gleich nachdem er das Likörrezept geklaut hatte." Dazu muss erklärt werden, dass Länder- und Inselnamen nicht als Marke geschützt werden. Herr Bols durfte den klaren Orangenlikör zu einem farbigen Cocktailaufwerter weiterentwickeln. Den Siegeszug der ungewöhnlichen Farbgebung sieht der Fabrikleiter wie jeder, der schon einmal die Insel selbst besucht hat, im magischen Türkisblau der Küstengewässer. Die ganze Karibik in einem Cocktail.

Willemstad erinnert an eine holländische Stadt des 17. Jahrhunderts

Willemstad, die Hauptstadt, erinnert auf den ersten Blick an eine holländische Stadt des 17. Jahrhunderts, versetzt in die Tropensonne der Karibik. Nicht von ungefähr kommt es, dass große Teile der Altstadt 1997 in die Welterbe-Liste der Unesco aufgenommen wurden. Die Renaissancefassaden der Kaufmannshäuser leuchten in den Eiscremefarben Vanille, Pistazie, Himbeere und Banane über dem tiefblauen Wasser der Sint Anna Baai. Am schwimmenden Markt werden Obst, Gemüse und Fisch aus Venezuela verkauft, da auf den trockenen ABC-Inseln ihr Anbau schwierig ist. Das mächtige Fort Amsterdam bewacht die enge Hafeneinfahrt, in den Mauern der Festung sitzt die Regierung der fünf Antillen-Inseln.

Bunter Mix an kulinarischen Eigenheiten

Entstanden ist auf der Insel auch ein bunter Mix an kulinarischen Eigenheiten. Im Marshé Bieu, einem Teil des Marktes in Willemstad, in dem verschiedene Köchinnen in riesigen Töpfen heimische Spezialitäten garen, darf man sie kosten - die kreolische Küche, die Curaçaos afrikanische Ursprünge erzählt. Bankmänner in Anzügen, Hausfrauen nach dem Stadtbummel und Touristen sitzen hier an langen Tischen zusammen und lassen es sich schmecken: Giambo (Ocrasuppe), Kaduschi (Kaktussuppe) und Kabritu Stoba (geschmortes Ziegenfleisch) sind die Spezialitäten des Tages.

Eigener Sprachenmix auf der Insel

Die Insel wurde 1499 von Alonso de Ojeda, einem Leutnant unter Christoph Kolumbus, entdeckt. Und blieb spanisch bis die Niederländer sie 1634 eroberten und einen militärischen Stützpunkt errichteten. Bis ins 19. Jahrhundert fiel die Insel abwechselnd in englische und spanische Hände. 1815 erlangten die Niederländer wieder die Kontrolle über die Insel. Die Dutch West Indies Company zog mit Handelsniederlassungen nach, und die Hauptstadt Willemstad wurde zu einem Handelszentrum für Salz. Zu Hunderttausenden wurden Westafrikaner über den Atlantik gebracht, bis 1863 die Sklaverei abgeschafft wurde. Mit der Eröffnung der Ölraffinerie Royal Dutch Shell Anfang des 20. Jahrhunderts kamen Einwanderer von überall her. Heute leben gut 150.000 Menschen aus 50 Nationen auf der Insel. Ein kultureller Schmelztiegel mit einem eigenen Sprachgemisch aus Spanisch, Holländisch, Französisch, Arawak, dem Papiamento. "Bon Bini" - melodisch klingt das "herzlich willkommen" - und ziert sogar die Nummernschilder der Autos.

Weitere Informationen:

In Europa: Curaçao Toeristen Bureau Europa (CTBE), Vasteland 82 - 84, Postbus 23227, NL-3001 KE Rotterdam, Tel. 0031/10/4142639, Fax 4136834, E-Mail: info@ctbe.nl, Internet: www.curacao-tourism.com;

Auf Curaçao: Curaçao Tourist Board, Pietermaai 19, Curaçao Netherlands Antilles, Tel. 00599/9/4348200, Fax 4615017, E-Mail: ctdbcur@ctdb.net, Internet: www.ctb.an;

Anreise: Martinair und KLM fliegen mehrmals wöchentlich ab zehn deutschen Flughäfen via Amsterdam nach Willemstad (www.martinair.de; www.klm.de), Flugdauer: zehn Stunden, Preis für Hin- und Rückflug etwa 800 Euro.

Reisezeit: Curaçao ist ein ganzjähriges Reiseziel. Es gibt keine Regenzeit, kaum Temperaturunterschiede, August und September sind die wärmsten Monate. Die Insel liegt außerhalb des Hurrikangürtels.

Einreise: Für die Einreise genügt ein sechs Monate gültiger Reisepass.

Impfungen: Es sind keine Impfungen nötig.

Zeit: Die Zeitverschiebung beträgt minus fünf Stunden (Winter) und sechs Stunden (Sommer).

Landessprache: Holländisch, Umgangssprache kreolisches Papiamentu eine Mischung aus Spanisch, Portugiesisch, Holländisch, Französisch, Englisch und Arawak.

Währung: 1 Euro entspricht etwa 2,26 Antillen Gulden.

Pauschalangebote: Zahlreiche deutsche Reiseveranstalter bieten Pauschalreisen nach Curaçao. Meiers Weltreisen: 14 Übernachtungen in der Lodge Kura Hulanda & Beach am Kalki Strand im Westen der Insel kosten inklusive Frühstück sowie Flug ab/bis Deutschland mit Martinair ab 1907 Euro pro Person im Doppelzimmer. Im Preis inbegriffen ist die Nutzung des Hotelbusses zum Schwesterhotel Kurá Holanda, zum Museum Kurá Hulanda und zum Casino Kurá Hulanda in Willemstad (ca. 40 Min.). TUI: 14 Übernachtungen mit All-inclusive im Dreisternehotel Superclubs Breezes Curacao und Flug kosten ab 2484 Euro pro Person im Doppelzimmer.

Sehenswürdigkeiten:

Der Paradera Kräutergarten von Dinah Veeris, Seru Grandi Kavel 105A, Brand'a Riba, Internet: www.rootsandmedicine.com; täglich Führungen um 10 und 11 Uhr, Eintritt für Erwachsene etwa 5 Euro, Kinder zahlen 2 Euro.

Kura Hulanda Museum von Jacob Gelt Dekker, Klipstraat 9 (Otrobanda) Willemstad, Curaçao Netherlands Antilles, Tel. 00599/9/4347765, Fax 4547705, E-Mail: museum@kurahulanda.com, Internet: www.kurahulanda.com; täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, Eintrittspreis: Erwachsene 15 Antillen Gulden, Kinder 9.

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