Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Reiseziele >

Karneval - karibisch, bunt, fünf Wochen lang

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Trinidad und Tobago  

Karneval - karibisch, bunt, fünf Wochen lang

27.01.2009, 10:33 Uhr | t-online.de, dpa

Ausgelassen und farbenfroh wird der Karneval auf Trinidad & Tobago gefeiert (Foto: dpa)Ausgelassen und farbenfroh wird der Karneval auf Trinidad & Tobago gefeiert (Foto: dpa)Es ist heiß, es ist laut - es ist Karneval: Auf den Karibik-Inseln Trinidad und Tobago dauert die "Greatest Show on Earth" etwa fünf Wochen. Schon im Januar sind die Kariben in karnevalistischer Stimmung. Sie verbringen ihre Zeit mit dem Nähen von Kostümen, stimmen die aus Ölfässern gebauten Steelpans, proben mit ihren Bands und ziehen von einer Party zur anderen. Sehen Sie die ersten Eindrücke des Karnevals in unserer Foto-Serie.

Die Stahltrommeln von Trinidad

Während auf der kleineren Insel Tobago die Einwohner den Karneval nicht ganz so wichtig nehmen, brummt auf Trinidad das Leben. Wochenlang üben und feiern sie auf einem speziellen Trainingsgelände, dem "Pan Yard". Am Faschingswochenende geht es dann richtig rund: Der Samstag vor dem Rosenmontag steht jeweils im Zeichen des Steelpan-Wettbewerbs "Panorama", bei dem verschiedene Bands antreten. Bis zu 100 Musiker stehen dann zusammen auf einer Bühne und spielen auf den Stahltrommeln, die wie bei einem Orchester nach Tonhöhen angeordnet sind. Die Inselbewohner sind stolz darauf, dass die Steelpans auf Trinidad erfunden worden sind. Die Trommeln sind auch auf Wagen montiert, so dass die Bands bei den Umzügen mitfahren können. Beim "Panorama"-Wettbewerb spielt alle 30 Minuten eine andere Band, die von einer Jury bewertet wird. Die Menschen bejubeln ihre Favoriten, sitzen auf den Tribünen oder im Gras - mit einem Glas Rum und einem Haifisch-Sandwich in der Hand.

Calypso, Soca und Wining

Beim "International Soca and Groovy Soca Monarch" treten am Freitag vor Rosenmontag Soca-Künstler gegeneinander an. Soca ist die moderne Form der politischen und sozialkritischen Calypso-Musik, für die es in der Karnevalszeit natürlich ebenfalls einen Wettbewerb gibt. Bei den Open-Air-Partys holen die Karibik-Stars gerne das eine oder andere knapp bekleidete Mädchen aus dem Publikum auf die Bühne zum "Wining", einem Tanz, bei dem Männer und Frauen eng umschlungen und in eindeutigen Posen die Hüften kreisen lassen. Touristen sollten - wenn sie die Einheimischen nicht zum Schmunzeln bringen wollen - das "Wining" lieber lassen und stattdessen bei Partys und Umzügen tanzen. Bei denen wird zum "Road March", dem Karnevalshit der Saison, nach Belieben gestampft, getanzt und gesprungen.

Schlammschlacht am Rosenmontag

Einer der Höhepunkte ist der "J'ouvert" am Rosenmontag. Der Begriff kommt vom Französischen "jour ouvert" für Tagesanfang: Passend dazu setzt sich um 4 Uhr der Zug in Bewegung. Bei dieser Straßenparty schmieren sich die Menschen mit Farbe, Schlamm, Schokoladensoße oder Rohöl ein. Triefend ziehen und tanzen die Menschen bis zum Morgen durch das Zentrum von Port of Spain. "J'ouvert" ist ein Karneval auch für die ärmeren Menschen, die kein Geld haben, um sich Federschmuck- und Paillettenkostüme schneidern zu lassen. Zum "J'ouvert" sollten Besucher allerdings besser Kleidung anziehen, die sie danach wegschmeißen können. Denn die Feiernden ziehen gerne Zuschauer in die Menge und beschmieren sie mit Schlamm und Farbe. "Es ist eine ziemliche Sauerei, aber es macht Spaß", erzählt die irische Urlauberin Ilona.

Paraden ohne Pause

Nach der Parade ziehen müde, mit Schlamm verkrustete Gestalten durch die Straßen nach Hause. Die Hotels richten Außenduschen ein, denn so mit Schokolade bekleckert und mit Öl verschmiert darf kein Gast auf sein Zimmer gehen. Doch Erholungsphasen gibt es beim Karneval auf Trinidad ohnehin kaum. Schon wenige Stunden nach "J'ouvert" setzt sich der Rosenmontagszug in Bewegung. Der Höhepunkt aber ist der Umzug am Dienstag: Tausende Kostümierte ziehen und tanzen dann bei der "Pretty Mas" - so genannt, weil die Kostüme so prachtvoll sind - durch die Straßen. An mehreren Punkten entlang der kilometerlangen Route sitzt eine Jury. Die Preisrichter bewerten nicht nur die Kostüme, sondern auch die Präsentation der Gruppe.

"Kakao in der Sonne"

Die besten Kostüme aber wurden schon vorher bei einem Wettbewerb prämiert. Die "Kings" und "Queens" - die "Könige und Königinnen", die den Gruppen voranschreiten - sind dabei die aufwendigsten. Wochenlang arbeiten die Künstler an den drei bis vier Meter hohen Kostümen, die oft so schwer sind, dass sie auf einem Wagen gezogen werden müssen. Viele Kostüme erzählen eine kleine Geschichte: "Mein Kostüm heißt 'Kakao in der Sonne'", sagt der Designer Danso und erzählt damit auch ein bisschen die Geschichte von den einstigen Kakaoplantagen auf der Insel. Der Designer, der bereits seit seinem 14. Lebensjahr Kostüme entwirft, stammt zwar aus Trinidad, lebt aber in Toronto in Kanada und hat ganze acht Wochen lang an seinem Prachtstück gearbeitet.

Nacht der blauen Teufel

Daneben gibt es auf Trinidad noch einen ganz anderen Karneval, wie die "Nacht der Blauen Teufel" in Paramin. Das Bergdorf liegt etwa 30 Autominuten von Port of Spain entfernt. Nach Sonnenuntergang kommen am Karnevalsmontag blaue "Teufel" aus ihren Häusern. Männer und Jungen haben sich entsprechend angemalt. Dann ziehen sie ins Dorf, spucken Feuer, schlagen auf Trommeln aus Keksdosen und pfeifen ohrenbetäubend laut auf Trillerpfeifen. Zu dem Spektakel versammelt sich die ganze Gemeinde. Auf dem kleinen Dorfplatz mit den zwei Geschäften und der Bar werden Bier und gekochte Hühnerfüße verkauft. Wer keine Farbe der Teufel abbekommen möchte, zahlt einen Dollar, dann ziehen sie lärmend weiter.

Erholung auf Tobago

Am Aschermittwoch ist - wie in Europa - alles vorbei. Dann fliegen die müden Soca-Sänger, Calypso-Musiker und Bikinimädchen aus den Paraden auf die nur 20 Flugminuten entferne Nachbarinsel Tobago. Dort erholen sie sich an einem der Karibikstrände wie dem Pigeon Point. Oder sie fahren mit einem Glasboot auf das Meer hinaus und schwimmen im "Nylon-Pool", einem flachen Becken im Ozean. Die Karnevals-Pause währt aber nicht lange: Schon im Sommer beginnen die Vorbereitungen für die nächste "Greatest Show on Earth". Dann überlegen sich die Trinidader wieder, bei welcher Band sie mitlaufen, welches Kostüm sie tragen wollen und auf welche Partys sie im Karneval gehen werden.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal