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Die Britischen Jungferninseln

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Britische Jungferninseln  

Weit mehr als nur Strand und Sonne

09.01.2017, 11:00 Uhr | Gerd Krauskopf/srt

Die Britischen Jungferninseln. Inselstrand von Jost Van Dyke. (Quelle: Gerd Krauskopf/srt)

Inselstrand von Jost Van Dyke. (Quelle: Gerd Krauskopf/srt)

Entspannter Bootstrip durch eines der letzten Paradiese. Wie wär's mit einem Rum als "Ankerschlückchen"? Schauen Sie sich den Ort auch in unserer Foto-Show an.

Cheers! Ein "Ankerschlückchen" ist fällig in der türkisfarbenen Bucht der Trellis Bay auf Beef Island, in der wir mit unserem Motorkatamaran am späten Nachmittag vor Anker gegangen sind. Während sich die kleine Reisegruppe zuprostet, schimmert silbrig die karibische See am Horizont mit einer Inselwelt aus kleinen und größeren bewaldeten Vulkanbergen. Nur einen Steinwurf entfernt wartet hinter einer feinen weißen Sandlinie eine sattgrüne tropische Vegetation. Da ist die Frage "Schnorcheln oder hinüber schwimmen?" schnell beantwortet. Gedanklich laufen die nackten Füße bereits auf dem feinen, gleißend hellen Sand. Längst vergessen ist der neunstündige Flug von Frankfurt nach San Juan auf Puerto Rico und von dort mit dem zweimotorigen Inselhopper weiter auf die Hauptinsel Tortola. 

Das Traumziel ist erreicht: die Britischen Jungferninseln, kurz BVI für British Virgin Islands, gut 100 Kilometer östlich von Puerto Rico in der Karibik. Zwischen den, je nach Wasserstand, 50 bis 60 Inseln erstreckt sich eines der schönsten Segelreviere der Erde. Yachties aus aller Welt zieht es zum Inselhüpfen in Harmonie mit der Natur hierhin. Die BVI sind ein Geheimtipp für Individualisten, die mehr als Strand und Sonne suchen. Die meisten mieten sich wie wir ein Boot mit Skipper. Eine Woche lang steuert uns Skipper Dunbar mit seinem Motorkatamaran sicher durch die Inselwelt. Dass er das mit Bravour macht, davon zeugen fünf gewonnene "BVI Spring Regatten". Die karibischen Nächte an Bord werden wir nie vergessen. Ludger, als "Smutje" auserkoren, zaubert ab jetzt bei jedem Sonnenuntergang gekonnt das Nationalgetränk: den "Painkiller" - Schmerztöter - einen Cocktail auf Rumbasis. Nach Einbruch der Nacht stimmt der unendliche Sternenhimmel demütig. Wir sind mitten drin im "Caribbean feeling". 

"Pussers Rum"

Nach dem Ankerlichten nimmt Dunbar Kurs auf die von einem ausgedehnten Riff umgebene Insel Marina Cay. Dort lebt der 80-Jährige Charles Tobis, der einst den ersten "Painkiller" trank, das Rezept von dessen Erfinderin jedoch nie erhielt. So mixte er den Cocktail so lange, bis der ihm mit dem selbstkreierten "Pussers Rum" noch schmackhafter gelang. Geschäftstüchtig, ließ er sich das Rezept patentieren. Heute ist der "Killer" Nationalgetränk. 

Virgin Gorda - die drittgrößte Britische Jungferninsel - beeindruckt mit ihren eindrucksvollen Felsformationen "The Baths". Dort anzulegen ist allerdings nicht gestattet. So geht es ein paar Schiffsschraubenumdrehungen weiter zum Virgin-Gorda-Jachthafen und dann per Taxi und kurzem Fußmarsch zu den gigantischen Granitblöcken. Millionen von Jahren haben die Küstenfelsen zu sonderbaren Skulpturen geformt. Jetzt gibt es kein Halten mehr. Badehose an, Flipflops aus und hin zu großen und kleinen Grotten, die zum Meer offen sind und zum Schwimmen ohne Sonnenstrahlen einladen. 

Heftige Wellen erwarten die Urlauber

Einem Ruhetag folgt eine raue, zweistündige Bootsfahrt auf der Atlantikseite zur Insel Anegada, wo riesig lange Atlantikwellen zum "Mitreiten" auf dem Wasser einladen. Das krachende Aufschlagen jeder Welle ist heftig. Da braucht der strapazierte Magen eine Erholungspause auf dem Außenposten des Archipels, einer mächtigen Sandbank mit etwa 200 Einwohnern. Die fangfrischen Hummer schmecken nach einem ausgiebigen Strandspaziergang in dieser Abgeschiedenheit doppelt gut. 

Zurück zur ehemaligen Pirateninsel Jost Van Dyke bleibt ein anstrengender Wellenritt unseren Mägen erspart. Darauf muss mit einem "Painkiller" angestoßen werden. In der White Bay gehört es zum guten Ton, die Dollarscheine in die Badehose zu stecken und damit an Land zu schwimmen. Vom Barkeeper in der Soggy-Dollar-Strandbar werden sie zum Trocknen an eine Leine hinter dem Tresen gehängt, und das ersehnte Mixgetränk wandert in durstige Kehlen. Die deutsche Geschäftsführerin der Kultbar unter Palmen lernte im Urlaub vor 20 Jahren ihren einheimischen Ehemann hier kennen und lieben. 

Einen "Painkiller, bitte!"

Allein 300.000 "Painkiller" wandern jährlich über ihren Tresen. "Hier", erzählt die taffe Frau, "hat Charles Tobis erstmals seine Kreation vorgestellt". Der Cocktail sorgt auch in Foxy's Strandbar in der Great Harbour Bucht, eine Landzunge weiter, für Umsatz. Statt einer langen, lauten, durchtanzten Nacht bei Foxy ziehen wir uns auf unser weit draußen ankerndes Boot abseits der feiernden Menge zurück. Wir geben der unendlichen Weite unter einem funkelnden Sternenhimmel den Vorzug vor den Party People. Stumm lauschen wir in unserer letzten Karibiknacht dem Klang der Stille. 

Weitere Informationen: 

  • British Virgin Islands Tourist Board, Schwarzbachstr. 32, 40822 Mettmann, Tel. 02104/286671, www.britishvirginislands.de. 
  • Fluggäste aus Europa reisen über die USA/Puerto Rico zu den Britischen Jungferninseln. Hierfür sind ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass sowie eine Esta-Einreisegenehmigung (https://esta.cbp.dhs.gov/esta) erforderlich. 

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