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Immer mehr Kreuzfahrtschiffe zieht es ins Eis

22.12.2008, 13:03 Uhr

In der Antarktis wird es enger: Immer mehr Kreuzfahrtschiffe zieht es an die von Eis überzogene Küste des Südkontinents, zu Tafelbergen, Kaiserpinguinen und Weddellrobben. Hatten sich im Jahr 1992 noch rund 6000 Naturbegeisterte auf den Weg gemacht, so waren es in der vergangenen Saison bereits gut 46.000 Reisende. Das Geschäft boomt, und so wächst die Zahl der Reedereien, die ihre Schiffe ab November gen Süden schicken. Die Folge: Immer häufiger brechen nicht nur Expeditionsschiffe mit geeigneten Eisklassen zum "Abenteuer Antarktis" auf, sondern auch normal ausgestattete Kreuzfahrtschiffe. Ein Trend, der Gefahren birgt? Erleben Sie eine Bilderreise mit dem Schiff in die Antarktis in unserer Foto-Serie.


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Nur ein Schiff pro Bucht

Die im Jahr 1991 von sieben Antarktis-Reiseveranstaltern gegründete International Association of Antarctica Tour Operators (IAATO) regelt jedes Jahr neu, welches Schiff wo fahren und anlegen kann. Zwei Schiffe auf einmal in einer einsamen Bucht - das soll dadurch vermieden werden. Es dürfen auch nicht mehr als 100 Passagiere auf einmal an Land, und nach vier Stunden muss die Fahrt weitergehen. Vergangene Saison musste die IAATO das für 61 Schiffe machen - noch vor fünf Jahren waren nur 35 Kreuzfahrer einzutakten.


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Nur Eisbrecher dringen bis weit in die Antarktis vor

 "Die meisten Schiffe fahren vernünftigerweise die eisfreie Passage", sagt Johannes Zurnieden, Vizepräsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV) in Berlin und als Geschäftsführer von Phoenix Reisen in Bonn selbst in dem Geschäft mit Seereisen aktiv. Besucht werde meistens vor allem der nördliche Teil der Antarktischen Halbinsel, "das reicht für das Erlebnis Antarktis auch". Nur Eisbrecher und stark eisverstärkte Schiffe dringen weiter vor.

Pinguine und Robben bestaunen 

Wer in die Antarktis fährt, möchte auch gerne Pinguin- und Robbenkolonien besuchen. Schiffen mit mehr als 500 Passagieren jedoch wird eine Anlandung von der IAATO nicht erlaubt. Das sollte jeder bedenken, der sich ein Expeditionserlebnis verspricht. Die bislang größten Schiffe schickte die nordamerikanische Reederei Princess Cruises in Richtung der Antarktischen Halbinsel: im vergangenen Jahr die "Golden Princess" mit 2600 Passagieren und 1100 Mann Besatzung, dieses Jahr das Schwesterschiff "Star Princess". Auf den Reisen dieser Schiffe sollte man ein gutes Fernrohr mitnehmen.

Nur 4000 Menschen auf  14 Millionen Quadratmetern Eiswüste 

"Es gibt leider eine mangelnde Sensibilität, was die Tonnage angeht, mit der diese Gebiete bereist werden", sagt Sebastian Ahrens, Geschäftsführer von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten in Hamburg. Hapag-Lloyd hatte einst die Gründung der IAATO mit initiiert, wünscht sich aber inzwischen statt einer reinen Selbstregulierung strenge Vorschriften wie in souveränen Staaten: "Wenn Sie zum Beispiel vor bestimmten Abschnitten der norwegischen Küste fahren, gucken die Norweger genau hin. Für die Antarktis aber gibt es keine klaren Regeln", so Ahrens. Im Gegenteil: Der Kontinent ist laut dem Antarktisvertrag für jeden frei zugänglich - aber abgesehen von Forschungsstationen nahezu unbewohnt. Lediglich rund 4000 Menschen - Militärs, Wissenschaftler und Hilfspersonal - leben in der 14 Millionen Quadratkilometer großen Eiswüste. Da wegen der großen Kälte alle organischen Prozesse wie der Abbau von Abwässern extrem verlangsamt sind, ist das auch gut so.

   

Touristen belasten Ökosystem

Je mehr Besucher jedoch in die Antarktis reisen, desto schwieriger wird es für das ökologische System. Zwar gibt es Vorschriften für die Landgänge. So werden etwa Schuhe vorher und nachher desinfiziert, außerdem gilt: "Nichts hinterlassen und nichts mitnehmen". Zu Tieren muss mindestens fünf Meter Abstand eingehalten werden. Die meisten Besucher halten sich auch daran. Aber eben nicht alle - und je mehr Menschen kommen, umso häufiger wird dagegen verstoßen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Strenge Regeln sind zu beachten.

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(Quelle: dpa-tmn)


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